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FachreferentInnen der Aktion 3.Welt Saar

Unsere ReferentInnen informieren und diskutieren zu aktuellen poitischen, sozialen und kulturellen Themen. Wir freuen uns, wenn Sie uns zu Vorträgen, Reden, Workshops oder Podiumsdiskussionen einladen.

Unsere Themen:

Agrarpolitik & Ernährung +++ Fairer Handel +++ Antisemitismus +++ Islamismus +++ Fußball +++ Globalisierung +++ Finanzkrise +++ Asyl & Rassismus +++ Krieg & Frieden +++ Nahost-Konflikt +++ Kolonialismus

Einen ersten Überblick über unsere Vortragsthemen finden Sie hier auf der Seite. Sollten Sie an anderen Themen Interesse haben: Einfach im Einzelfall nachfragen.

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Die Vorträge sind nicht umsonst. Politische Unabhängigkeit gibt es nicht zum Nulltarif. Auch hier gilt: Faire Preise für gute Arbeit. Hinter den Vorträgen steckt sehr viel Arbeit von mehreren MitarbeiterInnen, z.B. für Recherche, Aktualisierungen, Weiterentwicklungen, Literatur, technische Umsetzung…
Die Vortragshonorare dienen der Finanzierung der Arbeit der Aktion 3. Welt Saar.
Fördermitglieder – privat oder als Organisation – erhalten als Dankeschön einen Preisnachlass bei den Honoraren.

„Deutsche Kühe weiden in Paraguay und scheißen auf die Bauern im Senegal“

10 Ideen für eine faire Landwirtschaft weltweit

Wie das? Paraguay ist der viertgrößte Sojaexporteur weltweit. Folgen: Landenteignungen, mit Schusswaffen von ihrem Land vertriebene Bauern, riesige Monokulturen und der großflächige Einsatz des Unkrautvernichters Roundup von Monsanto. Das billige Soja landet im Futtertrog deutscher Milchkühe und hilft den Bauern hier, gerade so über die Runden zu kommen. Die in der EU „billig“ produzierte Milch wird als Milchpulver und Kondensmilch u.a. in den Senegal exportiert. Die Bauern dort können damit nicht konkurrieren und geben ihre Höfe auf. Bauern sind in Paraguay, Deutschland und im Senegal die Letzten, die die Hunde bzw. der Neoliberalismus beißen. Dagegen entsteht Widerstand. Wir stellen anhand unseres Agrarplakates 10 Ideen für eine Faire Landwirtschaft weltweit vor.

Der Vortrag entstand im Rahmen unseres Vernetzungsprojektes "ERNA goes fair – Für eine Faire Landwirtschaft weltweit." Opens external link in new windowHier geht es zu ERNA

Opens external link in new windowHier geht es zu dem Agrarplakat der Aktion 3. Welt Saar sowie Opens external link in new windowzum Bestellformular


Hunger und Überfluss – Was läuft schief?

Fast eine Milliarde Menschen hungern weltweit. Mit den in Europa und Nordamerika weggeworfenen Lebensmitteln könnten diese Menschen dreimal satt werden. Was läuft schief? Woher kommt unser tägliches Brot? Unsere Milch, unser Fleisch, Gemüse und Obst? Und vor allem: Wer produziert dies wie? Und wie hätten wir es den gerne?  In Paraguay werden Bauern enteignet, um riesige Flächen mit Soja zum Export als Futtermittel für deutsche Kühe anzubauen. Hier schütten die Milchbauern ihre Milch aus Verzweiflung auf die Straße, weil sie vom Milchpreis nicht mehr leben können. Die Hochwaldmolkerei exportiert überschüssige Milch als Kondensmilch nach Westafrika. Dies zerstört die Lebensgrundlage der Bauern dort. Dagegen regt sich immer mehr Widerstand weltweit. Die Lösung liegt in der Durchsetzung einer bäuerlichen statt einer industriellen Landwirtschaft. Und Bauern und Bäuerinnen müssen weltweit Zugang zu Land und Saatgut haben sowie an der Verarbeitung und Wertschöpfung ihres (!) Produktes beteiligt sein.

Ein Vortrag im Rahmen unserer Kampagne Opens external link in new window„ERNA goes fair“

Opens external link in new windowHier geht es zu Videoaufnahmen des Vortrages, gehalten am 12.6.2012 in Trier

"Wem gehört das Saatgut & warum hungern Menschen trotz Überfluss?"

„In den letzten Jahren ist der Versuch der Industrie zu beobachten, eine stetige Erweiterung der Rechte auf Saat- und Pflanzgut zu erreichen. Es geht um die Steuerung der Ernährung vom Acker bis zum Tellerrand, wie es einmal ein Konzern-Vertreter formuliert hat.“ (Dr. Matthias Miersch, MdB, Rechtsanwalt)

Mit Saatgut lassen sich lukrative Geschäfte machen. Vorausgesetzt, wenige haben Zugriff darauf. Unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit wehren sich seit Jahren tausende Bauern und Bäuerinnen in Deutschland gegen die Nachbaugebühren. Sie sollen jedes Jahr aufs Neue Gebühren zahlen, wenn sie von der Kartoffel- oder Getreideernte Saatgut zurück behalten zur Aussaat im nächsten Jahr. Dieser Nachbau war bis vor kurzem ein jahrhundertealtes Bauernprivileg. Weltweit. Wir finden, der Streit um Saatgut, der auch Bauern in der 3. Welt existentiell trifft, hat eine breite Öffentlichkeit verdient, die aufmerksam nach den Interessen der Akteure fragt. Immerhin geht es um die Grundlage unserer Ernährung.

Die Aktion 3.Welt Saar ist im Saarland ansässig und arbeitet bundesweit. Im Rahmen ihres Vernetzungsprojektes „ERNA goes fair“ vernetzt sie Bauern, Gewerkschafter, Naturschützer und 3.Welt Engagierte. Gemeinsam mit Misereor, Brot für die Welt, Bauern- und Umweltorganisationen ist sie im Trägerkreis des Bündnisses von "Meine Landwirtschaft - unsere Wahl“ (Berlin) tätig, das jedes Jahr zum Auftakt der Grünen Woche Berlin rund 20.000 Menschen für eine bäuerliche Landwirtschaft auf die Straße bringt.

