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Flugschrift und Vortragsangebot

AfrikaBilder in Kinderbüchern - eine kritische Reflexion

Afrika ist schwarz. Afrika ist arm. Afrika ist ursprünglich. Afrika ist exotisch. Afrika ist unterentwickelt. Afrika leidet an Hunger, Krieg, Korruption, Naturkatastrophen und ethnischen Konflikten. In Afrika gibt es wilde Tiere und Kindersoldaten. Aus Afrika kommen Flüchtlinge. Das alles wissen wir in Europa über Afrika. Aber warum glauben wir, dass es stimmt? Warum nehmen wir Afrika so wahr? Könnten wir Afrika auch anders wahr-nehmen?

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Neues Buch über Militaristen als Namensgeber von Strassen im Saarland

Mit Beitrag von Roland Röder von der Aktion 3. Welt Saar zu Lettow-Vorbeck

"Straßen im Saarland: Nationalisten und Militaristen als Namensgeber", herausgegeben von Gerhard Bungert.

Peter Imandt Gesellschaft
Blattlausverlag, 978-3-930771-90-5, 16,00 €, Mai 2014

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Unmündige Afrikaner – weiße Helden

„Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.“ Die deutsche Kolonialzeit war im Vergleich zu zu der der anderen europäischen Kolonialmächte wie England, Frankreich, Portugal und Spanien kurz, aber nicht minder heftig und blutig. Sie begann 1884 mit der Berliner Kongo Konferenz, auf der die Aufteilung Afrikas zwischen England, Frankreich und Deutschland beschlossen wurde und endet 1918 mit der Niederlage im ersten Weltkrieg. Zurück geblieben sind einige Hunderttausend Tote und ein bis heute praktizierter Blick auf „die da unten in Afrika“; mal mit der Pose des Herrenmenschen, mal gönnerhaft gut gemeint. Beide Male wird „denen da unten“ die Fähigkeit abgesprochen, ihre Geschicke selbst in die Hand zu nehmen, weswegen sie ein bisschen deutsche Einmischung benötigen.

Von Ausnahmen abgesehen fehlt bis heute eine kritische Aufarbeitung der deutschen Kolonialzeit. Wir konzentrieren uns auf zwei Punkte:

Vortragsangebot und Flugschrift: Der Mythos Paul von Lettow-Vorbeck – Vom Kaiser geehrt, vom Führer geliebt.

Lettow-Vorbeck wurde 1870 in Saarlouis geboren, war 1904 aktiv an der Ermordung von 60.000 Herero im heutigen Namibia beteiligt, führte 1914-1918 einen blutigen Hinhaltekrieg gegen die Engländer, bekämpfte aktiv die Demokratie der Weimarer Republik und unterstützte die Nazis. Er ist seit 1956 Ehrenbürger der Stadt Saarlouis. An seinem Geburtshaus prangt die martialische Inschrift: „Der unbesiegte, ritterliche Verteidiger Deutsch-Ostafrikas im Weltkriege 1914-1918 General Paul von Lettow-Vorbeck wurde am 20.3.1870 in diesem Hause geboren“. Ein Gedenken für die Opfer seines Handelns findet in Saarlouis bis heute nicht statt.

Wir setzen uns dafür ein:

-         Umbenennung der Lettow-Vorbeck Straße

-         Eine Gedenktafel für die Opfer seiner Politik

-         Aberkennung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Saarlouis

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Unser Vortragsangebot: Afrika ist schwarz. Wirklich? - AfrikaBilder in Kinderbüchern - eine kritische Reflexion

Afrika ist schwarz. Afrika ist arm. Afrika ist ursprünglich. Afrika ist exotisch. Afrika ist unterentwickelt. Afrika leidet an Hunger, Krieg, Korruption, Naturkatastrophen und ethnischen Konflikten. In Afrika gibt es wilde Tiere und Kindersoldaten. Aus Afrika kommen Flüchtlinge. Das alles wissen wir in Europa über Afrika. Aber warum glauben wir, dass es stimmt? Warum nehmen wir Afrika so wahr? Könnten wir Afrika auch anders wahr-nehmen?

Geben wir es zu. Wir haben alle Tarzan gesehen und wissen Bescheid, wie es im Dschungel ist. Gefährlich. Viele wilde Tiere und Leute, die alle kein deutsch reden. Da braucht es Orientierung. Tarzan eben. Der heldenhafte weiße Mann, der keine Angst kennt, der wie der Blitz dort erscheint, wo Gefahr ist und der alles klärt.

In der Powerpoint-Präsentation geht es darum, wie der Blick auf das Fremde – hier: Afrika – nicht nur die große Politik bestimmt, sondern sich auch in Kinder- und Jugendbüchern niederschlägt. Wir präsentieren positive und negative Beispiele; zum Teil auch viele vergriffene Bücher mit hohem antiquarischem Wert.

