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Grußworte - 30 Jahre Aktion 3. Welt Saar

Antifa Saar / Projekt AK

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde von der Aktion 3. Welt Saar.

zuallererst: Alles Gute zum Dreißigsten!

Mit euren drei Jahrzehnten habt ihr nun schon mehr auf dem Buckel als so einige unserer Mitglieder, und ihr seid mehr als doppelt so alt wie die Antifa Saar. Für soviel Durchhaltevermögen, noch dazu in der nicht immer freundlich gesinnten Provinz, gebührt euch unser größter Respekt.

Euer langer Atem macht zweierlei deutlich: dass das Entwicklungsland, dessen Zivilisierung ihr euch auf die Fahnen geschrieben habt, noch immer nicht auf einem Stand angekommen ist, wo man sich zurücklehnen könnte und sagen: so lässt sich's aushalten, hier kann man sorgenfrei leben. Und dass es, sofern man die Emigration nicht als ernsthafte Alternative in Betracht ziehen möchte oder kann, gut ist, dass es noch Menschen gibt wie euch, die nicht müde werden, gegen die verschiedensten Widerstände anzurennen und den Finger in die Wunden zu legen. Und obwohl diese Widerstände so zahlreich sind, und man manchmal jahrelang, bisweilen auch vergebens, gegen sie anrennen muss, so habt ihr doch, manchmal auch im Bündnis mit uns, durch Beharrlichkeit und den notwendigen Druck manche Dinge erreichen können, die das Elend der Verhältnisse für einige Menschen wenigstens ein wenig lindern konnten. Erwähnt sei hier die Gründung des Saarländischen Flüchtlingsrates, der für Menschen, die aus den verschiedensten Gründen zur Flucht nach Deutschland gezwungen wurden, eine Anlaufstelle bietet und ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht, und den Regierungen dieses Landes bei ihrer menschenverachtenden Abschiebepraxis auf die Finger klopft. In diesem Zusammenhang unbedingt zu erwähnen ist auch euer Einsatz gegen den Abschiebeknast in Ingelheim und die unwürdige Unterbringung im Lager Lebach.

Und ihr habt euch bisweilen auch eingemischt in innerlinke Debatten, wie etwa mit eurer Flugschrift „Solidarität mit Israel“, die dem im Gewand des „Antizionismus“ daherkommenden linken Antisemitismus den Kampf angesagt hat. Die notwendigen Brüche in einer politischen Szene, die eure Flugschrift entscheidend mit angeregt hat, haben dazu geführt, dass es zu diesem Thema heute entscheidend fortschrittlichere Positionen im Saarland (und auch außerhalb) gibt.

Es ist gut zu wissen, dass es Mitstreiter_innen wie euch gibt, die die saarländische Gemütlichkeit, etwa wenn es um den Umgang mit der Geschichte geht, zu stören gewillt sind und etwa jenen beharrlich auf die Füße treten, die noch immer meinen, ein General von Lettow-Vorbeck wäre ein Mann von Vorbildcharakter, der in positiver Erinnerung zu halten sei.

Nicht immer waren wir einer Meinung. Manchmal haben wir uns überzeugen lassen, in anderen Fällen auch nicht. So sind uns schwarz-rot-goldene Milchkühe auch heute noch unsympathisch.

Liebe Aktion 3. Welt Saar, es gibt noch immer sehr viel zu entwickeln, und auch wenn es nochmal 30 Jahre lang dauern sollte, wünschen wir euch und uns weiterhin die notwendige Ausdauer, sich auch in Zukunft dort einzumischen, wo die saarländischen Verhältnisse am widerwärtigsten sind.

Es gibt noch viel zu tun. Wir sind mit dabei.

Antifa Saar / Projekt AK

Sigrid Appel - Vorstandsmitglied im Saarländischen Flüchtlingsrat e.V.

30 Jahre  Aktion 3. Welt Saar – Hut ab!!!!!!!

Seit 30 Jahren kämpft die Aktion 3. Welt nun schon um mehr Fairness, Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Schutz des Individuums, Naturschutz  und, und , und………..
Ich spreche dieser Organisation ein uneingeschränktes Lob aus für
die Ziele, für die sie kämpft----sie entsprechen de facto meinen Vorstellungen von einer besseren Welt, bzw. einem besseren Umgang der Menschen miteinander und mit der Natur
die Ausdauer und die Energie, mit der sie sich für diese Ziele einsetzt, allen Schwierigkeiten zum Trotz
die manchmal etwas ungewöhnlichen Aktionen , die sie im Kampf um ihre Ziele durchzieht
Ganz besonders gut gefällt mir persönlich der „ Biss“, der die Aktion 3. Welt Saar auszeichnet.  Die  intellektuell-ironische Weise, in der ein Mitglied der Aktion 3. Welt Saar in der Öffentlichkeit zu diskutieren pflegt, hat „was“.  Mich freut es immer wieder, wenn „ der Bösewicht“  ohne jegliche Zuhilfenahme der Fäkaliensprache so richtig „zur Sau gemacht“ wird.         

Genug der persönlichen Ergüsse. Ich bin dankbar, dass die Aktion 3. Welt Saar Mitglied im Saarländischen Flüchtlingsrat ist. Ich bewundere die  Kompetenz und die Ausdauer im Kampf um leider nur sehr schwer zu erreichende Ziele. Ich bewundere ganz besonders den Mut, mit dem die Aktion 3. Welt Saar sich dem Druck und der Ablehnung vieler Politiker stellt und unbeirrt ihre Ziele verfolgt.
Weiter so!!!!!!!!!!!

Good luck
Bonne chance
Bahati sana

Sigrid Appel
Vorstandsmitglied im Saarländischen Flüchtlingsrat e.V.

Martina Backes, iz3w – Redakteurin, Informationszentrum 3. Welt, Freiburg

Ihr quengelt, zuweilen auch, wenn andere lieber feiern. Weil euer kritischer Scharfsinn und vor allem euer solidarisches Denken und Handeln es nicht zulassen, zu feiern, während diejenigen, um deren Existenz Willen die Feier angesagt ist, von Abschiebung und Knast bedroht sind: Lieber positioniert sich die Aktion 3. Welt Saar während der Interkulturellen Wochen mit einer Presseerklärung gegen Abschiebehaft und Abschiebeknast. Ein klug gewählter Zeitpunkt, eine klare Anklage  gegen den geplanten Runden Tisch Ingelheim für eine modifizierte Abschiebehaft in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Wie so viele Aktionen von euch: das sitzt. „Paradigmenwechsel stehe zwar auf der Verpackung, aber drin wäre immer noch Abschiebehaft“: Wie so viele Analysen von euch, das ist bissig. Während die einen auf Stadtfesten der Multikultur zynisch kulinarisch frönen, informiert ihr über das, was auf den Hinterbühnen an institutioneller Diskriminierungspraxis geplant wird. Ja, solche Infos braucht das Land. Während die Stadt Saarbrücken dank des Programms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ auf der interkulturellen Woche Schulkinder einlädt, über Einbürgerung zu diskutieren, bringt ihr eure Vision der Multikultur in einem Satz auf den Punkt: Wer hier ist, kann hier bleiben.

Ich möchte euch zu eurem Scharfsinn, Mogelpackungen zu entpacken, Mythen zu entzaubern und verklärte Sichtweisen zu enttäuschen, gratulieren. Das ist übrigens das erste Mal, dass ich einer Gruppe von Leuten gratuliere, sonst mache ich das höchstens mit Personen. Warum die Ausnahme, frage ich mich selber. Nun, als Redaktionsmitglied eines nord-südpolitischen Blattes lege ich immer mal wieder eure Flugschriften in unserer Zeitschrift bei, von Hand. Und lesend erahne ich, welche internen Positionsfindungsprozesse ihr so durchgemacht habt – und dabei eurer Sache treu geblieben seid. Nicht, dass ich Treue besonders toll finde (die ist je blinder desto  gefährlicher), die Sache, für die ihr euch unnachgiebig einsetzt, aber schon.
Ihr unterscheidet nicht zwischen archaischen und modernen, bösen und gutgemeinten Unterdrückungspraktiken, denn euch geht es darum, Unterdrückung anzuklagen und abzuschaffen. Was zählt ist Freiheit für alle, ein gutes Leben, ohne Folter, Zwang, Ausgrenzung.

Dass ihr euch mit euren Positionen manchmal weit aus dem Fenster lehnt, ist nötig – und mutig. Etwa, wenn es um den politischen Islamismus geht. Deutlich macht ihr immer wieder, dass es keine, aber auch gar keine Entschuldigungen gibt, wenn es etwa um Zwangsheirat, Ehrenmorde, Genitalverstümmelung oder Kopftuchzwang geht. Und ihr scheut es nicht, dem Dilemma in die Augen zu sehen, mit dem alle konfrontiert werden, die gegen diskriminierende Diskurse argumentieren: man kann nicht Toleranz predigen und dann so tun, als wären die Intoleranten nicht auch unter denen, die diskriminiert werden, als wären sie nicht Teil dieser hiesigen Gesellschaft.

Wachsam analysiert ihr mehr und weniger gut oder schlecht kaschierte Spielarten von Rassismus. Das ist sehr notwendig, gerade in einer Zeit, in der kulturrelativistisches Verklären (zum Beispiel von Islamismus) zu einer Position geworden ist, die sich antirassistisch gibt. In einer Zeit, in der sich Rassisten als IntegrationsexpertInnen auf dem Feld der Meinungsmache politisch profilieren – und nebenbei Menschen in wertvolle und nutzlose einteilen wollen.

Doch auch auf anderen Gebieten habt ihr im Entpacken von Mogelpackungen gut Übung: Als Biologin ist mir nicht entgangen, dass ihr grüngewaschene Politik stets im Blick habt – und Hot Spots unter die nüchterne Lupe nehmt: ob Biopiraterie bei Kartoffeln oder klimaschädliche Aufwertung des ohnehin klimaschädlichen Kraftstoffs. Während eine wachsende KäuferInnenschaft biogelabelte Nahrungsmittel zunehmend wegen der eigenen Gesundheit konsumiert, denkt ihr bei Ökothemen die soziale Frage mit: beim Energiepflanzen-Anbau den agrarpolitisch gemachten Hunger, beim Patentrecht die Enteignung der Landwirte und des gemeinschaftlichen Wissens. Ihr entspinnt die Fäden zwischen der lokalen Landwirtschaft und einer internationalen Agrarpolitik. Was vor Ort und im globalen Süden passiert bringt ihr in Zusammenhang.

Eine weitere Profession eurer Arbeit ist, den Zusammenhang zwischen Politik, Diskurs und Praxis sichtbar zu machen. Nicht nur, weil ihr saarländische Milchviehhöfe besucht und dort über Hunger und EU-Agrarsubventionen diskutiert. Sondern auch Kinderbücher und Museen unter die Lupe nehmt, wenn es um die Frage geht, wo und wie Rassismus ganz konkret täglich geprägt wird. Dabei spart ihr das Umfeld der nord-süd-engagierten Community nicht aus. Mit der Veranstaltungsreihe Good News from Africa – ich glaube es war in den frühen 1990ern – widerspracht ihr dem (damals wie heute) weit verbreiteten Afrikabild, dem einheitlichen Bild eines Kontinents von Hunger, Elend und Bürgerkrieg. Statt durch Kirche und Kolonialismus geprägte Opferblicke zu bedienen, bietet ihr Akteuren aus dem globalen Süden eine Plattform. Und MitstreiterInnen lasst ihr nicht hängen, wenn ihnen der Prozess gemacht wird.
Bei all der Unnachgiebigkeit seid ihr so schön unkompliziert. Meine Bitte: Bleibt auch in Zukunft so bissig in Bewegung, bleibt dem Saarland und allen außerhalb des Saarlandes erhalten. Und vergesst bei all den Lobreden und beim Feiern das Quengeln nicht, damit ich auch in Zukunft wieder Flugschriften in die iz3w einlegen darf.

Martina Backes, Freiburg  
iz3w – Redakteurin, Informationszentrum 3. Welt, Freiburg; „iz3w“ ist die gleichnamige internationalistische Zeitschrift

Dr. theol. Klaus Beckmann, Koblenz, evangelischer Theologe und Judaist

„Ich hätte Sie für kritischer gehalten!“

So wetterte ein älterer Pfarrer, den sein Umgangsstil mit den Mitarbeitern nicht davon abhielt, sich selbst als emanzipatorische Ikone der 68er-Bewegung zu sehen, im Nachgespräch zu einer von mir als Vikar gehaltenen Predigt. Vikar: Das ist so etwas wie ein Pfarrer in Ausbildung, entsprechend dem Referendar im Staatsdienst. Es war im Jahr 2000.

Also, ich war dem Immer-noch-68er-Pfarrer nicht kritisch genug. Ich hatte nämlich ausnahmsweise mal nichts gesagt über Helmut Kohl und die Parteispenden. Was der Altkanzler trieb, fand ich selbst schon auch nicht ok. Aber noch mehr fand ich, dass das Thema eigentlich genug beredet wurde und dass es schon gar nicht in jede Predigt gehörte. Das sagte ich dem vor Wut schnaubenden Immer-noch-68er-Pfarrer, dem so viel Distanz zu seinen Vorstellungen gar nicht behagte. „Ich hätte Sie für kritischer gehalten“ – Diskussion abgeschnitten, Denkarbeit gespart, den etabliert linken Diskurs durch ein intellektuelles Todesurteil gerettet.

Seit die 68er ihren erfolgreichen Marsch durch und in die Institutionen angetreten haben, hat sich das schöne Wort „Nonkonformismus“ in Orwells Neusprech integriert. „Nonkonformistisch“ ist das, was einer Linie, deren Bewahrer sich selbst zu Gralshütern des „Unangepassten“ bestimmt haben, ergeben folgt. „Unangepasst“ bedeutet dann nichts anderes als „genormt“. Was abweicht, ist „unkritisch“ und von vorgestern, folglich streng verboten. Hinsehen, prüfen, etwa ob Israel wirklich so „imperialistisch“ oder gar „faschistisch“ sei, ob es unter den verschiedenen Strömungen des Islam nicht vielleicht doch Demokratiefeindliches gebe, ob der Kapitalismus möglicherweise nicht doch eine differenzierte Kritik verdient habe – das disqualifiziert, an passender Stelle geäußert. Wenn zum Selbstdenken befähigte Katholiken eigene Einsichten verleugnen, um braves Glied ihrer Heilsgemeinschaft zu bleiben, nennt man das traditionell sacrificium intellectus, Opfer des Verstandes. Aber längst nicht nur Katholiken opfern den Verstand, um in ihrer Heilsgemeinschaft nicht anzuecken.

Vielleicht ist niemand dagegen geschützt, eigene Auffassungen für überlegen, auch für „kritisch“ zu halten und Andersmeinende als „unkritisch“ abzuservieren.  Schublade zu – Argumente geschont! Aber es gibt schon belastbare Anzeichen für das relativ höhere Maß an Offenheit, an Bereitschaft, sich „quer“ nehmen zu lassen. Dass im Beirat der Aktion 3. Welt Saar ein Militärpfarrer sitzt – Pfaffe und Militärangehöriger! –, könnte solch ein Hinweis sein.

Überflüssig an dieser Stelle zu sagen, was mich zur Aktion 3. Welt Saar gebracht hat und warum ich so gerne mit Euch zu tun habe: Dass es Standpunkte gibt, die Ihr nicht mit Hinschauverboten beschützt. Dass Ihr – zum Verdruss der Bewahrer nonkonformistischer Rechtleitung – streitbar für Israel, den hierzulande meistgehassten Staat, eintretet, dass Eure Islamkritik schonungslos ist und so präzise, dass keine Spur von Xenophobie darin vorkommt.

Wenn ich mir zu Eurem 30. Geburtstag was wünschen darf, dann wünsche ich mir: Kratzt weiter am Orwellschen Nonkonformismus – am besten, indem Ihr Leute ärgert und ihn häufiger mal thematisiert –, habt weiter keine Scheu, mit den Falschen und Verbotenen zusammen zu argumentieren, unerlaubte Fragen zu stellen und Antworten zu (ver)suchen. Und ich wünsche mir mehr: Mehr Texte, mehr Anregungen zum Streit.