Opens internal link in current windowHier geht es zur Flugschrift zum Thema Saatgut und Nachbaugebühren.

 

Fairer Handel - Ist eine bessere Welt käuflich?

Der Faire Handel verspricht, die Welt durch Konsum sozial gerechter zu machen und hat jährlich ein zweistelliges Wachstum. Doch im Rausch der Wachstumskurven geraten zumeist die politischen Grundlagen aus dem Blick. Kann man eine bessere Welt wirklich kaufen, kann es einen fairen Kapitalismus geben? Genau das unterstellt der Faire Handel: Die Welt werde besser, die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen ein Stückchen gerechter, wenn viele kleine Menschen viele kleine und ‚gerechte‘ Käufe tun. Kann der Faire Handel überhaupt politisch sein? Und wie sieht das dann konkret aus? Welche Rolle spielen publikumswirksame Aktionen wie „Hauptstadt des Fairen Handels“ oder „Fairtrade Towns“ von TransFair? Wenn massenweise faire Produkte in Discountern zu haben sind, welche Bedeutung haben dann Weltläden überhaupt noch? Es stimmt, das Leben einiger Menschen kann durch den Fairen Handel verbessert werden, was schon sehr viel ist. Dies greift aber angesichts der globalen Überlebenskrisen zu kurz. Daher wäre es an der Zeit, dass sich der Faire Handel an seine Ursprünge der Kritik an den Strukturen des Welthandels erinnert und diese weiterführt zur Kritik des Kapitalismus, dessen zerstörerische Dynamik ‚das Ganze’ bedroht. Bemerkenswert deutlich ist die Kritik des evangelischen Hilfswerkes „Brot für die Welt“, das den Fairen Handel seit Jahren republikweit fördert. Mitte 2014 heißt es dort „Es ist offensichtlich schwer auszuhalten, dass dem Erkennen und Verstehen von … Fehlentwicklungen in den meisten Fällen nicht sofort ein leicht gehbarer Lösungsschritt folgen muss….Man wird sich die Welt nicht gut kaufen können.“

Hier geht es zur Flugschrift „Fairer Handel – Ist eine bessere Welt käuflich?“

Begleitfilm „Fairprügeln“ zur Flugschrift

Podiumsgespräch in Witzenhausen: "Bio und fair-ist eine bessere Welt käuflich?"
Mitschnitt des Vortrags von Roland Röder Aktion 3.Welt Saar, 02.02.2017. Dauer: 30min

Opens external link in new windowRadiointerview - Fair Trade - ist eine bessere Welt käuflich?, 9.12.2015
Wolfgang Johann, Aktion 3.Welt Saar im Interview von Radio Z (Nürnberg).

"Der Faire Handel ist überbewertet" Ein Opens external link in new windowInterview von Radio Dreyeckland mit Roland Röder, Geschäftsführer der Aktion 3.Welt Saar aus dem Jahr 2013. 

„Juden und Radfahrer beherrschen die Welt. Wieso Radfahrer?“

Antisemitismus hat viele Gesichter – 10 Beispiele

Unter dem Titel „Juden und Radfahrer beherrschen die Welt. Wieso Radfahrer?“, der auf einen jüdischen Witz aus den 30er Jahren anspielt, hat die Aktion 3.Welt Saar in einer Redaktionsgruppe ein Lernplakat gegen Antisemitismus erstellt. Das Plakat erscheint in einer Auflage von 25.000 Ex. im A1 und A0 Format, wird bundesweit vertrieben und kann kostenlos bestellt werden.

Kein anderes Ressentiment und keine andere Wahnvorstellung sind in so unterschiedlichen politischen Milieus verbreitet wie der Antisemitismus. Bei Linken verbirgt er sich gerne hinter Israelkritik oder dem Aufruf, israelische Waren zu boykottieren, die Rechten sehen die Rothschilds und die Banken als die Schuldigen allen Übels und der muslimische Antisemitismus will ein Palästina ohne Juden und ohne Israel. Alle drei führen zu Beleidigungen, Übergriffen und Terroranschlägen gegen Juden auch in Europa.
Wir stellen anhand unseres Antisemitismus-Plakates die verschiedenen Gesichter des Antisemitismus vor oder nehmen auch gerne an Diskussionsrunden zum Thema teil..

Opens external link in new windowHier geht es zum Antisemitismusplakat der Aktion 3.Welt Saar, Opens external link in new windowweiteren Informationen zum Thema und zum Bestellformular

NGOs zwischen Hilfe & Hilfsbusiness - Beispiel Palästina

NGOs sind in vielen Teilen der Welt tätig. Mit Spendengeldern und sonstigen Zuweisungen bauen sie Straßen, Häuser, unterstützen Organisationen, verteilen Aufträge und leisten Hilfe. Dabei verfolgen sie auch politische Ziele, die nicht auf direkte Hilfe ausgerichtet sind. So legitim es ist, das Handeln von Regierungen und Unternehmen unter die Lupe zu nehmen, so legitim ist dies auch für NGOs. Die NGO-Dichte in den palästinensischen Gebieten ist weltweit am höchsten, obwohl es auf der Welt weitaus schlimmere Krisengebiete gibt. Der Referent beschäftigt sich mit den Zielen der NGOs in palästinensischen Gebieten, der Motivation ihrer Mitarbeiter und ihrer Finanzierung. Und er stellt die Frage: Könnte es sein, dass manche  NGOs aus finanziellen (Arbeitsplatzsicherung) oder ideologischen Gründen eher an einer Fortsetzung des Konflikts als an dessen Beilegung interessiert sind?
Die Aktion 3.Welt Saar hat kein Projekt in der so genannten 3.Welt, weil sie nicht andere entwickeln möchte. Gleichzeitig ist ihr aber dieser Teil der Welt nicht egal, denn die Politik hier hat direkte Auswirkungen auf die 3.Welt. Deshalb heißt ihr Entwicklungsland  Deutschland.
Zum Thema des Vortrags erschien Anfang 2014 die vierseitige Flugschrift „Vorsicht, die Helfer kommen!“.

