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Aktuelles

Neue Flugschrift: „Fairer Handel – Ist eine bessere Welt käuflich?“

Pressemitteilung, 27. November 2015

Veröffentlicht am 27.11.2015

Neue Flugschrift: „Fairer Handel – Ist eine bessere Welt käuflich?“
Aktion 3.Welt Saar und Ökumenisches Netz Rhein-Mosel-Saar

Der Faire Handel hat Erfolge, aber auch große Leerstellen – Eine Debatte ist nötig

Losheim am See / Koblenz. Der Faire Handel verspricht, die Welt durch Konsum sozial gerechter zu machen und hat jährlich ein zweistelliges Wachstum. In der am 27. November erschienenen Flugschrift „Fairer Handel – Ist eine bessere Welt käuflich?“ setzt sich ein Redaktionsteam aus MitarbeiterInnen der Aktion 3.Welt Saar und des Ökumenischen Netzes Rhein-Mosel-Saar kritisch mit dem Fairen Handel auseinander.

„Manche Fair-Handels-Akteure berauschen sich am enormen Wachstum des Fairen Handels und verlieren darüber die politische Auseinandersetzung aus dem Blick. Eine bessere Welt ist nicht käuflich, sonst hätten wir sie schon“, so Wolfgang Johann, der für die Aktion 3.Welt Saar in der Redaktion mitgearbeitet hat. In der Flugschrift werden Erfolge des Fairen Handels benannt, aber auch seine Grenzen. Die HerausgeberInnen kommen aus der Fair-Handels-Praxis und haben enge Bezüge zur Fair-Handels-Szene, zum Beispiel durch das Betreiben eines Weltladens. Aber sie teilen nicht die (Wachstums-)Euphorie vieler Fair-Handels-Akteure, weil sie den Fairen Handel im Zusammenhang des ‚Ganzen’ der kapitalistischen Gesellschaft reflektieren. Diese Gesellschaftsformation stößt an die Grenzen ihrer Reproduktionsmöglichkeiten. Dies zeigt sich in den vielfältigen globalen Krisen.

Deshalb fragen sich die AutorInnen der Flugschrift, ob eine bessere Welt käuflich ist und es überhaupt einen fairen Kapitalismus geben kann? Der Faire Handel suggeriert, dass die Welt besser wird, wenn viele kleine Menschen viele kleine und ‚gerechte‘ Käufe tun. Aber genau das ist eine Illusion. Das Leben einiger Menschen kann verbessert werden, was schon sehr viel ist. Dies greift aber angesichts der globalen Überlebenskrisen zu kurz. „Daher wäre es an der Zeit, dass sich der Faire Handel an seine Ursprünge der Kritik an den Strukturen des Welthandels erinnert und diese weiterführt zur Kritik des Kapitalismus, dessen zerstörerische Dynamik ‚das Ganze’ bedroht“, so Herbert Böttcher vom Ökumenischen Netz Rhein-Mosel-Saar.

Die vierseitige Publikation erscheint als Beilage in der „taz.die tageszeitung“, im „Neuen Deutschland“, der Wochenzeitung „Jungle World“ und in mehreren Fachpublikationen. Die Gesamtauflage beträgt 140.000 Exemplare, davon sind 50.000 Exemplare zum freien Verteilen. Zusätzlich wird sie an über 1.200 Weltläden und entwicklungspolitische Aktionsgruppen versandt. Die HerausgeberInnen verstehen die kritische Fair-Handels-Flugschrift als Angebot zur Diskussion und sind bereit, an Veranstaltungen und Podien teilzunehmen.

Laden Sie die Flugschrift als PDF-Datei (2,5 MByte).

Die Flugschrift ist kostenlos auch in größerer Stückzahl zur öffentlichen Auslage und Beilage in Zeitschriften erhältlich bei:
Aktion 3.Welt Saar e.V.
Weiskirchener Str. 24,
66679 Losheim am See
mail(at)a3wsaar(dot)de
www.a3wsaar.de
Tel.: 06872 / 9930-56

Ökumenisches Netz Rhein-Mosel-Saar e.V.
Löhrstr. 51
56068 Koblenz
info(at)oekumenisches-netz(dot)de
www.oekumenisches-netz.de
Tel.: 0261 / 2968 1691

Leseprobe:
(aus dem Überblicksartikel)
„Mit seiner Aufklärungsarbeit über ungleiche Handelsbeziehungen kann der Faire Handel auf enorme Leistungen verweisen. Der Marsch durch die Ladenregale schleift jedoch die politische Zielsetzung des Ansatzes ab….Er entfaltet eine enorme Suggestionskraft, indem er verspricht, eine sozial gerechtere und nachhaltigere Welt sei käuflich.
(…)
Übersehen wird, dass soziale Gerechtigkeit nicht teilbar ist. Die Öffnung des Fairen Handels für Großkonzerne wie Lidl oder Starbucks hat die niedrigen Standards der Labelorganisationen offenbart. Dieser Missstand ist gleichzeitig ein Garant für die Popularität des Fairen Handels. (…) Ebenso wenig ist das Gros der Fair-Trade-Akteure sonderlich aufgefallen bei den Kämpfen gegen eines der größten Programme zur Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben vor der eigenen Haustür: die rot-grüne Agenda 2010 mit Hartz IV. Dass heute gerade aus dem rot-grünen Milieu der Faire Handel als Symbol für soziale Gerechtigkeit propagiert wird, ist nur ein weiterer Hinweis darauf, dass soziale Gerechtigkeit als teilbar angesehen wird. (…)

(aus dem Artikel „Der Blick aufs ‚Ganze‘“)
„Aber wäre es nicht doch möglich, ökologisch und sozial zu produzieren? Leider ist es gleichgültig, was produziert wird. Wesentlich ist, dass produziert wird, nämlich Waren als Träger von Wert. Ob der Wert in Nahrungsmitteln oder in Mordinstrumenten dargestellt wird, ist nebensächlich. Im Kapitalismus kommt es auf etwas Abstraktes an: die Produktion von Wert, der sich beim Verkauf auf dem Markt realisieren muss. (…) Wir können die Zwänge zwar kritisch reflektieren und uns so davon distanzieren, (…) sind aber auch darin verwoben und damit herabgestuft zu Unterworfenen, die unter den (…) diktierten Bedingungen Waren produzieren und zu Markte tragen. Wer dazu nicht gebraucht wird, ist ‚überflüssig‘, ein die Verwertung belastender Kostenfaktor. Dies macht ethisches Handeln innerhalb dieses Systems quasi unmöglich. (…) Dennoch sind radikale Kritik des Kapitalismus und Fairer Handel nicht prinzipiell unvereinbar, wenn Fairer Handel selbstkritisch seine Reichweite reflektiert und eine Welt freier Menschen, die von ihnen bewusst gestaltet wird, nicht im Ladenregal sucht. Oder, um es mit Bertolt Brechts ‚heiliger Johanna der Schlachthöfe‘ zu sagen: ‚Sorgt doch, dass ihr die Welt verlassend nicht nur gut wart, sondern verlasst eine gute Welt.‘“

Aktion 3.Welt Saar e.V.
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/ 9930-56
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Opens external link in new windowRadiointerview - Fair Trade - ist eine bessere Welt käuflich? mit Wolfgang Johann von der Aktion 3.Welt , 9.12.2015, Radio Z (Nürnberg)

Opens external link in new windowNiederländische Übersetzung der Flugschrift "Fairer handel - Ist eine bessere Welt käuflich"

 

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