Der Frechheit, pardon: Freiheit eine Gasse!

Dr. theol. Klaus Beckmann, Koblenz
evangelischer Theologe und Judaist, langjähriges Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Lehrbeauftragter für Kirchengeschichte an der Uni Saarbrücken, seit 2011 Militärseelsorger, Beiratsmitglied Aktion 3. Welt Saar

Jörg Bergstedt - Ökoaktivist, Buchautor - Projektwerkstatt Reiskirchen-Saasen (Hessen)

Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich ein Grußwort für eine Organisation schreibe – und auch noch darum gebeten wurde. Wahrscheinlich liegt das daran, dass ich die zähen NGOs dieses Landes zumindest in ihren Zentralen zu unbeweglich, staats- und spendenfixiert finde – während diese genau diese Kritik und überhaupt unabhängige, radikale Protestformen gerne meiden. So bleibe ich verschont von allzuviel höflicher Schreiberei.

Dass nun bei der Aktion 3. Welt Saar also gleich eine beidseitige und somit doppelte Ausnahme geschieht, hat als Ausnahme einen durchaus erfreulichen Grund. Denn ich empfinde die saarländische Gruppe mit überregionaler Ausstrahlung seit Jahren als ausgesprochen kompetenten, engagierten und unbestechlichen Zusammenhang, mit dem ich stets gern zusammen agierte. Unsere Kooperation hat dabei schon eine lange Geschichte. Sie begann über 15 Jahren mit einer gemeinsamen Erklärung zur Kritik der Agenda 21, die uns als Instrument des Einschläferns der damals ohnehin schwächelnden Umweltbewegung schien. Leider bewahrheitete sich diese Furcht. Die letzte Kooperation war der Versuch, bundesweiter Gentechniklobbyisten, mir meine Veröffentlichungen und Vorträge über die dortigen Seilschaften zu verbieten. Sie bedienten sich eines gut in Polit- und Justiznetzwerke integrierten Anwaltes aus Saarbrücken – und so führte mich mein Weg wieder zur Aktion 3. Welt Saar.

Ich kenne im Dickicht der Organisationen in Deutschland nur wenige Gruppen, die nicht zu erstarrten Apparaten geworden sind oder Aktionen vor allem durchführen, um die spendenfreudigen UnterstützerInnen bei Laune zu halten. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren zähle ich zu den positiven Ausnahmen, das Gen-ethische Netzwerk … und eben die Aktion 3. Welt Saar. Nicht dass ich deswegen freundschaftsblind werde. Ich kann mich noch genau erinnern, wie erschrocken ist war, als ich Kaffeetassen. Einwegfeuerzeuge und Kugelschreiber mit Gruppenwerbung ortete. Oh Schreck, dachte ich, jetzt ist es auch um die Aktion 3. Welt Saar geschehen. Zum Glück war es nicht so schlimm, aber wenn ich diesen Text mit allen guten Wünschen schließe, so auch mit dem Daumen drücken, dass hoffentlich präzise und bissige politische Analyse, Mut zur Aktion und Unabhängigkeit im Vordergrund bleiben und nicht vom Verbandserhalt als Selbstzweck weggespült werden – rauf auf den Haufen der vielen aufgeblähten Leichen deutscher Protest(nicht)bewegung.

Jörg Bergstedt
Ökoaktivist, Buchautor - Projektwerkstatt Reiskirchen-Saasen  (Hessen)

Joachim Boesen - Vorsitzender des BDM-Landesteams Saar

In diesem Jahr feiert die Aktion 3. Welt Saar ihr 30jähriges Bestehen. Zu diesem Jubiläum gratuliert der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter BDM mit seinen Milcherzeugern – speziell im Saarland – ganz herzlich.

30 Jahre sind eine lange Zeit, in der die Aktion 3. Welt Saar viele wertvolle Impulse gesetzt und geholfen hat. Gemessen an diesen 30 Jahren ist die Zusammenarbeit mit dem BDM Saarland zwar noch recht jung – aber dennoch sehr intensiv und konstruktiv. In kurzer Zeit haben wir uns als Partner und gegenseitige Unterstützer kennen- und wertschätzen gelernt. Nun ist es nicht so, dass landwirtschaftliches Engagement für die Aktion 3. Welt Saar vorher etwas Unbekanntes gewesen wäre. Sie beschäftigte sich von Beginn an mit den landwirtschaftlichen Zusammenhängen weltweit - insbesondere mit den Auswirkungen der deutschen Agrarpolitik auf die Länder der 3. Welt.

Warum wir die Aktion 3. Welt Saar als Partner so schätzen? Sie hat als entwicklungspolitische Initiative verstanden, wie wichtig die Zusammenarbeit auch mit den Landwirten hier vor Ort ist und hat uns in unseren Anliegen für faire Erzeugerpreise immer tatkräftig unterstützt. Die Aktion 3. Welt Saar zeichnet sich dadurch aus, dass sie über den Tellerrand hinaus blickt, genauer hinschaut und die Menschen vor Ort im Sinne der gemeinsamen Sache vernetzt und integriert. Wir sind sehr stolz darauf, dass es uns gemeinsam gelungen ist, mit der Kampagne ERNA gemeinsame Ziele zu formulieren, die für alle Bauern, ob in Europa oder in der 3. Welt, wichtig sind: Faire Preise für landwirtschaftliche Produkte und faire Löhne weltweit. Sie vernetzt mit dieser Kampagne in einzigartiger Weise Bauern, Gewerkschafter, Naturschützer und 3.Welt-Engagierte.

Wir können immer wieder feststellen, dass unsere fruchtbare Zusammenarbeit für alle Partner wirklich gewinnbringend ist. Wir alle gewinnen durch unseren gegenseitigen Austausch von Argumenten und Informationen, weil sich Zusammenhänge erschließen und gegenseitiges Verständnis entwickelt. Die Aktion 3. Welt Saar hat durch uns viele praktische Einblicke in die Landwirtschaft gewonnen und konnte damit ein neues Verständnis für die Situation der deutschen Landwirte entwickeln. Das wiederum hat neue Ansätze ergeben, um wichtige Ziele künftig gemeinsam anzustreben. Wir Milcherzeuger haben mit der Aktion 3. Welt Saar einen wichtigen Fürsprecher, Multiplikator und Unterstützer gefunden, der oft mit uns im Sinne der gemeinsamen Sache bei Aktionen auf die Straße gegangen ist und in politischen Gesprächen die Lanze für uns gebrochen hat.

Wir sind der festen Überzeugung, dass wir heute unseren Zielen schon ein wenig näher wären, wenn auch an anderer Stelle so konstruktiv und intensiv zusammengearbeitet würde.

Wir Milcherzeuger wünschen der Aktion 3. Welt Saar und unseren gemeinsamen Projekten und Zielen ganz viel Erfolg und können nur schließen mit: MACHT WEITER SO!

Für die Milcherzeuger des BDM Saar
Joachim Boesen
Vorsitzender des BDM-Landesteams Saar

Lothar Christ, Bürgermeister Losheim am See

Liebe Mitglieder der Aktion 3. Welt Saar,

aus Anlass des 30jährigen Bestehens der Aktion 3. Welt Saar, die ihren Sitz in unserer Gemeinde hat, möchte ich zunächst die persönlichen und die Glückwünsche der Bürgerinnen und Bürger zu diesem freudigen Anlass überbringen. Ich bin froh, dass die Aktion 3. Welt Saar trotz aller Widerstände, die es Anfang der 90er Jahre, damals noch als 3. Welt-Laden, gab, sich behauptet hat und die Gemeinde nun über diesen langen Zeitraum hinweg Sitz einer bundesweit agierenden politischen Organisation ist. Ein Pluspunkt für die Gemeinde, was auch von den meisten Bürgerinnen und Bürgern so gesehen wird.

Zu Beginn der 90er Jahre war das Ziel, den Sitz des damaligen 3. Welt-Ladens in der Gemeinde Losheim am See zu behalten, für die Verantwortlichen des Vereins nicht einfach. Als Fördermitglied der ersten Stunde konnte ich diese Bemühungen aus nächster Nähe, sowohl als Mitglied wie auch als politischer Vertreter im Gemeinderat mit verfolgen und im positiven Sinne unterstützen. Daher ist der heutige Anlass des 30jährigen Jubiläums der Einrichtung in unserer Gemeinde auch für mich ein wirklicher Grund zum Feiern.

Die lange Durststrecke, die es am Anfang zu überwinden galt, wäre sicherlich nicht geschafft worden, hätte die Aktion 3. Welt Saar nicht auch Freunde und Unterstützer in aller Welt gefunden, die sich mit den damaligen Bemühungen solidarisierten und die heutige Organisation auf ein festes Fundament stellten. Mit Beginn meiner Amtszeit als Bürgermeister konnte die Organisation auf eine feste Bleibe in unserer Gemeinde verweisen. So konnte sich aus dem 3. Welt-Laden der 80er Jahre bis heute eine Organisation entwickeln, die im politischen Bereich unabhängig ist und der Politik keineswegs nach dem Munde redet. Vielmehr mischt sie sich überall dort zu Recht ein, wo die soziale Gerechtigkeit in Schieflage zu geraten droht. Dies fordert natürlich auch die Kritiker heraus, die sich immer wieder an der Organisation wegen ihren oftmals mit viel Vehemenz vertretenen Positionen gerieben haben. Dabei hat auch die Aktion 3. Welt Saar sich sachlicher Kritik bis heute nicht verschlossen, aber sich von pauschaler Kritik einschüchtern zu lassen, das war noch nie Sache der Organisation.

Daher bleibt es mir als Bürgermeister der Gemeinde Losheim am See nur übrig, mit Anerkennung auf die bundesweite Organisation in unserer Gemeinde zu verweisen, ihr nochmals zum 30jährigen Jubiläum sowohl persönlich als auch als Mitglied und Bürgermeister der Gemeinde sehr herzlich zu gratulieren und ihr weiterhin die Standfestigkeit und den Mut zu wünschen, der sie zu dem gemacht hat was sie heute ist:
eine bundesweit anerkannten Organisation, die Sprachrohr für weltweite soziale Gerechtigkeit ist.

Lothar Christ,
Bürgermeister Losheim am See

Gisbert Eisenbarth - CEB-Vorsitzender

Gisbert Eisenbarth

Liebe Mitstreiter!,

Im Namen der Christlichen Erwachsenenbildung e. V. gratuliere ich der Aktion 3. Welt  Saar sehr herzlich zu Ihrem 30-jährigen Bestehen.

Durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Aktion 3. Welt Saar war es der CEB möglich, in den vergangenen Jahren zwei herausragende Kooperations-Projekte zu verwirklichen. Es waren dies die große Ausstellung zu dem Tagebuch „Anne Frank – Eine Geschichte für heute“ und das Projekt „Gegen das Vergessen: Die große Politik im Kleinen – Lernorte der Erinnerung“.

Mit der Ausstellung „Anne Franks Tagebuch“, einem historischen Dokument, konnten wir bewirken, dass vor allem Schüler und Jugendliche  aus den Schulen des Kreises Merzig – Wadern und anderen Kreisen, während der Ausstellungszeit und dem begleitenden Rahmenprogramm mitwirkten. Bei dem zweiten Projekt „Gegen das Vergessen“ waren es wieder Schüler, die wir vor Ort gewinnen konnten, sich als „Erinnerungsbegleiter“ ausbilden zu lassen und nun an Orten des NS-Terrors und Widerstandes im Landkreis Gäste und interessierte Besucher zu führen und zu begleiten.
Beide Aktionen fanden großen Zuspruch und Anerkennung in der Bevölkerung sowie bei den beteiligten Partnern.

Wir, die Christliche Erwachsenenbildung e. V., sind  stolz und dankbar, dass wir in der Aktion 3. Welt Saar einen Partner gefunden haben, der sich mit den Erscheinungsformen des Nationalsozialismus und des Antisemitismus kritisch auseinandersetzt, aber auch gleichzeitig auf bemerkenswerte Weise Wege aufzeigt, um die dunkle Vergangenheit aufzuarbeiten.

Wir wünschen der Aktion 3. Welt Saar für die Zukunft weiterhin viel Kraft und ein gutes Gelingen für den Dienst am Menschen in unserer Region.

Gisbert Eisenbarth
CEB-Vorsitzender

Alice Endres, Milchbäuerin, Meckel (Eifel; bei Bitburg)

Alice Endres

Liebe Aktion 3.Welt Saar, lieber Roland,

zuerst mal möchte ich Euch zu Eurem Jubiläum gratulieren. Ich bin übrigens heute aus Überzeugung Mitglied bei Euch geworden!

Wir kennen uns jetzt schon seit einiger Zeit, haben uns kennengelernt über den Bundesverband deutscher Milchviehhalter. Nach anfänglicher Skepsis, habe ich persönlich gelernt, dass wir im Prinzip die gleichen Interessen vertreten. Wir vertreten eigentlich beiderseits unter anderem  eine unabhängige nachhaltig  verträgliche bäuerliche Landwirtschaft nicht nur in der 3. Welt, sondern ein verträgliches  Miteinander in einer Welt. Wir Verbände haben uns eigentlich viel zu lange auseinanderdividieren lassen, ohne zu begreifen, dass wir uns selbst dadurch schaden, und dass wir eigentlich, wenn man die Gedanken zulässt, nur in einem Miteinander etwas Ergebnisorientiertes erreichen können. Dass dies nötig ist, bestätige ich heute durch meine Mitgliedschaft, und bin überzeugt, dass wir weiterhin eine konstruktive Zusammenarbeit haben werden.

Ich wünsche Euch ein weiter so, und für uns ein weiter gemeinsam!

Herzliche Grüße
Alice Endres
ist aktiv im Bundesverband deutscher Milchviehhalter und
in der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft

Alex Feuerherdt, Publizist, Lektor, Fußballfan

Eine Dritte-Welt-Gruppe, die sich (auch) für Fußball interessiert, und zwar so sehr, dass sie gleich eine eigene AG dazu unterhält, die auch noch öffentliche Veranstaltungen organisiert? Ich gestehe, ziemlich überrascht gewesen zu sein, als mir im Sommer 2007 die Einladung zuging, in Saarbrücken einen Vortrag über die allzu deutschen Ressentiments und Stereotypen zu halten, die gegen den FC Bayern München geäußert werden. Der Überraschung folgte die Neugier, der Neugier die Zusage und der Zusage schließlich die Veranstaltung vor rund 50 streitlustigen Besuchern. Danach war ich angefixt von dieser Organisation und ihrer enormen Palette an Themen und Aktivitäten.

Es beeindruckt mich, wie die Aktion 3. Welt Saar Aktionsfelder wie Asyl und Rassismus, Agrar und Ernährung, Antisemitismus und Islamismus oder Bildung und globales Lernen (und, wie gesagt, den Fußball!) vereint, ohne je Gefahr zu laufen, an der Oberfläche zu verharren. Es imponiert mir, wie und mit welcher Verbindlichkeit auf den Planungstreffen politisch diskutiert und organisiert wird. Und es gefällt mir, wie konsequent dort nach dem alten Marxschen Motto „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ verfahren wird. Ich möchte gerne meinen Teil dazu beitragen, dass den 30 Jahren, in denen die Aktion 3. Welt Saar nun besteht, möglichst viele weitere folgen. Denn diese Organisation ist wirklich einzigartig.

Alex Feuerherdt,
Publizist, Lektor, Fußballfan, lebt in Köln

Lothar Galow-Bergemann, Stuttgart

Gestoßen bin ich auf die A3WS so um ihren 20ten Geburtstag herum. Ehrlich gesagt, Saarland war bis dahin Brachland für mich, nicht nur politisch. War ich vorher eigentlich jemals dort? Dank der A3WS bin ich durchs Saarland gewandert. Natürlich nicht ohne einen Besuch in der heimlichen Hauptstadt Losheim am See. Das Bild vom Saarland als Peripherie hat sich seither gewandelt. Nicht nur geographisch.