Der Gedanke der Abschottung – Europäische und nationale Flüchtlingspolitik

An den europäischen Außengrenzen starben seit 1988 rund 20.000 Flüchtlinge. Auch im Inneren setzt sich ihre Ausgrenzung fort und sie müssen oft in Lagern leben wie im saarländischen Lebach.

Flüchtlinge sind in der EU unerwünscht. Dafür sorgt im Mittelmeer die europäische Agentur FRONTEX mit militärischen Mitteln. Und während der Schengener Vertrag in der öffentlichen Wahrnehmung für Freizügigkeit steht, gilt diese für Flüchtlinge noch lange nicht. FRONTEX wie das System Schengen stehen für das hohe Aggressionspotential europäischer Flüchtlingspolitik: 20.000 Flüchtlinge sind seit 1988 an den Grenzen Europas ums Leben gekommen: Ertrunken, erfroren, verdurstet, Selbstmord.

An sie erinnert kein Denkmal. In den Reden über die Freiheiten Europas tauchen sie nicht auf. Wenige haben es bis Deutschland geschafft. Im Saarland leben sie unter anderem im Flüchtlingslager Lebach. Oft jahrelang und perspektivlos und von Landesregierung und Verwaltung so gewollt. Die „Versorgung“ geschieht aus Lebensmittelpaketen. Deshalb setzen sich der Saarländische Flüchtlingsrat und die Aktion 3.Welt Saar für eine Schließung des Lagers Lebach ein und fordern Wohnungen statt Lager und Geld statt Sachleistungen. Beide Organisationen sind Teil eines europaweiten Netzwerkes in dem sich Menschen unterschiedlichen Alters sowie unterschiedlicher politischer wie religiöser „Farben“ uneigennützig für Flüchtlinge einsetzen. 

Opens external link in new windowHier geht es zum Redebeitrag der Aktion 3.Welt Saar beim Kolloquium "Migration und Europa" am 19.1.2012.

Freiheit oder Barbarei - Plädoyer für eine politische Lösung des Türkei-Kurdistan-Konfliktes

Die Türkei nimmt für Deutschland seit der Bismarckzeit und seit der türkischen Staatsgründung im Umfeld des 1. Weltkrieges eine zentrale geostrategische Rolle ein. Daraus resultiert deren politische wie militärische Unterstützung. Seit den 60er Jahren kam es zu einer Migration türkischer und kurdischer „Gastarbeiter“ nach Deutschland und seit dem Militärputsch von 1980 und dem Kampf der kurdischen Arbeiterpartei PKK um mehr Rechte für Kurden kommen Flüchtlinge aus der Türkei.
Als der IS im Kampf um die nordsyrische kurdische Stadt Kobâne im Februar 2015 seine erste militärische Niederlage erlitt, stand die bis dahin auch in Deutschland seit 1993 verbotene PKK und die mit ihr verbündete syrisch-kurdische Partei PYD (Partei der Demokratischen Union) im Mittelpunkt. Sie waren es die, unterstützt von den USA, den IS besiegten und zuvor tausende Yesiden im irakischen Sindschar Gebirge aus den Klauen des IS befreiten.

Die kurdische Seite hat der Türkei in den letzten 20 Jahren Vorschläge für eine politische Lösung gemacht und Zeitungen, TV Stationen und Parteien gegründet. Die Antwort der Türkei: Bomben, Liquidationen von KurdInnen, Zerstörung von über 3000 kurdischen Dörfern, Verbot von Zeitungen, TV Stationen und von kurdischen Parteien. Nur zwischen 2012-2015 verhandelte die türkische Regierung mit der PKK und deren Vorsitzenden Abdullah Öcalan. Sie brach die Verhandlungen ab, nachdem die PKK im Kampf gegen den IS erfolgreich war.

Der Vortrag diskutiert das schwierige Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei, die Rolle der PKK im Kampf gegen den IS und benennt Möglichkeiten für eine politische Lösung des Kurdistan-Konfliktes jenseits einer neuen Staatsgründung und unter Einschluss der PKK. Er beschreibt, was die deutsche Parteipolitik aber auch was deutsche und kurdische NGOs jenseits einer ethnischen Orientierung dazu beitragen können.

Opens external link in new windowHier geht es zum Vortrag (youtube) der Aktion 3.Welt Saar beim ASTA Referat für Antirassismus und Antifaschismus der Uni Trier am 13.2.2017.

Hier geht es zur gemeinsamen Opens external link in new windowSolidaritätserklärung der Aktion 3. Welt Saar und des Saarländischen Flüchtlingsrats zur Verhaftung der HDP-Abgeordneten in der Türkei im November 2016

No Way Out? Fluchtgrund Islamismus

Ein wesentlicher Teil der Menschen, die aktuell auf der Flucht sind, flieht vor Islamisten oder vor islamischen Regimen. Sie fliehen vor von diesen ausgehenden Terrorakten und Kriegshandlungen ebenso wie vor Unterdrückung und Verfolgung. Die Gründe sind vielfältig: Dazu gehören die Unterdrückung von Frauen und die Verfolgung wegen der sexuellen Orientierung. Verfolgt werden Angehörige nicht-muslimischer Religionen und Atheisten ebenso wie Muslime, die einer anderen Art von Islam anhängen, als es dem Religionsverständnis der Machthaber entspricht.
In Deutschland stammt die weitaus größte Zahl der Flüchtlinge aus Syrien. Verantwortlich für ihre Flucht sind der „Islamische Staat“ und andere islamistische Milizen, aber vor allem die vom Iran gestützte Assad-Diktatur. Ebenso fliehen viele Menschen aus Afghanistan, dem Irak, dem Iran und anderen islamischen Ländern. Angesichts der zum Teil gewaltsamen und nach dem gescheiterten Putsch verstärkten Re-Islamisierungsbestrebungen der türkischen Regierung und des Krieges der Türkei gegen die Kurden ist vermehrt mit der Flucht von Menschen aus der Türkei zu rechnen.