Das deutsche Afrikabild hat, beginnend von der Berliner Kongokonferenz 1884, der deutschen Kolonialzeit bis 1918, der Ermordung der Herero 1904, dem Nationalsozialismus, West-Deutschland, Ost-Deutschland, bis heute viele Wandlungen erfahren. All dies kommt auch in Kinder- und Jugendbüchern zum Ausdruck. Wir fragen:

  • Wer sind die Helden: Leute, die im Land leben oder bilden Einheimische nur die exotische Kulisse für weiße Hauptdarsteller wie zum Beispiel bei Pippi Langstrumpf, das aber trotzdem ein phantastisches Buch ist ?
  • Wird Afrika auf Hunger, Elend und Krieg reduziert ?
  • Haben Schwarze individuelle Gesichtszüge ?
  • Werden Menschen anderer Kulturen pauschal als gut oder pauschal als schlecht dargestellt?

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Zur Debatte um das Abenteuermuseum von Heinz Rox

Aktion 3.Welt Saar begrüßt Beschluss von CDU und Grünen: Exponate sollen wissenschaftlich professionell aufbereitet werden.

„Ich finde den Beschluss von CDU und Grünen im Stadtrat Saarbrücken, die Exponate von Heinz Rox Schulz einem professionellen Museum zur Verfügung zu stellen, vernünftig.“ So kommentiert Gertrud Selzer vom Vorstand der Aktion 3.Welt Saar die Debatte um die Sammlung des Abenteurers Heinz Rox Schulz.

Dort besteht die Möglichkeit, die Exponate fachlich aufzubereiten und sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Genau dies war im Abenteuermuseum Saarbrücken nicht der Fall. Mitarbeiter/innen der Aktion 3.Welt Saar haben das Museum mehrfach besucht. „Dort wurde primär durch die Brille des Exotismus geschaut. Es ging dabei nicht darum, die Menschen in anderen Kulturen der Welt auf Augenhöhe darzustellen, sondern die eigene Kultur als die Beste und andere Kulturen als irgendwie seltsam, irrational und exotisch hinzustellen. Es fehlte jegliche Einbettung der Exponate in einen kulturellen und historischen Zusammenhang“, so Selzer. Ohne dies aber wird der Blick auf andere Menschen in anderen Kontinenten von einem voyeuristischen, kolonialen Unterton getragen, der dazu dient, die vermeintliche Überlegenheit der „Weißen Kultur“ zu zementieren.

Der Vorschlag des Parteipolitikers Jürgen Trenz von „Die Linke“, das Abenteuermuseum im Gondwana-Park aufzubauen, bringt das leider in dieser Gesellschaft immer noch vorhandene Menschenbild, wenn auch ungewollt, auf den Punkt: Andere Kulturen und andere Menschen, die man nicht versteht, stellt man als prähistorisch und im Zusammenhang mit „wilden Tieren“ dar.

Keine Artikel in dieser Ansicht.

Der kalte Kommandeur

"In Saarlouis wird über den angemessenen Umgang mit dem umstrittenen General und Ehrenbürger der Stadt diskutiert. Doch wofür wird Lettow-Vorbeck eigentlich geehrt? Wie der zweifelhafte Mythos des Paul von Lettow-Vorbeck entstand. Eine Spurensuche in Tansania." undefinedJohannes Kloth von der Saarbrücker Zeitung hat sich in Afrika auf Spurensuche begeben. 

Umbenennung der Lettow-Vorbeck-Str. in Wilhelm Caroli-Str.

Dieser Beitrag soll die Stadt Saarlouis an einen katholischen Priester erinnern, der für seinen Mut einer verbrecherischen Diktatur entgegen zu treten, den Preis des eigenen Lebens gezahlt hat. Es würde der Stadt Saarlouis gut zu Gesicht stehen. wenn sie diesem unbeugsamen Seelsorger, der ja in ihren Mauem geboren wurde, eine Straße oder einen Platz widmen würde. undefinedDownload des Beitrags als PDF-Datei.

Die Preußen Afrikas - Lettow-Vorbeck und die Pflege kolonialer Traditionen

Heiko Möhe hat auf den Webseiten von "Freiburg-Postkolonial" einen lesenswerten Artikel zum Thema "Lettow-Vorbeck, Schutztruppe, Afrika-Korps, Bundeswehr - eine große Familie?" geschrieben:
undefinedhttp://www.freiburg-postkolonial.de/Seiten/1998-Moehle-Lettow.htm

Dort findet sich auch eine Rezension über das Buch von Uwe Schulte-Varendorff: "Kolonialheld für Kaiser und Führer – General Lettow-Vorbeck“:
undefinedhttp://www.freiburg-postkolonial.de/Seiten/rez-lettow-2006.htm

Heia Safari

Ritterlich, unbesiegt und Ehrenbürger von Saarlouis: Der Massenmörder und Kinderbuchautor Paul von Lettow-Vorbeck.

Die Geschichte von wertvollen und weniger wertvollen Menschen mehr...