Es gibt dort eine hochpolitische Organisation, die man andernorts leider vergeblich sucht. Sie ist keine Partei und will auch gar keine sein. Und doch mischt sie sich mit einer erstaunlich breiten Themenpalette in Politik und Diskurs ein und stößt durchaus auf Resonanz: Sehr sympathisch. Sie hat keine Berührungsängste und doch Prinzipien, sie ist links und ökologisch - und trotzdem anders als vieles, was unter diesem Label läuft: Sehr sympathisch. Sie legt sich mit dem „linken Mainstream“ an, z.B. in Sachen Antisemitismus und Israel: Sehr sympathisch. Bei ihr herrscht Verbindlichkeit. Reden ist gut, Tun nicht minder. Wer macht was bis wann? Ohne Antworten darauf geht keine Besprechung zu Ende: Sehr sympathisch. Die A3WS ist ein ernst zu nehmender und ernst genommener Faktor im Saarland. Hin und wieder ist sie auch überregional präsent: Sehr sympathisch. Leider besitzt sie keine überregionale Organisationsstruktur: Sehr unsympathisch.

Wünschen würde ich mir, dass sich die A3WS noch mehr für Theoriearbeit öffnen würde. Die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen, beginnt mit der Frage: Warum ist die Welt so geworden, wie sie ist? Ich finde z.B. Marx, Freud und Adorno: Sehr sympathisch. Dass ich nicht jeden Satz in jeder Veröffentlichung der A3WS unterschreibe, versteht sich von selbst. Aber Vereine, die das erwarten, sind mir eh: Sehr unsympathisch. Was die A3WS immer noch nicht geschafft hat, ist, mich für Fußball zu interessieren. Ich fürchte, das finden manche: Sehr unsympathisch.

Lothar Galow-Bergemann,
Stuttgart, langjähriger freigestellter Personalrat, Mitglied der Aktion 3. Wetl Saar seit 2007
www.emanzipationundfrieden.de

Yusuf Gectan – Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde Saarland e.V.

In der Fremde suchen Menschen immer nach einem Anker.

Sie suchen nach etwas, das ihnen Halt gibt und ihnen Hilfestellung anbietet, sich in der Fremde zu orientieren. Die überwiegende Zahl der Kurden in Deutschland und im Saarland sind in den 80er und 90er Jahre als politische Flüchtlinge eingereist. Die Aktion 3.Welt Saar hat von Anfang an ihre Hilfe und Unterstützung angeboten. Viele der Flüchtlinge, die Beratung und Informationen benötigten, klopften zuerst an die Tür der Aktion 3. Welt Saar.

Flüchtlinge wurden begleitet, beraten und nicht selten wurde die Aktion 3. Welt Saar die Brücke zwischen Fremden und Deutschen im Allgemeinen; und im Besonderen wurde sie in vielen Fällen die Brücke zwischen Flüchtlinge und der Kirche. Das Kirchenasyl wurde auch durch sie in die Öffentlichkeit getragen. Heute noch sind viele Flüchtlinge für die Hilfe und Unterstützung sehr dankbar. Sie hat von Anfang an politische Kurden unterstützt und auch die politische Arbeit des Kurdischen Kulturvereins.

Sie hat in der Vergangenheit Delegationen nach Kurdistan gesendet. Diese konnten sich selbst ein Bild von der Lage der Kurden vor Ort in der Türkei und in Kurdistan machen. Besonders möchte ich hier an dieser Stelle meine Dankbarkeit nochmals zum Ausdruck bringen, für die Hilfe der Aktion 3. Welt Saar, als sie den Leichnam des kurdischen Poeten und Politikers Hamza Yavuz aus dem Saarland nach Kurdistan begleitet hat. Dafür waren die Kurden im Allgemeinen und die Familie Yavuz im Besonderen sehr froh und dankbar. Die Aktion 3. Welt Saar betrachtet den Krieg in Kurdistan als einen Freiheitskampf. Sie steht denjenigen Kurden bei, die sich für die Freiheit und den Frieden in Kurdistan stark machen. Für diese Unterstützung sage ich an dieser Stelle noch einmal im Namen aller Kurden „Vielen Dank!!“.

Weltweit leben etwa 40 000 000 Kurden ohne Anerkennung ihrer Sprache und ihrer ethnischen Eigenständigkeit. Vor allem die Türkei, Iran, Syrien und der Irak haben in den letzten Jahrzehnten immer wieder Massaker durchgeführt. In Mesopotamien leben Angehörige aller monotheistische Religionen. Das Bestreben, dass sie alle gemeinsam in Frieden leben können, ist eine humanistische Verpflichtung. Die Aktion 3. Welt Saar kommt dieser Pflicht nach, indem sie dem politischen Islamismus und radikalen religiösen Gruppen die Stirn bietet, die Grundwerte aller Religionen hervorhebt und durch ihre Beiträge eine gesunde Entwicklung des Islams in einer freiheitlichen und pluralistischen Gesellschaft begleitet.

Die Kurdische Gemeinde Saarland e.V. setzt sich im Besonderen für die Gleichstellung, die Gleichberechtigung und die Freiheit der Frauen ein. Durch gemeinsame Veranstaltungen der Aktion 3. Welt Saar und der Kurdischen Gemeinde Saarland e.V., die bereits durchgeführt worden sind und gemeinsam noch geplant und durchgeführt werden, werden deutliche Zeichen gesetzt. Die Freude über diese Unterstützungsform kann ich Ihnen versichern.

Die Aktion 3. Welt Saar sollte sich noch mehr für die politischen Gefangenen stark machen. Abdullah Öcalan sitzt seit 13 Jahren auf der Insel Imrali in einem Ein- Mann- Gefängnis. Die Lösung des kurdischen / türkischen Konflikts ist ganz eng mit seiner Freilassung verbunden.

Sich für seine Freilassung stark zu machen, bedeutet auch, sich für die Freiheit der Kurden und den Frieden in Kurdistan stark zu machen. Ich wünsche der Aktion 3. Welt Saar im Namen aller Kurden noch ein gutes Gelingen bei Ihrer ehrenvollen, bisweilen sehr schwierigen und engagierten Arbeit und freue mich auf eine weitere fruchtbare Zusammenarbeit.      

Yusuf Gectan
Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde Saarland e.V.

Andrea Golz, Eine-Weltladen Homburg

30 Jahre Aktion 3. Welt Saar – und immer noch da! Ihr seid für uns im Weltladen Homburg  eine ganz besondere Initiative.

Ihr verfolgt die ganz großen Ziele, zum Beispiel eine Welt frei von Armut. Fakt ist: Es verhungern immer noch viele Menschen, und die Zahl der Hungernden steigt weiter, obwohl genügend Nahrungsmittel produziert werden. Faire Landwirtschaft weltweit – weit gefehlt.

Ihr beobachtet mit Sorge die Tendenz zur Entpolitisierung: Ja nicht auf kleine machbare Projekte zurückziehen, die Einzelnen vielleicht helfen mögen, aber ansonsten die Verhältnisse zementieren. Genau das läuft aber eigentlich in einem  Eine-Weltladen ab. Wir meinen, diese Strategie ist ebenfalls lohnend und dringend nötig. Aber es gehört noch viel mehr dazu: Die Arbeit im Weltladen, also das Handeln mit „fairen“ Produkten und fair Handeln gehören zusammen. Zum Kaufen und Verkaufen gehört auch die inhaltliche Arbeit. Und dabei unterstützt ihr uns seit vielen Jahren tatkräftig.

Euch geht darum zu informieren, vermeintliche wirtschaftliche Sachzwänge und politische Wahrheiten zu hinterfragen, Meinungsmache zu entlarven,  und nicht auf künstlich hervorgerufene Konsumbedürfnisse hereinzufallen. Wir müssen wissen, was hinter den Kulissen gespielt wird, nicht nur politisch sondern auch wirtschaftlich. Die Konzerne werden mächtiger (z.B. Saatgutkontrolle), und nur wenige wollen die Gefahr sehen. Die Armutsbekämpfung ist offensichtlich politisch ein Lippenbekenntnis

Praktisch unterstützt ihr immer wieder unsere Weltladenarbeit:
Einerseits liefern uns, als Engagierte im Fairen Handel, eure vielfältigen Themenschwerpunkte jederzeit gut recherchierte Hintergrundinformationen. Mir, und vielen in unserem Laden, liegen einige davon besonders am Herzen, z.B. das „Recht der Entwicklungsländer auf eigenständige Entwicklung“, „Entwicklung und Umwelt“ und natürlich auch euer neuer Schwerpunkt –„Erna goes fair“, da wollen wir unbedingt dranbleiben. Andererseits sind eure Vorträge, die ihr mit uns zusammen seit Jahren in Homburg organisiert, wichtiger Bestandteil unserer Informationsarbeit. Die Vorträge waren immer bestens recherchiert und  ausgearbeitet, leider hatten wir oft viel zu wenig Zuhörer.

Mit euch kann man nicht nur zusammenarbeiten, wenn man alles „unterschreibt“ was die Aktion 3. Welt Saar so von sich gibt. Kritikloses Abnicken der Inhalte ist bei euch nicht gefragt. Auch dafür danke
Wir wünschen euch, dass ihr auch weiterhin mit viel „Biss“ an euren Themen bleibt, dass ihr eure politische und finanzielle Unabhängigkeit bewahrt und dass ihr nicht resigniert aufgebt und euch ins Privatleben zurückzieht, denn ihr macht wirklich gute Arbeit.

Andrea Golz
Eine-Weltladen Homburg

Prof. Dr. Albert Gouaffo, Universität Dschang, Kamerun

Liebe Leserinnen, liebe Leser, Liebe Mitglieder des Vereins Aktion 3. Welt,

ich grüße euch herzlich und gratuliere zum 30-jährigen Vereinsjubiläum. Als ehemaliges aktives Mitglied des Vereins zu meiner Studienzeit (1993-1997) an der Universität des Saarlandes und heute Sympathisant erlaube ich mir, von Kamerun aus ein Grüßwort zum 30-jährigen Bestehen der Aktion dritte Welt zu schreiben.

Ich bin von Grund auf überzeugt, dass das Recht auf Wohlleben zu den Grundrechen des Menschen gehört und deshalb jede initiative, die für die Realisierung und für den .Respekt dieses Grundrechts einsetzt, unterstütze. Ich hatte zu meiner Studienzeit wenn auch unter großem Leistungsdruck – Ich arbeitete an meiner Dissertation und war zugleich Familienvater – bei der Konzeption und Durchführung mehrerer Aktivitäten des Vereins beteiligt, sei es in Form von Vorträgen in Sachen Rassismus, Kolonialismus oder sonstiger Aufklärungsarbeit, sei es in Form von Demonstrationen oder Werbung für den fairen Handel.
Die Welt besteht aus zwei Hemisphären und es ist irrsinnig zu suggerieren, wie dies die westlichen Machtdispositionen mitsamt ihrer Medien tagtäglich tun, dass die eine Hälfte ohne die andere leben kann. Seit ihrer Entstehung richtet sich die Aktion 3. Welt gegen diese kapitalistische Ideologie, welche die Welt in zwei Teile aufteilt: in einen Teil der hilft, und einen Teil dem geholfen wird, und der nichts zurückgibt. Jedes Volk ist selbstbestimmungsfähig. Ein Land kann sich nicht anmaßen, das andere zu „entwickeln“, wie ökonomisch reich es auch sein kann. Dieses Forschrittsideologie des Westen ist ein Trugbild. Diejenigen, die von den Privilegien dieses Weißseins profitieren, müssen sich in den Spiegel gucken und Farbe bekennen.
Globalisierungsbezogene Probleme wie Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen, ungleiche Teilung von materiellen Ressourcen in der Welt sind zum großen Teil von diesen totalitären Diskursen des Westens legitimiert.

Die Lösung dieser Probleme, die der Existenz des Menschen auf der Erde drohen, sollte nicht der so genannten internationalen Gemeinschaft und ihren nationalen Regierungen überlassen werden. Sie haben kein Monopol auf Politik. Standpunktbeziehen und vertreten sollte das Recht jeder bürgerlichen Initiative sein, wie die Aktion 3. Welt bisher getan hat und weiter tut, wenn auch die institutionellen Förderung darunter leiden muss.

Es gibt ein afrikanisches Sprichwort, das sagt „wenn jeder vor der eigenen Haustür kehrt, wird die ganze Welt sauber. Es bleibt zu hoffen, dass sich das Modell von Aktion 3. Welt fortsetzt, dies aber nach einer ehrlichen Revision.

Ich frage mich, ob nach dreißig Jahren Aktivitäten und ständige Erweiterung des Betätigungsfeldes, das Profil des Vereins nicht zu verschwinden droht: Asyl, Antisemitismus, Islamismus, Rassismus, Energie, Agrarpolitik, fairer Handel....und was kommt noch dazu in näher Zukunft? Sind die Begriffe 1. 2. 3. Welt heute noch tragfähig oder sind sie nicht eher Indizien bloßer eurozentrischer Nostalgie? Die Welt wird polyzentrisch und eine Globalisierung von untern lässt sich blicken: China, Süd-Korea, Brasilien Indien usw.).

Das 30-Jährige Jubiläum bietet Anlass, das Erreichte zu feiern, aber auch das Kritische zu hinterfragen. Die „Dritte Welt“, aber auch seine nette Bezeichnung „3. Welt“ gibt es heute in ihrer alten Form und Topographie nicht mehr. Der Verein soll sein Selbstverständnis überdenken und schärfen, will er nicht als raffinierter Handlanger oder Ventil der globalen Machtpolitik des Westen betrachtet werden.
Das Programm des Jubiläums ist bunt: Präsentation von Flyern, Plakaten, Tv- und Hörfunkbeiträgen. Es ist schade, dass ich nicht dabei sein kann, aber aus dem Auge ist nicht aus dem Sinn. Ich wünsche dem Verein für die Zukunft

Alles Beste

Prof. Dr. Albert Gouaffo
Universität Dschang in Kamerun

Roland Henz, Oberbürgermeister der Europastadt Saarlouis

Roland Henz, Oberbürgermeister der Europastadt Saarlouis

Seit 30 Jahren stellt sich die Aktion 3. Welt Saar der gesellschaftlichen Mitverantwortung. Die Vielfalt der Aktionen zeigen großes Engagement und Kreativität. Mannigfache Themen und die jeweiligen Positionen führen zu Lob und Kritik. Auch ich bekenne mich zu diesen unterschiedlichen Äußerungen, doch wer seiner Aufgabenstellung gerecht werden will, ist stets mit solchen Bekundungen konfrontiert.

Doch unabhängig davon gebührt den zahlreichen ehrenamtlich aktiven Vereinsmitgliedern Respekt und Anerkennung für ihren Einsatz.

Die Stadt Saarlouis engagiert sich ebenfalls auf Feldern, die der Aktion 3. Welt am Herzen liegen. So wurden wir z.B. im vergangenen Jahr, nach Saarbrücken, die zweite „Fairtrade-Stadt“ im Saarland. Mit verschiedenen Aktionen und Bildungsangeboten werden Kindertagesstätten, Schulen, soziale Einrichtungen und Betriebe in das Engagement mit einbezogen.

Daneben pflegt die Stadt seit 1986 eine Projektpartnerschaft mit Matiguás in Nicaragua. Diese zielt auf die Förderung von Entwicklungsprojekten zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen vor Ort ab. Es stehen insbesondere die Errichtung von Wohnungen und Schulbauprojekte auf dem Programm.
Mit alledem wollen wir Solidarität mit denjenigen bekunden, denen es erheblich schlechter als uns geht.
Der Aktion 3. Welt Saar e. V. gratuliere ich herzlich zum 30-jährigen Bestehen und ihrer engagierten Arbeit. Für die Zukunft wünsche ich alles Gute.