Der Vortrag stellt vor allem die islamismusspezifischen Fluchtgründe bei nach Deutschland fliehenden Menschen dar. Dies schließt eine kritische Betrachtung der restriktiven Asylpolitik Deutschlands und der EU ein.

Opens external link in new windowHier geht es zu einem Artikel des Kompetenzzentrums Islamismus  der Aktion 3. Welt Saar in der Zeitschrift iz3w, Nr. 356: "Hand ab, Kopf ab - Islamismus zwingt Millionen Menschen in die Flucht".

Opens internal link in current windowMehr Informationen gibt es beim Kompetenzzentrum Islamismus der Aktion 3. Welt Saar

Die rechte Hassliebe zum Islam

Die Demonstrationen von PEGIDA und das Parteiprogramm der AfD lassen scheinbar einen eindeutigen Schluss zu: Die rechtspopulistische und neonazistische Szene ist islamfeindlich. Der Kampf gegen Moscheebauten und Minarette, Forderungen nach Einwanderungsbeschränkungen von Moslems oder für ihre Abschiebung stehen schon lange auch weit oben auf der Agenda der „Bürgerbewegungen“ Pro Köln und Pax Europa sowie diverser anderer Rechtsaußenvereinigungen bis hin zur NPD oder Weblogs wie Politically Incorrect. Die Pro NRW-Mitglieder sehen sich als mutige Tabubrecher, die gegenüber fundamentalistischen Muslimen demonstrativ Mohammedkarikaturen zur Schau stellen.
Doch entgegen dieser verbreiteten Wahrnehmung sind wesentliche Teile der radikalen Rechten ausgesprochen islamfreundlich. Beide schimpfen auf die vermeintliche Dekadenz des „Westens.“ Bei den antimuslimischen rechten Gruppen hingegen erweist sich ihre vermeintliche Islamkritik bei näherer Betrachtung als Deckmantel für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Sie haben kein Problem mit dem Islam und bringen ihm bis in die AfD hinein sogar Sympathien entgegen, solange er in seinen „angestammten Ländern“ bleibt. Der Vortrag beleuchtet das Verhältnis unterschiedlicher rechter Strömungen zum Islam.
Opens external link in new windowHier geht es zum Mitschnitt der Veranstaltung „Die rechte Hassliebe zum Islam“ in Trier am 12. Juni 2013
https://www.a3wsaar.de/fileadmin/user_upload/dateien-2015/2015_Sommer_aib_Nr107_Es_gibt_keine_rechte_Islamkritik-1.pdf

Opens external link in new window Hier geht es zum Artikel des Kompetenzzentrums Islamismus der Aktion 3. Welt Saar: "Es gibt keine rechte Islamkritik", im Antifaschistisches Infoblatt, Sommer 2015, Nr. 107

Opens external link in new windowHier geht es zum Artikel des Kompetenzzentrums Islamismus der Aktion 3. Welt Saar „Braun ist keine Regenbogenfarbe“ in der Jungle World am 17.9.2009

Opens external link in new windowHier geht es zu einem Interview des Kompetenzzentrums Islamismus der Aktion 3. Welt Saar Interview zur Bürgerbewegung »Pro Köln«

Opens internal link in current windowMehr Informationen gibt es beim Kompetenzzentrum Islamismus der Aktion 3. Welt Saar
Foto: Antisemitischer Demonstrant (Berlin Juli 2014) mit Kufiya und der Zahl „88“ als Code für den Hitlergruß am Unterarm eintätowiert, © Foto Wikipedia

Islamophobie – Kampfbegriff gegen Islamkritik?

Schwere Zeiten für Kritiker des politischen Islam. Wer Zwangsheirat und Kopftuchzwang in muslimischen Familien ablehnt, sieht sich oft dem Vorwurf der „Islamophobie“ und des „antimuslimischen Rassismus“ ausgesetzt.
In dem Vortrag geht es um Fragen wie: Warum wird einerseits säkulare, emanzipatorische Kritik an islamisch begründeten Unterdrückungsstrukturen und Menschenrechtsverletzungen tabuisiert und auf der anderen Seite der Blick auf ordinären Rassismus und ordinäre Fremdenfeindlichkeit, die sich auch, aber nicht nur gegen Muslime richten, durch deren Umdefinition zum "antimuslimischen Rassismus" vernebelt? So spricht zum Beispiel kaum jemand von antikurdischem oder antitürkischem Rassismus.
Ist der Islam mit der Aufklärung – zum Beispiel den individuellen Freiheitsrechten – vereinbar?
Gibt es einen eigenständigen islamischen Antisemitismus?
Der Unterschied zwischen linker, aufgeklärter Islamkritik und rechtspopulistischer Moslemfeindschaft soll näher beleuchtet werden und überlegt werden, wie den  massiver werdenden Versuchen, Kritiker mundtot zu machen, begegnet werden kann. Thematisiert wird auch die oft unterschlagene Tatsache, dass der Islam in der äußersten Rechten nicht nur Feinde, sondern auch Freunde hat.

Opens external link in new windowHier geht es zum Artikel des Kompetenzzentrums Islamismus: „Über Moslems nur Gutes“ in Konkret Nr.10/207

Opens external link in new windowHier geht es zum Artikel des Kompetenzzentrums Islamismus „Pflicht zur Differenz. Linker Kulturrelativismus und rechter Ethnopluralismus oder Pro Asyl meets Otto von Habsburg.“ In Konkret Nr. 12/2006

Opens internal link in current windowMehr Informationen gibt es beim Kompetenzzentrum Islamismus der Aktion 3. Welt Saar

Kriterien und Richtlinien für einen Dialog mit Islamverbänden und für Islamunterricht

