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Neujahrsempfang am 22. Januar 2014 in Merzig, Fellenberg-Mühle

Die Veranstaltung stand unter dem Motto:

“This land is your land, this land is my land,
From California, to the New York Island,
From the Redwood Forest, to the Gulf Stream Waters,
This land was made for you and me.”
Woody Guthrie

Die Rede von Hans Wolf "Was trägt die Aktion 3. Welt Saar zur Teilhabe aller bei? " als PDF-Datei.

Gastredner Alfred Staudt von ver.di redete Klartext: Es ist genug für alle da

„This land is your land, this land is my land…..This land was made for you and me“ (Woody Guthrie). Volles Haus beim Neujahrsempfang der Aktion 3.Welt Saar.

Mit Spannung wurde der Auftritt von Alfred Staudt (ver.di) beim Neujahrsempfang der Aktion 3.Welt Saar in der Fellenbergmühle Merzig erwartet. Es war seit langem der erste öffentliche Auftritt des ver.di Landesbezirksleiters Saar. Motto des Empfangs war der weltberühmte Song „This land is your land, this land ist my land“ des US-Sängers Woody Guthrie von 1940, der auch von Bruce Springsteen, Neil Young und Tom Morello gecovert wurde. Dies Glücksversprechen auf die Teilhabe aller an den Reichtümern einer Gesellschaft ist nicht nur die zentrale Botschaft des Songs, sondern auch der Kern des politischen Wirkens von Gewerkschaften und der Aktion 3.Welt Saar.

Das Haus beim Neujahrsempfang war voll. Viel Prominenz aus dem öffentlichen Leben und von Kooperationspartnern hatte sich eingefunden: Die MdLs Stefan Krutten (SPD), Stefan Palm (CDU), Dagmar Ensch-Engel (linke), Klaus Kessler (Grüne), die MdBs Thomas Lutze (Die Linke), Markus Tressel (Grüne), Ulrich Heintz Landesvorsitzender des NABU Saar, Katrin Frey vom Kultusministerium, Mark Indig, Vorsitzender der Deutsch Israelischen Gesellschaft Trier, Alois Engeldinger, Vorsitzender der Obst- und Gartenbauvereine Merzig-Wadern, Joachim Boesen, Vorsitzender der saarländischen Milchbauern, Thomas Schulz Pressesprecher des DGB Saar, Peter Nobert vom Vorstand des Saarländischen Flüchtlingsrates, Vertreter von attac, der Antifa, Piratenpartei, der Saarbrücker Faninitiative fcs.antiraciste.

„Spätestens nach der Kommunalwahl und nach der EU-Wahl werden wir ein blaues Wunder erleben beim flächendeckenden Abbau öffentlicher Dienstleistungen“, so Staudt. Der Abbau werde ein Ausmaß erreichen, was sich viele heute nicht vorstellen wollen. Die Landesregierung, so Staudt, würde bewusst bis nach den Wahlen damit warten. Er kritisierte die Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums, die fälschlicherweise als Sparen schön geredet werde, obwohl genügend Geld vorhanden sei. Das Problem sei lediglich die Verteilung. „Der Stellenabbau, was ja gleichbedeutend ist mit der Reduzierung von Gesundheitsleistungen ist für mich nicht alternativlos. Die Alternative liegt in einer gerechteren Besteuerung, die alle Einkommen einbezieht“, so Staudt. Dazu präsentierte er ein differenziertes Steuermodell seiner Gewerkschaft.

Hans Wolf vom Vorstand der Aktion3 .Welt Saar lobte die Geradlinigkeit von Staudt, „die ihn für manche zur Nervensäge macht, weil er nicht alles mitmacht“ und wegen fehlender Perspektive aus den Verhandlungen mit der Landesregierung über den Stellenabbau austrat.

„Erstmal wollen wir vor unserer eigenen Tür kehren, bevor wir anderen Ratschläge erteilen“, so Hans Wolf von der Aktion 3.Welt Saar. Er kritisierte die Gewerkschaftsferne im Fairen Handel und nannte als Beispiel die Kooperationen mit Lidl und Starbucks. Zusätzlich hätten von den drei großen Importorganisationen zwei keinen Betriebsrat. „Die Kernbotschaft des Songs ‚This is your land’ zur Teilhabe aller ist der rote Faden in unserer politischen Arbeit, auch wenn der Einsatz für soziale Gerechtigkeit keinen Eventcharakter hat und bieder wirkt“, so Wolf. Aber ohne Gewerkschaften wäre die Welt ärmer und die meisten Menschen auch ganz konkret ärmer. Neben dem Fairen Handel setzt sich die Aktion 3.Welt Saar in vier unterschiedlichen Bereichen für mehr Teilhabe ein: Sei es bei der Unterstützung von Bauern nicht nur billige Rohstofflieferanten zu sein, bei der Unterstützung von Flüchtlingen, beim Zurückdrängen von Islamisten oder bei der Kritik an NGOs, die in manchen Hilfsprojekten viel Besserwisserei transportieren und damit Menschen von der Teilhabe ausschließen.

Fotos vom Neujahrsempfang der Aktion 3.Welt Saar
Honorarfrei, Quelle: Aktion 3.Welt Saar

Siehe auch Opens external link in new windowVeröffentlichung im Wochenspiegel.