Roland Henz
Oberbürgermeister der Europastadt Saarlouis

Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann - Beauftragter der Evangelischen Kirchen für das Saarland

"...dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen."

So lautet eine meiner Lieblingsstellen in der Bibel. Sie steht im 85. Psalm. Der Psalmbeter bittet Gott um seinen Segen: Auf der Erde soll die Treue zu Gott aufgrund Seiner dem Volk Israel zuvor bezeugten Treue wachsen. In Folge davon soll sich gerechtes Verhalten unter den Menschen entwickeln.

Das zeugt vom biblischen Denken, dass sich Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung nie von alleine einstellen, sondern dies alles angestrebt werden muss. Aber wir Christinnen und Christen sind imstande, dem Frieden und der Gerechtigkeit nachzujagen, weil wir davon überzeugt sind, dass wir von Voraussetzungen her leben, die wir selbst uns nicht schaffen können. Diese sind uns im biblischen Schöpfungsauftrag vorgegeben: Die gute Schöpfung Gottes, unsere Mit- (nicht Um-)Welt zu bebauen und zu bewahren, sie also nachhaltig zu bewirtschaften, so daß auch künftige Generationen von ihr leben und sich an ihrer Schönheit erfreuen können. So wusste früher jeder Waldbauer und Holzfäller, dass man nur so viel Holz im Wald schlagen kann, wie man auch Jungbäume neu einpflanzt und nachwachsen lässt.

Dieses Wissen ist späteren Generationen verloren gegangen. Man bebaute nur noch, bewahrte aber nicht mehr. Das zeigte sich an rücksichtslosem Raubbau an der Natur, hemmungsloser Ausbeutung unserer natürlichen Lebensressourcen, Verschwendung von Lebensmitteln und Geringschätzung der Erzeuger in Unkenntnis natürlicher Wirtschaftskreisläufe. All das hat uns an die Grenzen des Wachstums gebracht, wie es vor Jahrzehnten bereits der "Club of Rome" prognostiziert hat.

Notwendig ist ein völliges Umdenken: Weg von der quasi-religiösen Anbetung von rein quantitativem Wirtschaftswachstum, ohne darauf zu achten, ob sich das Leben auch qualitativ dadurch für alle verbessert. Wir dürfen also nicht mehr nur "in die Hände spucken, um das Bruttosozialprodukt zu steigern" (so die Band "Geier Sturzflug" 1983), sondern um vorrangig nun ökologische und soziale Folgekosten unserer derzeit praktizierten Ökonomie mit zu bedenken und auch "in Rechnung zu stellen." Um eine schöpfungsgemäße, nachhaltige und die sozialen Folgen mit bedenkende  "Ethik des Genug" zu entwickeln, wie sie gerade wieder jüngst Präses Nikolaus Schneider gefordert hat.
Damit die Natur nicht mehr hemmungslos ge-nutzt und ver-braucht wird.
Damit die uns zu teuer Haushalterschaft von Gott  anvertrauten Güter dieser Erde endlich gerechter unter den jetzt lebenden Menschen verteilt werden.
Damit auch künftige Generationen von und auf dieser Erde wohnen können.
Damit Gerechtigkeit und Frieden einander auf dem ganze bewohnten Kosmos einander küssen können.

In diesem Ringen um eine friedlichere, gerechtere und dem Schöpfungswillen Gottes gemäßere Welt verbünden sich Christinnen und Christen mit allen denen, die diese Ziele auch verfolgen, auch wenn sie es manchmal anders begründen und leben.
So unterstützt die Evangelische Kirche im Rheinland schon seit Jahren die "Aktion 3. Welt Saar" ideell und finanziell, weil sie sich in den meisten Zielen mit der Aktion einig weiß.
Ich gratuliere im Namen der Evangelischen Kirchen im Saarland zum 30 -jährigen Jubiläum ganz herzlich und wünsche der Aktion Gottes Segen und alles Gute für die Bewußtseinsbildung vor Ort und die hilfreichen Aktionen, um dem Ziel einer gerechteren Welt näher zu kommen.
Ich kenne viele der handelnden Personen, die mit großem Engagement Themen voranbringen, und freue mich auf zahlreiche weitere Begegnungen mit den Aktiven der Aktion 3. Welt Saar.

Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann
Beauftragter der Evangelischen Kirchen für das Saarland
Evangelisches Büro Saarland
Am Ludwigsplatz 11
66117 Saarbrücken

Ottmar Ilchmann, Milchbauer, Rhauderfehn (bei Leer), Ostfriesland

Welch` Ehre! Als wahrscheinlich nordwestlichstes Mitglied der Aktion 3. Welt Saar werde ich um ein Grußwort zum 30jährigen Jubiläum gebeten! Oder bin ich überhaupt das einzige niedersächsische Mitglied dieses kleinen, elitären Clubs? Oder gar das einzige außerhalb des Saarlands? Jedenfalls kommen immer verwunderte Fragen, wenn ich die „Beiß´mit!“-  Anstecknadel hier in Norddeutschland trage – aber genau darum trage ich sie ja, und zwar mit Stolz, um diesem wichtigen Verein hier bei uns einen größeren Bekanntheitsgrad zu verschaffen. Diesen verdient die Aktion 3. Welt Saar nämlich, denn sie ist in ihrer Kombination von Themen und Menschen einzigartig und unersetzlich.

Zum ersten Mal aufmerksam wurde ich auf Roland und seine Mitstreiter, als wir von BDM-Team Ostfriesland Anfang 2010 erste Gespräche mit Vertretern des DGB und seiner Teilgewerkschaften führten. Eine sehr lohnende, aber auch schwierige Aufgabe, ist doch traditionell die Ferne zwischen Arbeitern und Bauern, zumindest in unserer Region, groß. Da gab es doch im fernen Saarland ein paar Freaks, die schon auf die gleiche Idee gekommen waren! Interessant! Auch die weiteren Betätigungsfelder fand ich sehr gut, weil ich an jeder Form von Vernetzung unterschiedlicher Gruppen interessiert bin. Hier war alles vertreten: Neben den Gewerkschaften kümmerte sich die Aktion 3. Welt Saar auch um Kontakte zu Naturschützern und nicht zuletzt zu Entwicklungsprojekten in Ländern des Südens. Besonders fruchtbar ist hier der direkte Kontakt und Austausch zwischen Bäuerinnen und Bauern aus diesen Ländern und aus Deutschland durch Besuche. Und dann findet das alles auch noch in Zusammenarbeit mit AbL und BDM statt, meinen beiden „Stammorganisationen“. Perfekt! Eine persönliche Begegnung mit Roland auf der AbL-Bundesversammlung 2010 gab dann den endgültigen Anstoß für meinen Beitritt.

Seitdem nehme ich, wenn auch aus der Ferne, regen Anteil an den Aktivitäten und profitiere von den Informationen und Aktionen unseres gemeinsamen Vereins. Diese motivieren immer wieder dazu, auch selbst neue Vernetzungsprojekte in Angriff zu nehmen. Die Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften hat sich für uns übrigens zur Erfolgsgeschichte entwickelt; wir treffen uns regelmäßig, machen gemeinsame Veranstaltungen und Demos, und gerade haben wir zum dritten Mal an den Feiern des DGB zum ersten Mai teilgenommen.  

Ottmar Ilchmann,
Milchbauer, Rhauderfehn (bei Leer), Ostfriesland
Aktiv im Bundesverband Deutscher Milchviehhalter und AbL.
Mitglied in der Aktion 3.Welt Saar

Mark Indig, Deutsch-Israelische Gesellschaft, Trier

Die Deutsch Israelische Gesellschaft Trier beglückwünscht die Aktion 3 Welt Saar herzlich zu ihren 30 jährigen erfolgreichen Bestehen. Seit sieben Jahren kooperieren wir immer wieder mit unseren streitbaren saarländischen Nachbarn. Unser Grund für die Zusammenarbeit liegt im Selbstverständnis der Aktion 3 Welt Saar: "Wir haben bewusst kein Projekt in der 3 Welt, weil wir uns nicht anmaßen, andere zu entwickeln. Unser Entwicklungsland ist Deutschland."

Diesen Grundsatz der Aktion 3. Welt Saar teilt die DIG-Trier. Wir maßen uns auch nicht an, Fragestellungen innerhalb der israelischen Gesellschaft von Deutschland aus zu beantworten Probleme und Konflikte in Israel und Nahen Osten zu lösen.

Unsere Aufgabe und Anliegen ist es, das falsche und verzerrte Bild, das unsere Medien in Deutschaland von Israel verbreiten gerade zu rücken, indem wir zeigen, dass Israel weitaus mehr zu bieten hat als Probleme und Konflikte.

Deshalb freuen wir uns auf die weitere Zusammenarbeit mit die Aktion 3 Welt Saar für mindestens die nächsten 30 Jahre.

Mark Indig
Vorsitzender der Deutsch Israelischen Gesellschaft Trier

Raimund Jakobs, Losheim am See

Heimatliche Geburtstagsgrüße...

... und Gratulation der Aktion 3. Welt  Saar zum 30-jährigen Bestehen kommen aus der kommunalen Losheimer „Oldie“Ecke. Sie spiegeln daher auch lokalpatriotische Züge und ein Resümee aus meiner gemeindlichen Sicht wider. Als solche gelten sie einer Gruppe, mittlerweile Institution,  mit erwiesenem –nicht übertrieben- „weltweiten“ Wesen und Wirken, deren Wiege in Losheim stand und deren Herz, zumindest jedoch eine Herzkammer zu unserer Freude in Losheim schlägt. 1982 von entschlossenen Bürgern in der Krypta der Pfarrkirche Losheim gegründet und mittlerweile seit 30 Jahren mit lokalem, regionalem und letztlich globalem Einsatz für Gerechtigkeit und Menschlichkeit unterwegs.

Mit Bürgermeisterkompetenz ausgestattet, war ich nicht nur Zeitzeuge, sondern auch Akteur ihrer bewegten Gründungsgeschichte, in deren Verlauf   ihr die Gemeinde Losheim eine definitive Heimstätte in einem von mir im Rahmen der Ortskernsanierung erworbenen Haus zur Verfügung stellte. Soziale Ziele waren auch  Sinn der Ortskernsanierung und ihnen wurde - das beweist u.A. auch die riesige Leistungskurve des 30-jährigen Wirkens der Aktion 3. Welt Saar- mit der Bereitstellung gemeindeeigener Räume in Losheim und deren  spätere Übereignung an die Aktion 3. Welt in hohem Maße gedient.

So ist die Aktion 3.Welt Saar, getragen von kritischen Kräften ihrer Generation, mit Verständnis und Mitgefühl für die vielfältige „Not der Andern“ auf der Welt zu einer respektierten Losheimer Stimme und damit ein Stück Kulturgeschichte unserer Gemeinde geworden. Dass dabei auch nicht alle ihre Aktivitäten und Argumente dem Interesse oder darüber hinaus der Anerkennung der hiesigen Öffentlichkeit begegneten, ändert an dieser Wertschätzung nichts. Hier  trifft in gewisser Weise wohl auch der biblische Vergleich mit „dem Propheten in seiner Vaterstadt“ zu.

Dennoch stellt sich  das Wirken der Aktion 3. Welt Saar  auch als ein markanter Teil  des Losheimer Gemeinschaftslebens dar, das eine ständig passierbare Brücke zu den sozialen und humanen Anliegen der weiten Welt schlägt. Ihr 30-jähriges Jubiläum bietet Gelegenheit zu einer Würdigung im öffentlichen Rahmen.

Raimund Jakobs
Bürgermeister der Gemeinde Losheim am See a.D.
Von 1968 bis 1990 Bürgermeister der Gemeinde Losheim am See

Claude Michael Jung, Saarländische online Zeitung

30 Jahre Aktion 3.Welt Saar – Am Anfang stand ein Schmunzeln
Ein Grußwort der Saarländischen online Zeitung zum Jubiläum

An einem lange zurückliegenden 1. Mai lernte ich eine Truppe kennen, von der ich zwar schon gehört , aber mir noch keinerlei Gedanken über sie gemacht hatte. Es war bei einer Maikundgebung des DGB-Saar im Deutsch-Französischen Garten in Saarbrücken, bei der die großen alten Bäume in dieser wunderschönen Parkanlage wie alle Jahre zuvor dem kampfbereiten Festredner lauschten, wie er wieder einmal vom Arbeiterparadies auf Erden fabulierte. Ich wollte ein paar Fotos vom Aufmarsch der Gewerkschafter machen und hatte mich am Nordeingang mit meiner Kamera postiert, um bloß alles auf Film für die Nachwelt festzuhalten. Mitten im Vorbeimarsch unzähliger Gewerkschaftsfahnen und Transparente zog auch eine Gruppe mit Fahnen vorbei, auf denen ein ziemlich bissiges und wirklich kampfbereites Fabeltier abgebildet war. Aktion 3.Welt Saar war auf den Fahnen zu lesen, und eine resolut wirkende Frau in meiner direkten Nähe fragte, in meine Richtung schauend: „Ei gehert das Saarland jetzt schunn zur dritt Welt“?. Ich beruhigte die gute Frau und versicherte ihr glaubhaft, dies seien Mitglieder einer Organisation, die der Gegenwart noch weit voraus ist. Der fromme Schwindel verfehlte seine Wirkung nicht. Ich heimste ein fast dankbares „Aha“ ein und machte mich aus dem Staub. Jener ferne 1.Mai war nicht der Beginn einer wundervollen Freundschaft zwischen mir und den Mädels und Jungs der Aktion 3.Welt Saar, aber mein Interesse war geweckt. Ich teilte nicht immer ihre Auffassung, und so entstand auch mal ein kontrovers geführter Disput. Roland Röder, damals Mitglied im Vorstand der Aktion 3.Welt Saar, war sogar einmal der Überzeugung, mich vergiften zu müssen, und übergab mir eine Flasche hausgemachten Viez als Geschenk. Fast hätte die flüssige Biowaffe einen gestandenen Biertrinker wie mich sogar um die Ecke gebracht. In einem Grußwort sollte man natürlich nur Gutes über den Jubilar schreiben, jedoch dieser heimtückisch geplante Mordanschlag gehört zur Chronik der Aktion 3.Welt Saar und sollte nicht einfach verschwiegen werden.

"Aufklärer in Sachen Realität und deutscher Vergangenheit" , so könnte man die Themenwelt der im saarländischen Losheim angesiedelten Organisation beschreiben. Hintergründe und Tatsachen der Kolonialgeschichte Deutschlands, die heute noch meist glorifizierend dargestellt wird, hat die Aktion 3.Welt Saar schonungslos zurechtgerückt und sich damit nicht nur Freunde geschaffen. Den Mythos eines vom Kaiser geehrten und vom Führer geliebten Paul von Lettow-Vorbeck hatte man sogar gewagt, anzukratzen. Das war wohl auch ein Grund dafür, dass die CDU - geführte Landesregierung unter Saarfürst Peter Müller die Fördermittel für die Losheimer Aufklärer strich und die Jamaika - Koalition nichts unternahm, die Sanktion zurückzunehmen. Die Hoffnung, dass die Losheimer „Staatsfeinde“ nun ihre Aktivitäten einstellen würden oder zumindest stark herunterfahren müssten, war bloß eine der vielen Fehleinschätzungen der christlichen Ära Peter Müllers und seiner Mitregenten.

„Neger, Mohren, Bimbos“, unter diesem Titel erschien auch ein provokativ aufgemachter Flyer, der sich mit dem Thema Rassismus in der Kinderliteratur und der Spurensuche am Beispiel Afrikas beschäftigte. Der Flyer kündigte einen spannenden Diavortrag an, der den Blick auf den schwarzen Kontinent schärfte. Angefangen von der Berliner Kongokonferenz 1884 über den Völkermord an den Hereros bis in die heutige Zeit hinein sind diese Themen auch unkritisch in viele Kinderbücher und Filme eingeflossen.