Ein Arbeitspapier des Kompetenzzentrums Islamismus der Aktion 3.Welt Saar

Was ist, wenn muslimische Gemeinden ein Minarett bauen wollen und Islamunterricht möchten? Wie sollen sich Mandatsträger/innen und Verwaltungen in Bundesländern und in den Kommunen dazu verhalten: zustimmen, ablehnen, Bedingungen stellen? Und auf welcher Grundlage kann man Gespräche mit Islamverbänden führen? Eine Arbeitsgruppe des Kompetenzzentrums Islamismus der Aktion 3.Welt Saar hat zu diesen Fragen im Zeitraum von März bis August 2015 ein Kriterienpapier erarbeitet. Dort werden Minimalstandards für Gespräche mit Islamverbänden und zur Einführung von islamischem Religionsunterricht formuliert. Das Kriterienpapier richtet sich an Mandatsträger/innen, an Entscheidungsträger/innen in Verwaltungen und an andere Interessierte. Die AutorInnen stehen für Diskussionsveranstaltungen zur Verfügung.
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Hier geht es zum "Kriterienpapier für Islamgespräche und für Islamunterricht"des Kompetenzzentrums Islamismus der Aktion 3.Welt Saar sowie zu zwei Interviews beim Saarländischen Rundfunk über das Kriterienpapier


Opens external link in new windowHier geht es zum Artikel des Kompetenzzentrums "Auf dem Weg zum Moscheenprivileg", Jungle World, 10.12.2015

Opens internal link in current windowMehr Informationen gibt es beim Kompetenzzentrum Islamismus der Aktion 3. Welt Saar

Multikulturelle Gesellschaft – Auslaufmodell oder Erfolgsstory?

Deutschland ist ein Einwanderungsland. Das Zusammenleben von Menschen
unterschiedlicher nationaler, kultureller und religiöser Herkunft und
Identität ist eine Tatsache. Dies wird heute selbst von konservativen
Politikern nicht mehr bestritten. Unterschiedlich bewertet und
kontrovers diskutiert wird jedoch der Zustand der multikulturellen
Gesellschaft und die Frage, wie damit umzugehen sei. Wie ist es um
Menschen- und insbesondere Frauenrechte innerhalb von
Migrantencommunities bestellt? Sollen Außenstehende sich da überhaupt
einmischen oder innerhalb welcher Grenzen sollen sie es? Wie ist mit der
von Politikern erhobenen Forderung nach Anpassung an eine „deutsche
Leitkultur“ umzugehen?

Opens external link in new windowHier geht es zur Flugschrift der Aktion 3. Welt Saar vom Winter 2009/2010: „Bye bye Multikuli – Es lebe Multikulti“

Opens external link in new windowUnd hier zu Interviews und Reaktionen auf die Multikulti-Flugschrift

Geschichte des islamischen Antisemitismus

Der Vortrag geht den historischen Ursprüngen islamischer Judenfeindschaft nach. Er beleuchtet ihre Entwicklung von der Zeit des Koran über ihre Formen im islamischen Herrschaftsbereich des Mittelalters bis zu ihrer Verschmelzung mit dem europäischen eliminatorischen Antisemitismus. Er zeigt auf, wie diese Entwicklung 1928 in Ägypten zur Gründung der Muslimbruderschaft als der Mutterorganisation des modernen Islamismus führte und in der Kollaboration Amin Al-Husseinis, des Mufti von Jerusalem, mit den Nationalsozialisten gipfelte - was bis heute in der palästinensischen Nationalbewegung nicht aufgearbeitet wurde. Nachgezeichnet werden die Linien, die seither von der Gründung des jüdischen Staates und den gegen ihn geführten Kriegen bis zum palästinensischen Terrorismus und den iranischen Vernichtungsabsichten sich in dem Bestreben äußern, Israel von der Landkarte zu tilgen.

Das Kompetenzzentrum Islamismus der Aktion 3. Welt Saar führte das Interview „Patriarchale Zwänge und Antisemitismus bei Kindern von Migranten – und warum das alles kein Schicksal ist.“ mit der in Saarbrücken lebenden Kurdin Viyan* über ihre Arbeit mit migrantischen Jugendlichen. Opens external link in new windowHier geht es zum Interview

Opens internal link in current windowMehr Informationen gibt es beim Kompetenzzentrum Islamismus der Aktion 3. Welt Saar

Foto: Anti-Israelische Demonstration in Saarbrücken, 17.7.2014

Antisemitismus im Fußball

und das seltsame Schweigen vieler Fans und Funktionäre.

Der Vortrag wird präsentiert von „… in den Lauf. Fußball, Fans, Kultur. – Eine Gruppe der Aktion 3. Welt Saar

„Wir bauen eine U-Bahn von … nach Auschwitz“. Dieser Slogan – der Ort in der Mitte wird dabei ausgetauscht – wird Woche für Woche in Fußballstadien gesungen. Antisemitismus hat im Fußball seinen Platz, analog zu seiner Präsenz in der Gesellschaft. Der Begriff „Jude“ wird im Fußball durchgängig als Schimpfwort benutzt gegenüber gegnerischen Fans, gegnerischen Vereinen oder dem Schiedsrichter. Bei solchen Sprüchen fällt auf, dass Polizei und Vereinsordner daneben stehen, aber meist nicht eingreifen. Auffallend ist, dass antisemitische Beschimpfungen in den letzten Jahren in den oberen Ligen abgenommen, dafür aber in den unteren Ligen zugenommen haben. Neben der Medienpräsenz liegt dies auch an der Gegenbewegung von Seiten der Fans. Die Faninitiative „Schickeria München“ organisiert jährlich in den Sommerferien das antirassistische Kurt-Landauer-Turnier; Kurt Landauer war der jüdische Präsident des FCB vor und nach dem „Tausendjährigen Reich“. Als überzeugte und praktizierende Fußballfans richten sich die Referenten mit ihrem Vortrag an alle, die die oben beschriebenen Phänomene aus eigener Anschauung kennen, sich bisher aber nicht trauten, im Stadion aktiv dagegen vorzugehen. Zur Veranstaltung eingeladen sind auch allgemein an Fußball Interessierte, die nicht ins Stadion gehen, sondern Fußball via TV und Printmedien konsumieren.

General Paul von Lettow-Vorbeck – Vom Kaiser geehrt, vom Führer geliebt

Ein Vortrag zur deutschen Kolonialgeschichte am Beispiel des in Saarlouis geborenen Kolonialmilitär Paul von Lettow-Vorbeck (1870 - 1964).