Zum großen Themenkomplex der Aktion 3.Welt Saar gehören neben Militarismus, Antisemitismus, Globalisierung und weiteren Themen auch der alltäglich erlebte Rassismus auf unseren Straßen, vor allem aber auf dem Fussballplatz. So gründete sich auch eine Fussball AG, die auf und um den heiligen Rasen des „weltoffenen“ Saarlandes  die Weisheiten und Sprüche der Fans in Erfahrung bringt. Nicht bei den Spielen der oberen Ligen und bei internationalen Turnieren feiert der Rassismus seine Orgien. Oft sind es die kleinen Dorfvereine, bei denen es schon zur „Kultur“ zu gehören scheint, dunkelhäutige oder einfach etwas anders aussehende Spieler mit ekelhaften Sprüchen und Gesten zu überziehen. Wehe, der geliebte eigene Verein kassiert auch noch eine Niederlage.

In jüngster Zeit hat die Aktion 3.Welt Saar auch ihre Aufmerksamkeit der fair gehandelten Milch zugewandt. Zum Auftakt der Kampagne„ERNA goes fair – für eine faire Landwirtschaft weltweit“ luden die Losheimer Werbestrategen zum „Frühstück im Kuhstall“. Über den ausgerollten roten Teppich betrat auch ein echter Fan frischer Saarmilch den Stall voller glücklicher Kühe: Eugen Roth, Vorsitzender des DGB- Saar, ein echter Wonneproppen erwies den Vollmilchspenderinnen seine Reverenz. Roth, so wird gemunkelt, wolle in Zukunft als Werbeträger für den mit Wachstumshormonen stark kontaminierten Saft fungieren. Vorbild für Roth sei das Michelinmännchen, so ein Spötter. Dafür soll der DGB-Chef im Saarland sogar direkt neben Erna platz genommen haben und für den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft die Produkte von Erna und deren Stallgenossinnen in größerer Menge verzehrt haben so ein anwesender Fotograf. An Ernas Euter hat sich Eugen Roth allerdings nicht gewagt. Womit wir erneut bei den Meinungsverschiedenheiten zwischen mir und den Losheimer Akteuren angelangt sind.

Nicht nur für einen Biertrinker wie mich ist Milch ein völlig unnötiges Produkt. Auch die Medizin teilt inzwischen meine Meinung, denn Milch macht krank. Reizdarm, Blähbauch, Allergien, Durchfall, Müdigkeit und einige andere Zipperleins haben ihre Ursache im Verzehr von Milch. Bier dagegen ist als reines Naturprodukt selbst in größeren Mengen gesund, es hält Körper und Geist fit, ist ein idealer Sparringspartner für Nieren und Blase. Bier ist im Gegensatz zur Milch sogar ein echter Schlankmacher. Der sogenannte Bierbauch hat mit dem edlen Gerstensaft rein gar nichts zu tun. Die Wampe schwillt wegen schlechter Ernährung ihres Trägers. Verzehren Sie mal täglich eine halbe Sahnetorte, eine Kalorienbombe aus Milch und Zucker, und Sie können ihrer Wampe beim Anschwellen zuschauen. Damit sollen die Leistungen der Aktion 3.Welt Saar in den letzten 30 Jahren aber keineswegs herabgewürdigt werden.

30 Jahre habt ihr Mädels und Jungs uns allen den Blick auf die Hintergründe der Politik, des Welthandels und des Miteinanders der Völker geschärft und erweitert. Macht weiter so in den nächsten 30 Jahren. Auf dass Ihr Euch dann immer noch Aktion 3.Welt Saar nennt und nicht etwa Aktion 3.Welt Rheinland Pfalz/Saar, das wäre dann wirklich schlimm. Und zum Schluss noch eine Bitte im Namen der gesamten Presselandschaft: sorgt dafür, dass Euer Gegenaufruf gegen das alljährlich nervende „Brot statt Böller“ -Traktat einer Hilfsorganisation pünktlich zum Jahreswechsel auf den Tickern der Redaktionen landet. Dies gehört einfach zur Tradition, und die muss gepflegt werden; von Ewigkeit zu Ewigkeit -Amen

Claude Michael Jung
für das Team der Saarländischen online Zeitung

Iris Kiefer - Kampagne „Meine Landwirtschaft“

Die Aktion 3. Welt Saar wird 30 Jahre alt! Herzlichen Glückwunsch und alles Gute zum Geburtstag!!
Dreißig Jahre, das ist eine lange Zeit! 1982, da war ich gerade drei Jahre alt. Helmut Kohl wird Bundeskanzler, in Bonn demonstrieren 350.000 Menschen gegen den Nato-Gipfel und das erste deutsche Retortenbaby kommt zur Welt. Und die Aktion 3. Welt Saar wird geboren!

Die Aktion 3. Welt Saar – so richtig lange kenne ich sie noch gar nicht. Aufgefallen sind sie mir im Vorfeld der zweiten „Wir haben es satt!“-Demo in Berlin, deren Koordination ich damals übernahm. Erst stolperte ich über den Namen: „3. Welt“ sagt man heute nicht mehr! „Eine Welt“ ist die Begrifflichkeit dieser Zeit. Aber die Aktion 3. Welt Saar steht zu ihrem Namen und erklärt, warum sie so heißt: sie wollen die Realität nicht schön reden, sie wollen aufmerksam machen auf die Tatsache, dass es für viele Menschen in den Ländern des Südens immer noch eine 1. Welt gibt, in der es Geld und Luxus gibt, den sie nicht haben.
Und so habe ich die Aktion 3. Welt Saar dann auch weiter kennengelernt: überzeugt, für ihre Argumente einstehend, nicht angepasst und nicht „nett“, nur um des Nettseins Willen. Das finde ich überzeugend und ehrlich! Schon ihr Wappentier zeigt, dass auch mal Zähne gezeigt werden – wer Fördermitglied werden möchte, klickt auf den Button „Beiss mit!“

Wir haben viel zusammen gearbeitet, inhaltlich und organisatorisch. Die Aktion 3. Welt Saar habe ich dabei stets als sehr verlässlichen Partner kennengelernt. Und als vielseitig engagiert! Auch wenn unsere direkten Berührungspunkte meist im Kontext Landwirtschaft und Agrarpolitik lagen, bin ich beeindruckt von der Vielfalt an Themen, denen allen eins zu Grunde liegt: der Einsatz für mehr Gerechtigkeit und Freiheit – sei es im Bereich Antirassimus, Atomenergie oder Globalisierung.

Was ich der Aktion 3. Welt Saar für die Zukunft wünsche? Dass sie auch in den nächsten 30 Jahren diesen Weg weitergehen, genau hingucken werden und auch mal den Finger in die Wunde legen, wenn es notwendig ist, und weiter die Stimme erheben für mehr Gerechtigkeit. Und dass sie auf diesem Weg weiterhin vielseitige Unterstützung bekommen. Alles Gute!

Iris Kiefer
Kampagne „Meine Landwirtschaft“


Annegret Kramp-Karrenbauer, Ministerpräsidentin des Saarlandes

Zu ihrem 30. Geburtstag spreche ich der Aktion 3. Welt Saar meine herzlichen Glückwünsche aus. Seit drei Jahrzehnten nun setzt sich die Aktion 3. Welt Saar im Saarland für die Belange und Interessen derer ein, die zu den Verlierern des globalen Geschehens zählen. Das ist aller Anerkennung wert, zumal sie dies immer noch mit jugendlicher Flinkheit, Frische und Forschheit tut. Manchmal so, dass ich nicht allen Positionen uneingeschränkt zustimmen kann.

Daraus ergeben sich notwendige Diskussionen, etwa über die Frage, ob jeder Sachverhalt, der als rassistische, faschistisch oder anderes beurteilt wird, dieses Urteil wirklich verdient. An diesen Debatten zeigt sich aber auch, dass die Aktion 3. Welt Saar keiner Auseinandersetzung aus dem Weg geht. Und gerade in jüngster Zeit vertritt sie Thesen gegen den allgemeinen Zeitgeist.

So zum Beispiel die kritische Sicht auf den Islamismus und die strikte Ablehnung eines Multikulturalismus-Begriffes, der vollkommen inakzeptable Praktiken wie Zwangsheiraten, Ehrenmorde, Schleierzwang etc. mit dem Hinweis auf deren kulturelle Eigenheit verharmlost. Hier finde ich es richtig, dass die Aktion 3. Welt Saar diese Phänomene beim Namen nennt und als das bezeichnet, was sie sind, nämlich Verbrechen gegen die Menschenrechte. Und hierfür darf es, wie es Heiner Geißler ausdrückte, keinen Kulturrabatt geben. 

In diesem Sinne nochmals: Herzlichen Glückwunsch!

Ihre
Annegret Kramp-Karrenbauer
Ministerpräsidentin des Saarlandes

Sabine Kronenberg, Evangelischer Entwicklungsdienst (EED), Bonn/Berlin

Das Referat Bildung und Förderung des  Evangelische Entwicklungsdienstes gratuliert der Aktion 3. Welt Saar ganz herzlich zum 30 jährigen Jubiläum.

Mit Themen wie Welthandel, Ernährung und Agrarpolitik, Fairer Handel, Kolonialismus, Friedenspolitik, Islamismus, Gender, die die Aktion 3. Welt Saar bearbeitet und der Umsetzung in Projekte wie der Kampagne zur  Ernährungssicherheit und Nachhaltigkeit (ERNA goes fair – für eine faire Landwirtschaft weltweit) sehen wir die Anliegen des Evangelischen Entwicklungsdienstes verwirklicht:
 „Kenntnisse über globale Zusammenhänge und wechselseitige Abhängigkeiten zu vermitteln, den Prozess des Umdenkens in der eigenen Gesellschaft zu fördern,  Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen,…“
Die Aktion 3. Welt platziert die entwicklungspolitischen Themen in einer strukturell schwachen Region. Regionale Themen, die die Menschen unmittelbar in ihrem Alltag berühren werden dabei mit weltweit bedeutsamen entwicklungspolitischen Fragestellungen verknüpft.

Die Arbeit des Vereins wird getragen durch ein starkes ehrenamtliches Engagement. Sie ist eingebunden in ein großes Netz von Kooperationspartnern. So ist es möglich, dem Hauptziel des Vereins näher zu kommen:
„Zu einer Welt, in der Menschen frei von Armut, Existenzangst und Unterdrückung leben können, in der jeder den gleichen Zugang zu kulturellen und materiellen Ressourcen einer Gesellschaft hat, beizutragen“.
Die Aktion 3. Welt Saar feiert in diesem Jahr das 30 jährige Jubiläum. Aus einer kleinen lokalen Initiative hat sich eine überregional arbeitende Organisation entwickelt, die im Jahr über 100 Veranstaltungen, Aktionen und Treffen durchführt.

Wir wünschen weiterhin viel Erfolg mit der so ambitionierten entwicklungspolitischen Bildungsarbeit.

Sabine Kronenberg
für das Referat Bildung und Förderung des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED)

Oskar Lafontaine, Vorsitzender der Fraktion Die Linke im saarländischen Landtag

Viele Menschen wenden sich heute enttäuscht von der Politik ab, weil sie das Gefühl haben, ohnehin nichts ändern zu können. Es herrscht Resignation. Dabei brauchen wir dringend einen breiten Widerstand gegen die zum Himmel schreienden Zustände der Ungerechtigkeit – in unserem Land, in Europa und weltweit. Wir müssen uns wieder empören. Die Aktion 3. Welt Saar tut genau das seit 30 Jahren. Sie nimmt die Zustände nicht einfach hin, sondern kämpft  engagiert, geradlinig und ausdauernd für Gerechtigkeit, Frieden und Menschenrechte. Das ist für die Regierenden nicht immer angenehm, aber es ist unverzichtbar. Ich erinnere mich gut etwa an das klare Nein der Aktion 3. Welt Saar zum den Irak-Kriegen 1990 und 2002 sowie zum Afghanistan-Krieg. Krieg darf kein Mittel der Politik sein – auch nicht das letzte. Klar und eindeutig auch das Engagement gegen den Einfluss von Lobbyisten auf Politik in unserem Land – das Flugblatt „Hier wird Politik gezockt“ über die Manipulationsversuche der Bertelsmann Stiftung und der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, sollte zum Unterrichtsmaterial an unseren Schulen werden. Und schließlich hat die Aktion 3. Welt Saar schon früh Hartz IV als das dargestellt, was es ist: Als eine unsoziale Rutschbahn der Löhne. Deshalb: Macht weiter so! Unsere Gesellschaft braucht Eure starke Stimme gegen Ungerechtigkeit.

Oskar Lafontaine
Vorsitzender der Fraktion Die Linke im saarländischen Landtag

Jo Leinen, SPD, Mitglied des Europäischen Parlamentes

Jo Leinen, SPD, Mitglied des Europäischen Parlamentes

Liebe Freundinnen und Freunde,

auch nachträglich noch einen herzlichen Glückwunsch für drei Jahrzehnte Aktion 3. Welt Saar. Wer sich die 30 Jahre Revue passieren lässt, wird feststellen, welch große Veränderungen in der Welt stattgefunden haben, aber auch, welche Dauerbrenner bei Menschenrechten, Entwicklungsproblemen und kriegerischen Konflikten nach wie vor bestehen.

Eure Arbeit ist auch in den kommenden Jahren von hohem Wert. Ich wünsche dazu immer wieder neue Bereitschaft von Personen, die sich aktivieren.

Weiterhin viel Erfolg.

Mit freundlichem Gruß

Jo Leinen, MdEP

Rolf Linsler, Vorsitzender Die Linke Saar

Ich schätze die Aktion 3. Welt Saar wegen ihrer klaren Worte. Etwa zu Hartz IV: „Elixier für die Profitgier“ wurde die verheerende Arbeitsmarktreform der rot-grünen Bundesregierung 2004 zu Recht in einem Flugblatt genannt und dabei davor gewarnt, dass sich „der Lebensstandard von Langzeitarbeitslosen halbiert“ und „die Noch-Beschäftigten immer stärker unter Druck gesetzt werden können, für weniger Lohn länger zu arbeiten.“ Recht gehabt! Die Aktion 3. Welt Saar gibt denen eine Stimme, die sonst kaum Gehör finden: Armen und Flüchtlingen etwa – ob hier in Deutschland oder weltweit. Unbestechlich und dabei immer auf der Seite der Benachteiligten. Gegen Kriege, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, gegen die unwürdigen Zustände im Flüchtlingslager Lebach – und immer für die Menschen. Dafür wurde die Aktion 3. Welt Saar auch schon abgestraft. So hat der damalige Ministerpräsident Müller seinen Kritikern im Jahr 2001 25.000 DM Fördermittel gestrichen. Und trotzdem ist sich die Aktion 3. Welt Saar treu geblieben. Ich hoffe, dass sie auch in Zukunft Zähne zeigen und gegen die Ungerechtigkeiten dieser Welt anstreiten wird.

Rolf Linsler
Vorsitzender Die Linke Saar

Thomas Lutze (MdB), Die Linke

Herzlichen Glückwunsch - wofür eigentlich?

Gut, die nerven halt manchmal. Das machen andere auch. Aber die vergessen auch nichts. Selbst nach vielen Jahren findet sich noch jedes Zitat und jede noch so nebensächliche Aussage. Mit Gras drüber wachsen lassen wird das nicht. Und sie lassen nicht locker. Ganz gleich wie oft ein Trommelfeuer von noch so unsinnigen Argumenten losgelassen wird, keine Chance. Geradlinigkeit nennt man das. Trotzdem können sie zuhören, sind offen für andere Meinungen. Wenn sie eine Partei wären, müsste man sie wählen. Das wollen sie aber nicht, zum Glück.

Thomas Lutze
MdB, Die Linke
Mitglied im Beirat der Aktion 3.Welt Saar?

Doris Müller, Saarbrücken

AKTION 3.WELT SAAR: Immer einen Schritt voraus!
Es ist eine riesige Freude für mich und ich fühle mich richtig geehrt, die Aktivitäten der letzen dreißig Jahre, soweit ich sie verfolgen konnte, zu kommentieren. Es hat Spaß gemacht, die Zeit mit Euch noch mal Revue passieren zu lassen. Wir, die mit den „Losheimern“ älter geworden sind, sind scheinbar in die Jahre gekommen –

für Euch aber gilt heute mehr denn je:

AKTION 3.WELT SAAR: Immer einen Schritt voraus
Ihr seid reifer - trotzdem jünger, umsichtiger - trotzdem schlagkräftiger, breiter aufgestellt - trotzdem fokussierter und fußballverrückter geworden. Alles immer konsequent(er)!

Ich komme 1984 nach meiner ersten Arbeitsbrigade in Nicaragua durch meine Mitarbeit im El Salvador Komitee und im Nicaragua-Verein-Saarbrücken in Kontakt mit der Losheimer Gruppe um Gertrud Selzer, Ingrid und Roland Röder. Ein paar VertreterInnen saarländischer 3. Weltgruppen erkennen die Notwendigkeit der Vernetzung und gründen die „Koordination Saarländischer 3.Weltgruppen“. Mit eifrigen Streitern treffen wir uns monatlich rotierend in verschiedenen saarländischen Städten in den Räumlichkeiten der dort ansässigen Gruppe.  Dies dient dem Kennenlernen der Situation vor Ort, dem inhaltlichen Austausch und der Perspektivdiskussion. So bekommen wir hautnah mit, wie die Losheimer erfolgreich um ihre Räumlichkeiten kämpfen.  In Saarlouis dagegen schließt der Weltladen nachdem Neonazis mehrfach die Fenster des dortigen Weltladens eingeschlagen haben. In Saarbrücken kämpfen wir um den Erhalt der „Alten Feuerwache“ für Gruppen des alternativen Spektrums.  Die Diskussionen der Koordination fließen in die jeweiligen Gruppen zurück und sorgen dort manchmal auch für Konflikte, da in der  Koordination stets etwas radikalere politische Anschauungen entwickelt wurden.

In dieser Zeit des gemeinsamen Handelns in der Saarländischen 3. Welt Koordination veranstalten wir Fortbildungen für alle 3.Welt-Gruppen und Interessierte im Saarland. Als besonderer Luxus ist mir ein gemeinsames Filmwochenendseminar  in Erinnerung, an dem wir uns auf einem Matratzenlager non Stopp spannende Filme über Ernährung, giftige Bananenstauden, Plünderung der Ressourcen und Regenwälder angesehen haben. Im Bildungs- und Freizeithaus „Haus Eichwald“ in Nunkirchen veranstalten wir gemeinsam Seminare mit exzellenten ReferentInnen zu brisanten Themen wie z.B. Fluchtursachen  u. saarländische Abschiebepraxis.

Die AKTION 3.WELT SAAR bietet von Beginn an Hilfestellung und Beratung bei der für die anderen Gruppen noch ungewohnten Tätigkeit der „Antragstellung“, nachdem 1984 das Ministerium für  Frauen, Arbeit, Gesundheit und Soziales den Gruppen eine „Förderung von Projekten und Maßnahmen der Jugendhilfe“ gewährt.

AKTION 3.WELT SAAR: Immer einen Schritt voraus!
Als das Thema Nachhaltigkeit noch ausschließlich zur Fortwirtschaft gehörte, und niemand aus den anderen Gruppen der Koordination den Begriff auf der Agenda hatte, regte A3WS eine Diskussion darüber an. Ich erinnere mich noch deutlich an meine Skepsis  gegenüber dieser „neumodischen“ Entwicklung.

Solidaritätsbasar Saarbrücken: In den Jahren, als sich die A3WS -  in den Vorbereitungssitzungen oftmals vertreten durch Peter Walter - beteiligte, war eine politische Aussage des Solidaritätsbasars noch sichtbar. Der A3WS ging es um (oftmals kontroverse) Themen wie z.B. 1994 bei der Veranstaltung: „Keine Urlaubsbilder aus Kurdistan“, in der über die Politik der Türkei informiert, und damit auch der gerade boomenden Tourismus in die Türkei in Frage gestellt wurde.  Späteren Themenschwerpunkte der A3WS mit afrikanischer Literatur, Musikinstrumenten u. Gewürzen fanden bei allen Besuchern große Resonanz.

AKTION 3.WELT SAAR: Immer einen Schritt voraus!

Mit dem ersten Allerweltsbasar in der historischen Fellenbergmühle in Merzig wurde 1999 eine attraktive Alternative zum Solidaritätsbasar in Saarbrücken ins Leben gerufen. Das Thema des Fairen Handels wird endlich zu einer Selbstverständlichkeit.

AKTION 3.WELT SAAR: wieder einen Schritt voraus!
Was unbedingt gesagt werden sollte: In Losheim ist man weder lustfeindlich noch moralinsauer! Freudige Überraschung kam auf,  als meine Familie im Urlaub 1997 den Appell der A3WS,  der es zu Silvester auf der Titelseite der tageszeitung geschafft hatte,  zu Gesicht bekam. „Böller statt Brot“ war ein mutiger Schritt, der irritiert und deshalb im Gedächtnis bleibt.

Eine „Konfliktlinie“, wenn man das mal so nennen darf,  zwischen Der A3WS und anderen entwicklungspolitisch tätigen Gruppen war stets, dass sich A3WS nicht um Projekte in der 3.Welt kümmern wollte, sondern ausschließlich auf die Aufklärung im eigenen Land besteht. Die meisten Gruppen unterstützen mit Engagement lokale Entwicklungshilfe- Projekte, für die sie eifrige Unterstützung einsammeln. Politische Aufklärung und die sog. Hilfe zur Selbsthilfe sollten kein Widersprich sein.

Ich freue mich auf weiterhin interessante und wichtige Beiträge der A3WS. Beim diesjährigen Bioshärenfest in Beeden haben wir mit dem ersten regional-fairen Produkt, den Seifen der Bliesgau-Kosmetik (mit Karitébutter aus Burkina Faso) auch die Flugschrift die „Agrotreibstoffe – weder öko noch fair“  so wie Erna goes fair als Zugabe an ein interessiertes Publikum gebracht.  Wir hoffen auch der A3WS ab und zu was Neues bieten zu können und freuen uns auf die Zusammenarbeit.

PS: Was ich besonders mag ist die Erweiterung der politischen Arbeit der A3WS durch die (sinnlichen) Beiträge der Roten Zora.

Doris Müller

Netzwerk Selbsthilfe Saar e.V.

Liebe Freunde und Freundinnen der Aktion 3. Welt Saar,

wir gratulieren euch zu dreißig Jahren, Tatendrang, Unruhe stiften und politischem Engagement! Bravo, dass schaffen nicht viele und noch wenigere schaffen es, aus der saarländischen Provinz zu einer bundesweit agierenden Organisation aufzusteigen. Wahrscheinlich seid ihr die Einzigen, die dies vollbracht haben.

Seit vierundzwanzig Jahren erhalten wir jedes Jahr pünktlich euren Mitgliedsbeitrag und ihr dafür in regelmäßigen Abständen auch finanzielle Unterstützung. Getreu unserem Motto: Widerborstiges fördern!
Die Förderungen, die ihr von uns erhalten habt, sind so vielfältig wie euer Arbeitsspektrum. 1988 gab es Geld zur Anschaffung von Frauen-, Kinder- und Jugendliteratur zum Thema 3. Welt. 1993 förderten wir den Kauf des Hauses in der Weiskircherstraße, 1995 unterstützten wir ein Seminar zur Rolle der PKK, 1996 sprangen wir ein, als der Kreis Merzig-Wadern euch nicht mehr fördern wollte. 2000 floss das Geld für die Veranstaltungsreihe „Lettow-Vorbeck“, 2001 für eine Veranstaltung mit Jose Bové, 2002 trugen wir zur Finanzierung der Herbst-Ausgabe der Flugschrift bei. Dann kamen die Jahre 2005 und 2006. Ihr stelltet Anträge für den Imageflyer Fairer Handel, die Flugschrift „Gute Kinderarbeit – schlechte Kinderarbeit – Ein Plädoyer für Kinderrechte“ und eine Veranstaltung mit Beate Klarsfeld – aber von uns gab es kein Geld, nicht weil wir die Projekte nicht wichtig und gut fanden, sondern weil wir auf Fragen in der Vollversammlung keine wirklichen Antworten erhielten. 2007 änderte sich dies wieder und wir förderten die Flugschrift „Der Mythos Paul von Lettow-Vorbeck“, 2008 und 2009 unterstützten wir die Renovierung des Weltladens in Losheim.

In all den Jahren haben wir euch als fairen Partner erlebt und freuen uns über euren Erfolg!
Weiter so, und das bissige Tier wird vom Wildschwein weiter begleitet.

Netzwerk Selbsthilfe Saar e.V.

Rudi Peter, Zukunftswerkstatt Saar, Dillingen

Liebe JubilarInnen,

30 Jahre Aktion 3.Welt Saar! In unserer schnelllebigen Gesellschaft trägt dieser Zeitraum bereits das Gütesiegel des GENERATIONS-Jubiläums in sich. Was prägt sich des Weiteren aus der Sicht und Perspektive der Zukunftswerkstatt Saar als authentische, Solidarität stiftende und beispielhafte Aktion ein?

Mindestens 5 Charakteristika sind offensichtlich:

die Aktion 3.Welt Saar bleibt ihrer saarländischen Heimatgemeinde Losheim treu. Sie widersteht der Verlockung, ihre personelle, thematische und örtliche Ausdehnungsentwicklung mit einem Wechsel in eine bundesdeutsche Großstadt zu verbinden. Sie nutzt die Chance der Provinz, ihre Aktivitäten ursprünglicher und eigenständiger organisieren zu können als in einer hektischen und mitunter Moloch-artigen Metropole

Die Aktion 3.Welt Saar begreift sich als allgemeinpolitische Organisation, die in all ihren Initiativen ihre Unabhängigkeit wahren will. Den Beweis hat sie bisher erbracht, indem sie den vielfältigen Versuchungen der kaschierten, aber doch versuchten Vereinnahmung durch finanzielle Hilfsangebote widerstehen konnte.

Ihre politische Einflussnahme ist „die Aktion“. Sie bringt sich ein und zeigt Flagge. Sie belässt es nicht beim Debatten-Beitrag sondern versucht, in Solidarität mit Gleichgesinnten ihre humanen Ziele praktisch und konkret durchzusetzen.

Ihre Handlungsfelder und Themenspektren haben sich von Beginn an ständig erweitert. Erfreulich ist vor allem die konsequente Neuorientierung der 3.-Welt-Politik in all ihren Facetten, die sich nur dann rechtfertigt, wenn sie sich zugleich als Eine-Welt-Politik begreift.

Im kalifornischen L.A. habe ich Diane Colman nach der Richtspur ihres jahrzehntelangen Kampfes als Rollstuhlfahrerin und Vorkämpferin für barrierefreies Leben gefragt. „You must have a vision“, sagte sie. In Europa sind wir etwas zurückhaltender mit einer solchen Aussage geworden. Eure Vision wird im Bekenntnis zu Hannah Arendts Feststellung verpackt. „Der Sinn von Politik ist Freiheit“. Diese deutsch-jüdische Philosophin und Schriftstellerin geht aber in ihrem Politikverständnis noch einen Schritt weiter. „Politik ist die angewandte Liebe zur Welt“. Wir sollten es allen widrigen Erfahrungen im politischen Geschehen zum Trotz in dieser Grundhaltung gemeinsam versuchen. 

Rudi Peter
Zukunftswerkstatt Saar, Dillingen

Jörg Michael Peters, Weihbischof, Bistum Trier

Zum 30jährigen Jubiläum der Aktion 3.Welt Saar gratuliere ich den Verantwortlichen im Vorstand und allen Mitgliedern herzlich. Die Aktion hat ihren Ursprung und bis heute ihren Ort in Losheim. Aus meiner Zeit als Pfarrer in dieser Gemeinde weiß ich um das herausragende und gewollt aneckende Engagement der Aktion, das sie bis heute auszeichnet.

1983 war für die Aktion 3.Welt Saar die Gründungszeit, und im gleichen Jahr haben die deutschen Bischöfe  das Dokument „Gerechtigkeit schafft Frieden“ veröffentlicht. Darin sagen sie: „Aufgabe der Kirche ist es, dafür Sorge zu tragen, dass im globalen Kräftespiel die Rechte  aller gewahrt und dass gerade die Rechte der Ärmsten nicht mit Füßen getreten werden. Wir können uns nicht damit begnügen, vom Überfluss der Reichen ein wenig abzugeben. Wir haben auch für mehr Gerechtigkeit in den Strukturen einzutreten, denn sie ist das Fundament des Friedens in einer Welt, in der alle von allen abhängig sind.“ (S. 47)

Diese Worte zeigen in der heutigen Situation der wachsenden Schere von arm und reich, der von Fundamentalisten verschärften Konflikte in und zwischen verschiedenen Kulturbereichen und im Blick auf die  weltwirtschaftlichen Abhängigkeiten und Krisen hohe Aktualität.

Themen- und Aktionsfelder der Aktion 3.Welt Saar lassen sich, wie ich meine, gut mit den Aussagen dieses Textes in Beziehung setzen: Rassismus, Kolonialismus, Umwelt, um nur einige zu nennen.
In unserer Gesellschaft der Anwalt für Lebens- und Beteiligungsrechte der Benachteiligten und Arm-gemachten zu sein und Impulse zu Veränderung zu geben, durchläuft wie ein roter Faden das Engagement der Aktion 3. Welt Saar. Kirche und zivilgesellschaftliche Gruppen finden in diesen Zielen und Anliegen gemeinsame Felder, die sie, ohne das eigene Profil zu verändern, als gegenseitige Motivation und Herausforderung im Handeln für Gerechtigkeit und Frieden heranziehen können.

Die Aktion 3.Welt Saar ist ein Jahr nach der Gründung ‚umgezogen’, wie es in der Chronik heißt. Aus der „Krypta“ – den heutigen Jugendräumen unter der Losheimer Pfarrkirche – in denen sie den ersten Weltladen betrieben hat, in ein Haus der Zivilgemeinde. Das kann ein Bild für das Zueinander im Raum des Engagements in unserer Gesellschaft sein: Von den je eigenen Orten gilt es, Impulse in die Gesellschaft zu geben, Herausforderungen aufzugreifen, damit „Gerechtigkeit Frieden schaffen kann“. Zu diesem Engagement wünsche ich der Aktion 3.Welt Saar weiterhin Kraft, Kreativität und Gottes Segen.

Jörg Michael Peters
Weihbischof

Markus Pflüger, Arbeitsgemeinschaft Frieden e.V., Trier

Markus Pflüger - AGF Trier

Die waren hartnäckig mit ihrem Thema, ich war im Koordinationskreis gegen Castor Saar engagiert und die fragten mehrfach, ob wir die Demo gegen Abschiebehaft in Zweibrücken unterstützen – doch was gingen mich damals Asylpolitik und Abschiebeknäste an? Es wurde dann auch mein Thema, trotz eines ganz anderen Schwerpunkts meines politischen Engagements. Das war 1999 – aber halt davor war ich mit Aktion 3. Welt Saar auch schon mal in Merzig gegen die Saarlandbrigarde demonstrieren – oder die CDU oder beides?

Jedenfalls haben sie es geschafft, dass ich als jemand der damals im Saarland schwerpunktmäßig für Kriegsdienstverweigerung und gegen den Irakkrieg (in der DFG-VK), sowie gegen Castortransporte und Atomkraft engagiert war, mich erstmals richtig mit dem Thema Asyl und Abschiebehaft beschäftigte. Das war alles sehr verbindlich: ob wir den Aufruf unterstützen, ob wir kommen... Ja die Antiatomgruppe unterstützte schließlich „Abschiebehaft abschaffen“, A3WS waren damals überzeugend, das waren sie schon davor, meistens. Wenn sie ein Thema anpackten dann richtig. Ernsthafte Treffen und Diskussionen, Abmachungen wer übernimmt welche Aufgabe, gute Öffentlichkeitsarbeit, da war Verlass  - so kenne ich das bis heute.