Heute wie damals werden Helden bebraucht, vor allen Dingen unbesiegbare Helden. Da wird auch schon mal die Geschichte zurechtgestutzt und unbequeme Fakten fallen unter den Tisch. Der in Saarlouis geborene deutsche General von Lettow-Vorbeck ist ein solcher Held: Dass er 1904 an der Ermordung von 60.000 Herero in Deutsch-Südwest-Afrika (heute Namibia) beteiligt war und den Nazis später als gern gesehener Redner diente, fällt unter den Tisch. Lettow-Vorbeck ist immer noch Ehrenbürger von Saarlouis. In der ganzen Bundesrepublik gibt es nach ihm benannte Straßen, so auch im saarländischen Völklingen. Ein Gedenken an seine Opfer findet bis heute in Deutschland nicht statt.

Opens internal link in current windowHier geht es zur Flugschrift zum gleichnamigen Thema

Afrika ist schwarz. Wirklich? - Vortrag Rasisstische AfrikaBilder in Kinderbüchern - eine kritische Reflexion

Die Ankündigung des Verlages, das Wort „Neger“ aus dem Kinderbuch „Die kleine Hexe“ von Otfried Preußler zu streichen, löste eine heftige pro und contra Debatte aus. Die einen schworen auf die Unveränderbarkeit von Literatur, die anderen begrüßten die Streichung eines offensichtlich rassistischen Begriffes.
Auch heute noch werden Menschen aus Afrika in öffentlichen Debatten gerne in einem Atemzug mit Tieren genannt sowie als irgendwie seltsam und exotisch hingestellt. Und Afrika ist schwarz. Afrika ist arm. Afrika ist ursprünglich. Afrika ist exotisch. Afrika ist unterentwickelt. Afrika leidet an Hunger, Krieg, Korruption, Naturkatastrophen und ethnischen Konflikten. All das „wissen“ wir in Europa über Afrika. Schließlich „braucht Europa ein unterentwickeltes Afrika, um sich selbst als entwickelt zu sehen“, so der Geograph Dr. Philippe Kersting von der Universität Frankfurt. Es ist beeindruckend, wie aktuell und deutungsmächtig koloniale Afrikabilder „in unseren Köpfen“ noch sind. „Rassistische AfrikaBilder im Kinderbüchern“ –  ist eine Spurensuche der Aktion 3.Welt Saar. Am Beispiel Afrikas nimmt die Referentin den offenen und versteckten Rassismus in deutschen Kinder- und Jugendbüchern unter die Lupe. Sie präsentiert alte und neue Kinderbücher und zeigt, wie sich die große nationale Politik auch im scheinbar unpolitischen Kinderbuch niederschlägt.
Neben einem historischen Abriss, der anschaulich macht, wie bereits die deutsche Kolonialzeit in Kinderbüchern dargestellt wurde, beschäftigt sie sich mit aktuellen Kinder- und Jugendbüchern. Sie stellt positive wie negative Beispiele dar und präsentiert Kriterien für eine nicht-rassistische Buchauswahl. Ein Kapitel widmet sich dem Afrikabild in den Kinder- und Jugendbüchern der DDR. Der Einfluss dieser Bücher in der Erziehung ist unterschiedlich groß. Sie sind ein Spiegelbild der herrschenden Werte einer Gesellschaft. Und dazu gehört auch der Blick auf das „Fremde“, auf die „Anderen“. Wer sind beispielsweise die Helden - Leute, die im Land leben, oder bilden Einheimische nur eine exotische Kulisse für weiße Hauptdarsteller? Wie wird Afrika dargestellt? Reduziert auf Hunger, Not und Elend? Sind die Illustrationen klischeehaft oder haben auch Schwarze individuelle Gesichtszüge? Werden Menschen anderer Kulturen pauschal als gut oder schlecht dargestellt?

Hier geht es zur Flugschrift "Afrika ist schwarz. Wirklich? - AfrikaBilder in Kinderbüchern - eine kritische Reflexion"

Artikel von Gertrud Selzer Ende 2013 einen Artikel in der Broschüre "Sambaabende, Asyldebatte und Interkulturalität in Leipzig" (PDF, 3,5 MByte)

Ein Mitschnitt des Vortrags "AfrikaBilder - Rassismus im Kinder- und Jugendbuch" (Regensburg, 2013) ist hier zu hören.

Einsteigern oder Reisenden in Eile empfehlen wir: 8minütiges Interview von Radio F.R.E.I., Erfurt, mit Gertrud Selzer.

Hier geht es zur Literaturliste "Afrika im Kinderbuch" (pdf)

                                                   Die Erstellung des Vortrages wurde gefördert von:

Wie kritisch ist Critical Whiteness? Zur Kritik des neueren Antirassismus

Vertreter der Critical Whiteness (CW), der Kritischen Weißseinsforschung, haben in zentralen Punkten Recht. So ist es wichtig, zu lernen, auch bei weißen Antirassisten vorhandene, oft unbewusste rassistischen Stereotype selbstkritisch zu erkennen. Jedoch sind derartige Forderungen nach selbstkritischer Reflexion nicht neu, sondern waren zuvor schon Bestandteil der Rassismuskritik. Die unzutreffende Behauptung, bis dato übersehene Lücken und blinde Flecken im antirassistischen Diskurs erstmals sichtbar gemacht zu haben, dient den CW-Vertretern dazu, ihren Ansatz als originell zu verkaufen.
Leider bleiben einflussreiche Teile der CW-Verfechter nicht bei der Analyse subtiler rassistischer Strukturen stehen, sondern fallen hinter die emanzipatorischen, herrschaftskritischen Ansätze des klassischen Antirassismus zurück: Sie führen durch die Hintertür biologistische Kategorien wieder ein. Weiße sind nach ihrem Verständnis an sich in einer privilegierten Situation. Ihnen wird das Recht abgesprochen, aus sich heraus eine kritische Position zum Rassismus einzunehmen. Die Definitionsmacht, was rassistisch ist und was nicht, wird ausschließlich Menschen nichtweißer Hautfarbe, den „People of Color“, zugestanden.