Auch der politische Ansatz gefällt mir: nicht nur ein Thema, sondern eigentlich alles was linke Politik angeht im Zusammenhang aufgreifen. Ob Landwirtschaft, Fußball, Fairer Handel oder Cattenom und Bure (die zwei größten Atomanlagen der Grossregion) Aktion 3. Welt Saar widmet sich immer fundiert und bissig seinen Themen im „Projektgebiet Deutschland“. Oft mit überraschenden Kooperationspartnern (z.B. Milchviehalter und das Bündnis aktiver Fußballfans) oft mit bundesweiter Ausstrahlung (z.B. taz-Beilagen) und oft mit überraschenden Aussagen, die auch mich schon irritierten („Flüchtlingsrat spendet an CDU Saar“ oder Zoff um Linda). Gut gefällt mir dabei, dass A3WS das von Parteien meist beanspruchte Monopol auf Politik nicht akzeptiert und parteipolitisch unabhängig Politik macht.

Aktion 3. Welt Saar bleibt für mich der inzwischen seit 11 Jahren in Trier bei der AG Frieden Trier arbeitet, wichtiger Kooperationspartner, auch wichtig für Diskussion und Anregungen sowie neue, meist mit Biss angegangene Themen. Alles Gute zu 30 Jahre Aktion 3. Welt Saar!

Markus Pflüger
1990 - 2000 im Saarland friedens- und umweltpoltisch aktiv,
seitdem in Trier (u.a. www.agf-trier.de)



Ursula Quack - Initiative Libertad! und in der Interventionistischen Linken/IL.

Liebe Aktion 3. Welt Saar: Herzlichen Glückwunsch zu deinem 30.

Den kräftig zu feiern gibst du reichlich Anlass. Mehr als 20 Jahre davon darf ich nun schon an deiner Existenz - mal mit mehr, mal mit weniger Intensität - teilhaben. Zum ersten Mal begegneten wir uns 1990 im Bündnis gegen den ersten Irak-Krieg. Gerne erinnere ich mich an deine klare Haltung gegen diesen Krieg, jenseits des politischen Rumgeeiere (Jein zum Krieg!) manch anderer Bündnispartner. Relativ zu Beginn unserer Bekanntschaft, 1991, hat man dir deine Unterkunft gekündigt. Eine gelungene Solidaritätsmobilisierung dagegen verhinderte allerdings den Rauswurf, und am Ende wurdest du glückliche Hausbesitzerin.

Ich war mit meinen damaligen Genossen und Genossinnen regelmäßig zu Gast bei dir, wir haben viele gute Diskussionen geführt. In Protesten gegen die Saarlandbrigade festigte sich unsere Bekanntschaft, und bereits drei Jahre später, im Herbst 1993, kamen wir uns bei einer Delegationsreise nach Kurdistan noch etwas näher.

Unsere Begegnungen versprachen immer neue Impulse. Seien es die Auseinandersetzungen um die Solidarität mit den Losheimer Jugendlichen in ihrem Kampf für ihr Jugendzentrum, seien es unsere Diskussionen um die politischen Umbrüche Ende der 80er / Anfang der 90er Jahre, oder der Austausch von unterschiedlichen Erfahrungen und Zielgruppen... ich hab mir die Chronologie auf deiner Webseite angeschaut, und könnte noch einiges aufzählen an guten Begegnungen mit dir. Das Interessante war und ist, dass wir – ein eingefleischtes Landei und eine Aktivistin aus der „saarländischen Metropole“ -  uns doch viel zu sagen hatten und haben, dass es nie langweilig wurde zwischen uns. Deine Präsenz in vielen gesellschaftspolitischen Bereichen, deine unmittelbare Praxis verleiht dir die nötige politische Bodenhaftung, Kurs zu halten auf Veränderungen zu Gunsten einer gerechten Welt.

Zuletzt hat mich ERNA aus dem Losheimer Stall mit davon überzeugt, meine Milch – fair gehandelt, ohne Gentechnik – beim Bundesverband deutscher Milchviehhalter e.V. zu kaufen.

Man kann dich auch treffen, wo man dich gar nicht vermutet, und du bist immer für eine Überraschung gut: da sitze ich in einem Landhotel und studiere die Speisekarte. Zu meinem 3-Gang-Menü mit geschmorter Kaninchenkeule (garantiert bleifrei erschossen) wurde als Dessert eine Crème Brulée mit Vanille angeboten, „unsere Vanille – Fair Trade gehandelt (Aktion 3. Welt Laden Losheim)“. Jep, und schon war auch dieser Abend ein bisschen politisch.

Du fragst, wie ich dich gerne hätte? Noch lange! Gäbe es dich nicht, man müsste dich schnellstens erfinden. Lass dich für die vergangenen drei Jahrzehnte in die Arme nehmen und fest drücken; auf dass wir noch viele Gelegenheiten haben, uns zu begegnen.

Ursula Quack
Organisiert in der Initiative Libertad! und in der Interventionistischen Linken/IL.

Anke Rehlinger, Ministerin für Umwelt und Verbraucherschutz

Sehr geehrte Leserinnen, sehr geehrte Leser,

Ungerechtigkeiten im Kleinen wie im Großen, vor der Haustür oder in der Welt, gegenüber Einzelpersonen oder Millionen Menschen  rufen sie auf den Plan: Die Aktion 3. Welt Saar kämpft für Freiheit, soziale  Gerechtigkeit und Selbstbestimmung. Sie bekämpft Kinderarbeit und Rassismus, setzt sich ein für fairen Handel und Menschenrechte.

Ihr Logo hat sich die Aktion 3. Welt Saar nicht zufällig gewählt: Sie bellt, zeigt die Zähne und beißt auch, wenn es Not tut.

Das Aktionsbündnis ist sich seit 30 Jahren stets treu geblieben. Seine Mitglieder gehen die ganz großen Themen für die ganz kleinen Leute an.

Das Bündnis hat kein Problem damit, sich unbeliebt zu machen. Es ist unbequem für alle, die es gern bequem haben. Es ist zuverlässiger Fürsprecher für alle, die es unbequem haben. Insofern ist es sehr berechenbar, ansonsten aber eher unberechenbar.

Die Mitstreiter im Verein möchten nicht sich selbst, sondern das Thema, um das es geht, ins Rampenlicht stellen.

Im Zuge meiner seit Jahren währenden Mitgliedschaft habe ich bereits viele persönliche Kontakte geknüpft. Mir wurde stets freundschaftliche, gelegentlich auch nachdenklich stimmende Kritik entgegengebracht. Hin und wieder habe ich sie auch gerne angenommen...

Der Aktion 3. Welt Saar – und auch uns –  wünsche ich zum Jubiläum, dass ihr Mut und ihr kämpferischer Einsatz gegen die Ungerechtigkeiten dieser Welt auch in Zukunft nicht nachlassen werden.       

Anke Rehlinger
Ministerin für Umwelt und Verbraucherschutz
   

Karl Rössel, Recherche International e.V. 30 Jahre Mitarbeiter im Rheinischen Journalistenbüro

Wenn es eine Internationalismus-Gruppe gibt, deren Engagement ich in den letzten Jahrzehnten stets bewundert habe – meist aus der Ferne und gelegentlich, bei gemeinsamen Veranstaltungen, auch aus der Nähe – dann war es die AKTION 3. WELT SAAR. Selbst ähnlich lange in der internationalistischen Bewegung aktiv, ist mir kaum eine andere Initiative bekannt, die sich über einen solch langen Zeitraum mit ähnlicher Konsequenz den wichtigsten Fragen und Problemen der Internationalismus-Arbeit gestellt hat. Die AKTION 3. WELT SAAR ist weder in die typische Falle getappt, revolutionsromantisch verklärte Klischees von politischen Prozessen in der Dritten Welt zu verbreiten, noch darauf basierende kulturrelativistische Scheuklappenpositionen hierzulande einzunehmen, sondern hat diese vielmehr stets klar und zu recht kritisiert. Dazu gehört eine wachsame Sensiblität für alle Formen von Rassismus und Antisemitismus – eine leider seltene Qualität in diesem Land der Täter, das einen ehemaligen Hitler-Jungen mit der Parole „Wir sind Papst“ feiert und in dem ein ehemaligen SS-Mann es als Literaturnobelpreisträger wagt, den Zufluchtsort seiner ehemaligen Opfer als Hauptbedrohung für den Weltfrieden zu denunzieren.
Bewundernswert ist nicht nur, wie konsequent die AKTION 3. WELT über all die Jahre abwegige und politisch gefährliche Tendenzen dieser Art angeprangert hat, sondern auch, wie sie das getan hat: während die meisten internationalistischen Initiativen mit ihren Veranstaltungen und Aktionen meist nur in Metropolen agieren,  war die Arbeit der AKTION 3. WELT geerdet durch ihre Bezüge zu Problemen auf dem Land, die z.B. durch die industrielle Massenfertigung von Lebensmitteln in Folge der Globalisierung entstanden sind. Dabei war die Aufklärungsarbeit der AKTION 3. WELT keineswegs auf einen Ort, einen Landkreis oder das Saarland beschränkt, sondern durch ihre Interventionen bei internationalistischen Kongressen und Aktionen sowie durch die massenhafte Verbreitung von politischen Flugschriften in überregionalen Zeitungen lieferte die Gruppe immer wieder auch überregional wichtige politische Denkanstöße etwa zur kritischen Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte und reaktionären Strömungen des politischen Islam.

Es bleibt deshalb zu hoffen, dass andere sich ein Beispiel an der Arbeit der AKTION 3. WELT SAAR nehmen, wenn der zynische Weltmachtanspruch dieser Weltkriegs-Nation irgendwann einem ihrer Geschichte angemessenen solidarischen Miteinander in den internationalen Beziehungen und einer sozialen Gestaltung der hiesigen Gesellschaft weichen soll.

Karl Rössel, Köln
Journalist,
Recherche International e.V.
30 Jahre Mitarbeiter im Rheinischen Journalistenbüro

 

Eugen Roth, Landesvorsitzender DGB Saar / Bezirk West

Fare Well – Aktion 3. Welt Saar:

Die „Aktion 3.Welt Saar“ ist eine Bereicherung für unser gutes Leben und unseren wachen Verstand in der schönen, lebens- und liebenswerten „Provinz“ Saarland im Dreiländereck zwischen Lothringen, Luxemburg und Deutschland. Jederzeit unabhängig, kritisch die Dinge hinterfragend und in einen internationalen, globalen Zusammenhang stellend – wo gibt es das ansonsten noch? Ob es sich um die Mittlerfunktion zwischen dem Bundesverband Deutscher Milchviehalter und dem Deutschen Gewerkschaftsbund Saar oder aber auch um die aktive Mitarbeit beim „Saarland Sozialgipfel“, der quartalsmäßigen Zusammenkunft aller Sozial- und Wohlfahrtsverbände mit den Jugendverbänden und den Kirchen und Gewerkschaften handelt: Die Aktion 3. Welt Saar versucht stets zu vermitteln, welche Zusammenhänge und Interessen hinter den Dingen stehen und wo im Verhältnis dazu das Gemeinwohlinteresse liegt. Mit kritischen Flugschriften und Veranstaltungen wird objektiv und ausschließlich an der Sache orientiert aufgeklärt, egal wen eventuell die Kritik trifft. Dabei reicht der Spannungsbogen von Umweltfragen bis zur globalen, sozialen Gerechtigkeit.
Die Mitstreiterinnen und Mitstreiter der Aktion 3. Welt Saar beweisen neben ihrem unabhängigen Geist auch einen langen Atem sowie Meinungstreue. Das unterscheidet sie von vielen anderen und lässt sie zu einer Bereicherung in einer trotz(?) „Social Media“ immer komplexeren und intransparenter organisierten Welt werden.

Ich wünsche der Aktion 3. Welt Saar deshalb noch ein langes, engagiertes und Aufmerksamkeit erzielendes Wirken.

Fare Well, Aktion 3. Welt Saar!
Dein/Ihr/Euer

Eugen Roth
Landesvorsitzender DGB Saar / Bezirk West

Ruth Ruge, St. Ingbert, Internationalistin und Kommunistin

30 Jahre Arbeit für die 3.Welt, 30 Jahre unermüdlicher solidarischer Einsatz für Völkerverständigung, für Frieden und Abrüstung, gegen Nazismus und Rassismus. Diese außerordentliche Leistung verdient mein höchstes Lob und ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass die Aktion noch viele Jahre mit dem gleichen Elan ihre Arbeit fortsetzen kann.
Eure Ruth Ruge

Ruth Ruge, 91 Jahre, lebt in St. Ingbert, versteht sich als Internationalistin und Kommunistin. Trägerin des saarländischen Verdienstordens; seit Jahrzehnten (eigentlich „immer schon“) aktiv in unterschiedlichen Initiativen; z.B. Chili-Solidarität und Mitgründerin des Solidaritätsbasars Saarbrücken. Das Foto zeigt sie bei unserem Neujahrsempfang 2006.

Joachim Selzer, Mitglied des Gemeinderates und der Grün Alternativen Liste Losheim /GALL, Losheim am See

Dreißig Jahre Aktion 3. Welt Saar

Der 3. Welt Laden, die Jugendzentrumsbewegung, das Bleetschi, die Grünen – in  Losheim war Anfang und Mitte der 1980er richtig viel in Bewegung: es wurde gemeinsam gedacht, gefeiert und Neues angegangen; viele, vor allem junge Menschen wollten, dass sich in Losheim und von Losheim aus Einiges verändert. Jeder konnte sich seinen Platz in diesen Tagen suchen; die Einen fanden ihn im 3.Welt Laden, die Anderen im Jugendzentrum und wieder Andere bei den Grünen.

Gemeinsam war Allen: unbequem zu sein, hartnäckig um eine andere politische Kultur und neue politische Inhalte zu ringen, etwas zu bewegen, dabei gradlinig zu bleiben, sogar noch  Spaß zu haben und den Spaß zu behalten.

Für mich, der sich in der kommunalen Politik auch schon seit diesen Tagen der 1980er engagiert, ist es dabei ein Verdienst der Aktion 3.Welt Saar, diese Hartnäckigkeit beibehalten, dem Mainstream oft widerstanden und den Blick über Losheim hinaus geweitet zu haben.

Militarismus, Rassismus, der Hunger in der Welt: das erscheint weit weg von Losheim, ist es aber nicht und das hat die A3W uns hier immer vor Augen gehalten und mit Eifer, manchem Übereifer, aber gerecht und in der Sache fair vertreten und bewusst gemacht.

Dafür sage ich Danke und ich werde die Aktion 3.Welt Saar – wie seit 30 Jahren – mit meinen politischen Möglichkeiten und als Fördermitglied weiterhin unterstützen.

Joachim Selzer
Mitglied des Gemeinderates und der Grün Alternativen Liste Losheim /GALL

Ottmar Schreiner, MdB, SPD

Berlin, 07. August 2012

Meine Damen und Herren, liebe Freunde und Mitstreiter,

vor nunmehr 30 Jahren begann mit der Eröffnung des ersten Weltladens der Aktion 3. Welt Saar eine bis heute andauernde Erfolgsgeschichte. Zunächst stand hier der Verkauf fair gehandelter Lebensmittel im Zentrum. Das Arbeitsspektrum der Aktion 3. Welt Saar hat sich in den darauf folgenden Jahren jedoch stetig verbreitert: Rassismus- und Antisemitismustendenzen in Deutschland sowie globalisierungskritische Fragen wurden in zahlreichen kommunalen Projekten und Initiativen mit aktiver Beteiligung der Mitbürgerinnen und Mitbürger diskutiert. Dabei finde ich es besonders bemerkenswert, dass es der Aktion 3. Welt Saar immer wieder gelingt, die Bedeutung globaler Themen für die einzelnen Kommunen greifbar zu machen. Fakt ist: Noch nie hat es in der Menschheitsgeschichte so viel Reichtum, Wissen und technologische Möglichkeiten auf der Erde gegeben wie heute. Sie müssen auf gerechte Weise umverteilt werden, dann ist für alle genug da. Diese Maxime treibt mich in meiner politischen Arbeit täglich an. Ich teile sie uneingeschränkt mit der Aktion 3. Welt Saar und hoffe auch in den kommenden Jahren auf spannende Gespräche.