Der Vortrag setzt sich vor allem mit dieser Rückkehr biologistischer Kategorien im Gewand des Antirassismus auseinander. Diese Ausformung von CW wird als Neuauflage des Kulturrelativismus im modernen Gewand analysiert.

Opens internal link in current windowHier können Sie den Vortrag als Podcast hören oder laden.

Opens external link in new windowHier geht es zum Interview „Wir teilen den sprachlichen Rigorismus nicht“ in der Zeitschrift Phase 2 (Heft 51/2015) mit Mitarbeitern der Aktion 3.Welt Saar.

Mali–Intervention der französischen Armee - Kampf gegen Islamismus oder neokolonialer Terror?

Menschen in Mali haben den Armeeeinsatz im Januar 2013 zum Teil enthusiastisch begrüßt. Pax Christi Mali beispielsweise sprach sich für die Intervention aus. Aber welche Motive gab es für den Einsatz? Ging es um Menschenrechte und (oder) um Bodenschätze. Die französische Armee intervenierte gegen – jetzt wird es schwierig – den islamistischen Terror, wie sie es selbst formulierte. Stimmt nicht, sagen die GegnerInnen der Intervention: Es ging um Rohstoffinteressen (Uran vor allem) und die Sicherung der französischen Einflusssphäre in diesem Teil Afrikas.

Thema der Veranstaltung sind die zwei gegensätzlichen Positionen und das damit verbundene ethische Dilemma: Einerseits eine radikal pazifistische Position, wonach eine Militärintervention eines Industriestaates in ein Land des globalen Nordens / der sog. 3.Welt immer per se abzulehnen ist, weil sie imperialen Interessen dient und den Zugriff auf Rohstoffe im Visier hat sowie die Sicherung der eigenen Einflusssphäre. Andererseits eine pragmatische, die diese imperialen Interessen nicht leugnet, aber fragt, ob mit der Intervention, sozusagen als Nebenprodukt, Menschenrechten zum Durchbruch verholfen wird. Auch die Abschaffung der Sklaverei in den USA hatte ökonomische Motive, war aber für die Betroffenen ein großer Schritt in eine freiere Welt. Beide Positionen berufen sich auf die Menschenrechte und reklamieren für sich eine Leitbildfunktion. Im Rahmen der Veranstaltung sollen beide Positionen incl. des damit verbundenen ethischen Dilemmas dargestellt werden.
Hier geht es zum Mitschnitt unserer Veranstaltung vom 17.7.2014 in Saarbrücken mit Klaus Blees und Hans Wolf, beide Aktion 3.Welt Saar, Dauer (inklusive Diskussion): 1h45m

Hier wird Politik gezockt

Vortrag zur Bertelsmann Stiftung und Initiative neue soziale Marktwirtschaft

Das diskrete Wirken von politischen Lobbyisten ist das Thema des Vortrags. Der Referent setzt sich damit auseinander, inwieweit diese beiden Lobbyorganisationen die Demokratie gefährden, indem sie an demokratisch gewählten und legitimierten Strukturen vorbei Einfluss auf Gesetze nehmen.
Sowohl die vom Metall-Arbeitgeberverband finanzierte "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)" wie auch die "Bertelsmann Stiftung" fahren doppelgleisig: Neben der klassischen Form des Lobbyismus, diskrete Absprachen zu treffen, suchen beide  Organisationen bewusst die Öffentlichkeit und präsentieren die Ergebnisse ihrer informell
eingefädelten Vereinbarungen in Form von Expertisen und in Talkshows. Ihr Ziel: Freier Kapitalfluss und neoliberale Globalisierung. Ihre "natürlichen Gegner" sind demnach Gewerkschaften, Parlamente, demokratische Entscheidungsstrukturen, Tarifverträge und politische Regelungen zu Gunsten sozial Schwacher. Eben all dies, was die freie Entfaltung des Kapitals behindert. Nur ganz so offen kann dies nicht formuliert werden. Es würde auffallen, der antidemokratische Geist käme zu Tage. Also organisiert und publiziert man wie die Bertelsmann Stiftung Tagungen, Konferenzen und "wissenschaftliche" Expertisen oder arbeitet wie die INSM mit Botschaftern aus Parteien, Sport, Publizistik und Wirtschaft.

Opens internal link in current windowHier geht es zur Flugschrift zum gleichen Thema.

Scheitern wir am Wachstum und warum kann die Politik die Misere der Wirtschaft nicht stoppen?

„Gierige Heuschrecken, Banker und faule Griechen sind schuld an der Misere. Sie greifen uns in die Taschen, während wir gut und ehrlich arbeiten.“
Dies sind beliebte Erklärungsmuster für die Finanz- und Wirtschaftskrise, wie sie weiter von der Wahrheit nicht entfernt sein könnten. Aber diese "Analyse" hat ein traurig-berühmtes Vorbild: den Nationalsozialismus. Maßgeblich für dessen Aufstieg waren verbreitete oberflächliche, falsche und gefährliche Interpretationen und ideologische Verarbeitungsformen der Krise.
Lässt sich die Krise wirklich so erklären oder hat sie tiefer liegende Ursachen wie den schier unvermeidlichen Zwang zu Wachstum und zur Überproduktion?
•    Wie hängen Finanzsektor und Realwirtschaft zusammen?
•    Warum werden immer wieder finanzpolitische Blasen produziert?
•    Warum ist es nicht möglich, den enormen Produktivitätsgewinn der letzten Jahrzehnte in ein gutes Leben für alle Menschen zu übersetzen?
•    Warum werden in öffentlichen Debatten (z.B. Sarrazin) stattdessen immer mehr Menschen de facto für "überflüssig" erklärt?
•    Warum produzieren wir eigentlich immer mehr und wollen ein steigendes Bruttosozialprodukt, ohne dass es deswegen besser wird für die Menschen? Sind wir Gefangene unseres Wachstumszwangs?
•    Warum sind die Banken “systemrelevant" und nicht die Menschen?
•    Warum kann auch grünes Wachstum (New Green Deal) nicht funktionieren und schadet der Umwelt?
•    Wenn schon Krise, dann wenigstens keine falsche Krisenanalyse. Denn ohne richtige Untersuchung der Krise gibt es keine richtigen Antworten auf sie.

Opens external link in new windowHier geht es zu einem Radiobeitrag des Vortrages vom 29.10.2011 

Scharfer Chili, sanfte Vanille, aromatischer Ingwer: Eine spannende Entdeckungsreise in die Welt der Gewürze und des Welthandels

Sie kochen gern? Sie essen gern? Dann sind Sie genau richtig für diese Performance mit Gewürzen und Düften. Wie kommt der Geschmack ins Essen ? Wie kommt Maggi in die Flasche und wo wächst Maggi?

Es geht um einen bewusste Umgang mit Lebensmitteln, insbesondere mit Gewürzen. Längst sind Gewürze zu einem alltäglichen Bestandteil unserer Nahrung geworden. Eine Nahrung, deren Geschmack zunehmend mit künstlichen Aromen und Geschmacksverstärkern auf Weltmarktniveau nivelliert wird.

Neben der praktischen Anwendung zum Kochen und zum Wohlbefinden erzählen wir einiges vom Gewürzhandel im Mittelalter, um den sich manch spannende Geschichte rankt. Und wir erzählen vom so genannten ‚freien’ Welthandel heute, der Gewinner und Verlierer kennt. Letztere sind meist unsichtbar. Wir plädieren im Umgang mit Lebensmitteln für mehr Autonomie und Experimentierfreude. Spaß am Kochen und Essen sowie eine gehörige Portion Misstrauen zu der bunten Welt der naturidentischen Aromastoffe.

Agrotreibstoffe - E10 weder öko, noch fair

Warum Energie dezentral produziert werden soll.

Agrotreibstoffe wie Palmöl oder Soja sollen das Energieproblem lösen und langfristig Erdöl ersetzen. Sie sind weder sonderlich ökologisch, noch CO² neutral noch besonders fair. Brandrodung von Regenwäldern, Landraub und Vertreibung, pesztizidreiche Monokulturen sind da nur einige der verheerenden Folgen. Immer mehr werden auch Ländereien im Süden durch multinationale Konzerne aufgekauft, um den Energiehunger des Nordens zu stillen. 

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Wissenschaft als Täuschung

© Archiv für Zeitgeschichte, ETH Zürich

Vortrag zu dem Wissenschaftstheoretiker Ludwik Fleck

Der jüdische Arzt, Philosoph und Wissenschaftshistoriker Ludwik Fleck wurde am 11. Juli 1886 im polnischen Lwów (Lemberg) geboren, das heute zur Ukraine gehört. Fleck war Seuchenmediziner, hat aber auch grundlegende Arbeiten zur Entstehungsgeschichte wissenschaftlicher Theorien veröffentlicht.
Fleck konnte zeigen, dass sich Wissenschaft im Gegensatz zu selbstgesetzten Idealen nicht entlang rationaler Vorgaben entwickelt. Was als Tatsache und Erkenntnis gilt, hängt von vorwissenschaftlichen Vorstellungen ebenso ab wie von der akzeptierten Sichtweise der Gruppe, der jemand angehört. Fakten, die den jeweils anerkannten Auffassungen widersprechen, werden nicht wahrgenommen oder erscheinen in der Wahrnehmung so zurechtgebogen, dass sie passen. Fleck spricht von "Harmonie der Täuschungen".
Ludwik Fleck, der die Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald überlebte, starb am 5. Juni 1961, in Ness Ziona, Israel.
Der Vortrag erörtert seine Bedeutung für die Frage, ob es allgemeingültige Wahrheiten gibt oder Erkenntnisse immer relativ sind.

Die Idee des Sozialismus

Über Anton Pannekoek

Der Niederländer Anton Pannekoek geboren am 2. Januar 1873, gestorne am 28. April 1962 war einer der sozialistischen Theoretiker und Aktivisten, die weder im autoritären Sozialismus sowjetischer Prägung noch in der Sozialdemokratie Verbündete im Kampf gegen den Kapitalismus sahen. Grund genug, ihn totzuschweigen. Von Beruf war Pannekoek Astronom, das astro-physikalische Institut der Universität Amsterdam ist nach ihm benannt. Politisch und publizistisch tätig war der Weggefährte Rosa Luxemburgs von Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die 50er Jahre.
Er kritisierte gleichermaßen den westlichen Kapitalismus wie auch den sowjetischen Staatskapitalismus. Davon ausgehend untersuchte er, wie sich Ideen aus den gesellschaftlichen Verhältnissen heraus entwickeln. Das führte ihn auch zu der Frage nach den Entstehungsbedingungen und der sozialen Funktion von Religion ebenso wie zu den oft unhinterfragten und unangetasteten Methoden wissenschaftlicher Erkenntnis.
Der Vortrag stellt Leben und Werk dieses Theoretikers vor und gibt Auskunft zu der Frage "Was hat er uns heute noch zu sagen?"

Das Foto wurde uns mit freundlicher Genehmigung des Astronomischen Instituts Anton Pannekoek, Universität Amsterdam zur Verfügung gestellt

Kinderarbeit - wem nützt sie?

Warum Kinderrechte der beste Schutz gegen Kinderarbeit sind.

Kinder arbeiten in der 1. wie in der 3. Welt. Entscheidend ist nicht die Frage, ob sie es tun, sondern was und wie sie es tun: freiwillig, um sich Konsumbedürfnisse zu befriedigen oder gezwungen, um zu überleben. Und: Wie sind ihre Arbeitsbedingungen? Das Mitleid für die Schuhputzjungen und für Kinder auf Baumwollfeldern in der 3. Welt verstellt den Blick auf die Gründe und Bedingungen von Kinderarbeit. Ein pauschales Verbot hilft den Kindern nicht weiter, sondern verlagert das Problem in die Illegalität. Die Arbeitsbedingungen gehören ebenso auf den Prüfstand wie die Frage nach den Nutznießern. Ein Plädoyer für Kinderrechte.

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