Ich wünsche mir, dass sich auch zukünftig viele Unterstützerinnen und Unterstützer bei der Aktion 3. Welt Saar engagieren. Schließlich ist eine kritische Begleitung politischer Entscheidungen unabdingbar für eine funktionierende Gesellschaft. In diesem Sinne wünsche ich allen Beteiligten für diese wichtige Arbeit weiterhin viel Muße, Durchhaltevermögen und natürlich Erfolg.

Mit herzlichen Grüßen
Ottmar Schreiner,
MdB SPD

Collin Schubert - Referentin für Frauenrechte im Islam - TERRE DES FEMMES, Berlin

Herzlichen Glückwunsch zum 30 jährigen Jubiläum, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Aktion 3. Welt Saar. Euer Engagement ist bewundernswert breit aufgestellt. Ihr greift im Namen von Aufklärung politisch und gesellschaftlich wichtige Themen auf, die im öffentlichen Diskurs aber häufig zu kurz kommen. Als Frauenrechtlerin und Engagierte im Integrationsbereich beeindruckt Ihr mich aber vor allem durch eure klare Absage an den politischen Islam in Deutschland. Wie wichtig dieser Einsatz ist, zeigen zum Beispiel die jüngsten Aktionen der Salafisten, deren rückwärtsgewandte Ideologie, die selbst vor Gewalt nicht halt macht, sich im Windschatten verharmlosender Medienberichterstattung, sowie dank einer teils permissiven Haltung politischer und kirchlicher Verantwortungsträger  munter ausbreiten konnte. Ohne differenzierte Information fehlt der Gesellschaft das Hintergrundwissen, um gefährliche Entwicklungen einschätzen und sich aktiv gegen diese stellen zu können.

Vorausschauend schriebt ihr schon 2008 in eurem hervorragenden Flugblatt 

„Mit Islamismus gegen die Aufklärung:
„Man darf sich nicht daran gewöhnen, den fundamentalistischen Islam, den sogenannten Islamismus, als legitimen Bestandteil einer bunten, kulturellen Vielfalt .zu betrachten….. Wer an Emanzipation interessiert ist, kann den fundamentalistischen Islam in all seinen Varianten nicht tolerieren.“

Frauen sind die ersten, die unter solchen Einflüssen zu leiden haben. Angefangen vom Kopftuchzwang bis hin zu Zwangsverheiratungen und Ehrenmorden, die von den Tätern teilweise noch religiös motiviert und damit „entschuldigt“ werden.

Wer sich solchen Themen verschreibt, begibt sich auf eine Gratwanderung: einerseits muss er unerschrocken auf die Gefahren hinweisen, die von einer Politisierung der Religion ausgehen, andererseits darf er nicht in den Verdacht geraten, aus islamfeindlichen Motiven heraus zu handeln. Das braucht Fingerspitzengefühl und Zivilcourage, denn gerade der Islam ist seit einiger Zeit zum Feld geworden, auf dem sich Gutmenschen und Islamkritiker, Ideologen aller couleur bekämpfen und zu profilieren suchen.
Eure politische Unabhängigkeit macht es möglich, eure Aktionen kompetent und souverän durchzuführen.

Zum Glück seid ihr unabhängig von Einschaltquoten und Anzeigenkundschaft, von Parteien und Kirchen und eure öffentlichen Auftritte und Flugblätter zeigen Kompetenz und Ausgewogenheit.

So, nun genug gelobt. Zum Jubiläum habe ich drei Wünsche für Sie:
Werden Sie noch bekannter – Sie haben es verdient; wir sind an Ihrer Seite.  
Viele neue Mitglieder und SpenderInnen, damit Ihrer Arbeit ein langes Leben beschieden ist.
Bleiben Sie gesund und erfolgreich und feiern Sie schön!

Collin Schubert
Referentin für Frauenrechte im Islam
TERRE DES FEMMES

Ernst Standhartinger, Aktion Selbstbesteuerung e.V., Stuttgart

Liebe Aktive der Aktion 3. Welt Saar!

Es ist zwar inzwischen schon einige Zeit her, seit wir das letzte Mal mit Euch in Kontakt waren - ich glaube es ging um Euren Antrag auf einen  Zuschuss für die Flugschrift über den Kolonial-General Paul von Lettow-Vorbeck - der leider auf unserer Mitgliederversammlung keine Mehrheit fand. Aber Ihr bringt Euch ja immer wieder durch eMails zu aktuellen Fragen in Erinnerung.

Ich freue mich, dass Ihr nun schon 30 Jahre durchhaltet und offenbar immer neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter findet, wenn andere ausfallen. Es gibt viele „Weltläden“, bei denen sich viel zu viel um die Themen Verkauf und Umsatz dreht und zu wenig um politische Bildungsarbeit, auch und gerade zu innenpolitischen Problemen mit entwicklungspolitischem Bezug. Da seid Ihr eine vorbildliche Ausnahme.

In einer Zeit, in der Viele die wirklichen Ursachen für die Armut im Süden entweder nicht sehen oder nicht wahr haben wollen, ist es wichtig, dass Ihr die Zusammenhänge zwischen Kolonialismus, WTO, neoliberalem Kapitalismus und der Präkarisierung ganzer Kontinente immer wieder herausarbeitet. Wir wünschen Euch dafür auch in Zukunft viel Kraft und Durchhaltevermögen.

Ernst Standhartinger,
im Auftrag der „Aktion Selbstbesteuerung e.V.“

Christian Stock, Freiburg, iz3w – Redaktion

Die sich in alle Nesseln setzen.

Bei den beiden wichtigsten Politakteuren des Saarlands sticht eines sofort ins Auge: Sie sind klein, ehrgeizig und schaffen es mit links, heftige bundespolitische Reaktionen zu provozieren. Doch damit enden die Gemeinsamkeiten zwischen Oskar Lafontaine und der Aktion 3. Welt Saar auch schon.

Während der eine dem Linkspopulismus frönt und dem Volk nach dem Mund redet, setzt sich die A3W Saar seit 30 Jahren lieber in alle Nesseln. Sie geißelt den Rassismus des Volkes, um dann mit Verve den Antirassismus für sein oftmals simples Schwarz-Weiß-Denken zu kritisieren. Sie setzt sich mit aller Entschiedenheit für MigrantInnen und ihre Rechte ein, wendet sich aber dagegen, im Rahmen eines falsch verstandenen Multikulturalismus alles Migrantische zu verklären.

Besonders beim Thema Islamismus schaffte es die A3W Saar mit ein paar einfachen Wahrheiten, weite Teile der linken Szene komplett zu überfordern. Dümmliche Vorwürfe wie „Islamophobie“ waren die Folge. Als ob Kritik am antimuslimischen Ressentiment auf der einen Seite und Kritik an der reaktionären islamistischen Praxis auf der anderen Seite sich gegenseitig ausschlössen. Als ob viele MigrantInnen nicht zugleich von hässlichen Deutschen und von patriarchalischen Hasspredigern drangsaliert würden. Als ob mehrheitsdeutsches Kopftuchverbot und minoritärer Kopftuchzwang nicht beide Gegenstand von radikaler Herrschaftskritik sein sollten.

Weil „die Losheimer“ so gut austeilen können und weil sie anlässlich des 30-jährigen explizit zur Kritik auch an sich selbst einladen, sei ihnen der Gefallen getan, nach einem Haar in der Suppe zu suchen: Manchmal gefällt sich die A3W Saar vielleicht ein bisschen allzu sehr in der Rolle des Provokateurs. Die langjährige Einübung hinterlässt da so ihre Spuren.

Es ist ja beispielsweise sehr verdienstvoll, den Appell „Brot statt Böller“, den Brot für die Welt alljährlich zu Sylvester in die Welt posaunt, als moralinsaures Pfaffengeseiere der Lächerlichkeit preiszugeben. Aber irgendwann ist es auch mal gut. Ein bescheuertes Ritual muss doch nicht ewig mit ebenso ritualisierter Kritik beantwortet werden. Ach, obwohl, ich freu mich immer wieder, wenn ihre Pressemitteilung es unter so schönen Überschriften wie „Kann denn Feiern Sünde sein?“ in die großen Zeitungen schafft.

Drum, liebe LosheimerInnen, feiert schön, ihr habt allen Grund dazu! Bitte bleibt weiterhin unbestechlich kritisch und werdet erst frühestens zum 50-jährigen zu renitenten RentnerInnen.

Christian Stock
iz3w-Redaktion

H.-Jürgen Stuppi, Der Paritätische Rheinland-Pfalz/Saarland

Sehr geehrte Vorständler und Mitglieder der Aktion 3. Welt Saar,

der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland e.V. gratuliert der Aktion 3. Welt Saar sehr herzlich zum 30jährigen Jubiläum.

30 Jahre – wer hätte gedacht, dass diese Idee und der Idealismus einer handvoll Menschen und das daraus entwickelte Netzwerk so lange trägt?

Solche Mitgliedsorganisationen haben wir nicht viele – bei genauem Hinschauen kann man sogar sagen – die Aktion 3. Welt Saar hat einige Alleinstellungsmerkmale.

Sie versteht sich als politische Organisation und erarbeitet sich klare Standpunkte und Positionen zu den unterschiedlichsten gesellschaftspolitischen Themen von Asyl und Agrar bis hin zu Fairem Handel und sozialer Gerechtigkeit. Gerade der Aspekt „soziale Gerechtigkeit“ mit der Forderung von gleicher Verteilung von materiellen und kulturellen Ressourcen bilden die Grundlagen für eine Mitgliedschaft in einem politisch und religiös unabhängigen Wohlfahrtsverband wie dem PARITÄTISCHEN.

Wir schätzen die Arbeit, die konstruktive Kritik und die konkreten Umsetzungsvorschläge der Verantwortlichen bei Aktion 3. Welt Saar. Wir haben Sie im Rahmen der Zusammenarbeit bei verschiedenen gemeinsamen Projekten als verlässlichen Partner kennengelernt.

Die zuweilen deutlich sicht- und hörbare Bissigkeit und Kompromisslosigkeit macht natürlich eine wohlfahrtsverbandliche Unterstützung nicht immer einfach. Wir sehen aber auch, dass man mit immer nur Bellen in gewissen Konstellationen wenig erreichen kann.

Darum rufen wir zu: „Nur Mut – weiter so!“

Auf die nächsten 30 Jahre und auf weiterhin gute Zusammenarbeit.

Für den PARITÄTISCHEN Landesverband
im Auftrag

H.-Jürgen Stuppi
Referent, Der Paritätische Rheinland-Pfalz/Saarland

Wolfram Walbrach, Referent für entwicklungspolitische Bildungsarbeit (1987-2011), Düsseldorf

Jeden Tag, wenn ich am Compi sitze und die Mails checke, werde ich erinnert an die Aktion 3.Welt Saar in Form des bissigen Wolfs (der Trickster-Figur als Sofakissen), der seit meiner Verabschiedung - von Euch übergeben - auf unserem Sofa einen sehr guten Platz hat. Für uns und für ihn.

Als ich 1987 im Landeskirchenamt der Ev.Kirche im Rheinland in Düsseldorf anfing zu arbeiten und für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit in der Landeskirche zuständig war, entdeckte ich - keine Erinnerung wie und auf welchem Weg das war - die Aktionisten in Losheim mit ihrem Eine-Welt-Laden und der dazugehörigen politischen Öffentlichkeitsarbeit zu einem Stall voll Problemen, die z.T. heute noch von der Aktion bearbeitet werden. Sicher, es sind im Laufe der Zeit neue Themen dazu gekommen, aber das hat sich organisch aus der Arbeit entwickelt und liegt nach wie vor auf der gleichen Linie: Situation hier in Deutschland, im Saarland.

Klasse, eine richtige, leibhaftige NRO (Nicht-Regierungs-Organisation) aus der Zivilgesellschaft in Deutschland!

Ich seh noch das etwas verwunderte und verängstigte Gesicht von Eurem Vertreter, als ich anbot, per Antrag Geld für die Bildungsarbeit zu organisieren. Ich glaube, die Befürchtung war, sich dem Geldgeber, in meinem Fall auch noch der Evangelischen (!) Kirche, auszuliefern und nachher noch bestimmt zu bekommen, was man machen darf und was nicht.

Ihr habt Euch darauf eingelassen, weil Ihr mir geglaubt habt, dass es keine Einflußnahme geben würde.

In all den Jahren, die dieser ersten Begegnung folgten und in denen manigfaltige Programme von Euch organisiert und durchgeführt wurden auch mit Hilfe der Gelder des Evangelischen Kirche, haben wir das wohl auch durchgehalten, was mir sehr wichtig war - bis zur Hilfe bei der Übernahme des Hauses. Ihr habt Eure Themen gefunden und öffentlich kommuniziert, ich hab das immer auch etwas bewundert.

Viele Gespräche erinnere ich, bei Euch in Haus / Büro,  aber auch zusammen mit VertreterInnen von Euch bei Landrat und Landtagsfraktionen. Erfrischend war immer die Direktheit und Klarheit Eurer Positionen. Nicht immer einfach und bequem, aber geradlinig, klar und unbeirrbar, trotzdem aber Argumenten zugänglich. Und nicht dogmatisch.

Älter werden bedeutet oft auch weiser werden. Altersweisheit geht vielfach mit Milde Hand in Hand, die Positionen werden abgeschwächt, Kompromisse werden eher gemacht dort, wo man früher klar und eindeutig in der Position war.

Ihr seid zwar weiser geworden, nicht aber milder. Und das ist angenehm und bewundernswert.

Was bleibt zu sagen?
Nichts außer: bleibt wie Ihr seid: unbequem und deutlich in den politischen Positionen, klar in den Aussagen über die Ursachen von Armut und Ungerechtigkeit, deutlich in der Analyse und Beschreibung der Realitäten, phantasievoll in den Ideen zur Änderung für eine gerechte Welt.

Also mit einem Satz: Bleibt so, wie Ihr seid.

Linz am Rhein, 14.9.2012

Wolfram Walbrach
Referent für entwicklungspolitische Bildungsarbeit (1987-2011), Kirche im Rheinland, Düsseldorf

Ralf Wey, Moselsürsch - Vorsitzender der ABL RLP/Saar

Sehr geehrte Damen und Herren,
lieber Roland,

als linguistischer Minimalist fasse ich mich auch dieses Mal kurz: mein persönliches absolutes, überdimensionales, allzeitiges Unwort des Jahrhunderts: "Da kann man ja nix machen!" ist, wie ich finde, auch und gerade für euch Antrieb und Perspektive, den "richtigen" Leuten zu zeigen, was 'ne Harke ist. Das Ganze nicht nur vor dem Hintergrund,  ideell wie finanziell unabhängig zu sein, sondern auch noch in angenehm leiser Form, mit kenntnisreichem Detailwissen, um es dann auf den Punkt zu bringen.
Mich als Bauer freut es, das für euch die Landwirtschaft ein intensives Thema ist, auf das vieles  zurückzuführen ist bzw auf der alles fußt.

So wie ihr keine Tabus kennt, seid ihr auch absolut in der Lage, Alternativen aufzuzeigen. Ich schließe mit der Weisheit eines leider unbekannten Verfassers: "Ein Freund, der uns Schwächen verschweigt, ist so gefährlich wie ein Feind, der sie ausnutzt".

Mein ganz persönlicher Wunsch : Stellt euer Büro auf Ökostrom um!

In diesem Sinne,

Ralf Wey, Bauer, Moselsürsch
Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Rheinland-Pfalz/Saarland (AbL) und Mitglied im Beirat der Aktion 3.Welt Saar