Die Saarbrücker Zeitung berichtet: "Flüchtlingsrat: Lager Lebach auflösen"
Am Donnerstag, 11. Februar 2010, berichtete die Saarbrücker Zeitung über den Saarländischen Flüchtlingsrat, der versucht, Politik und Öffentlichkeit für die Lage der Flüchtlinge im Land zu sensibilisieren.
"Flüchtlingsrat: Lager Lebach auflösen - Gremium mahnt Umstellung von Sach- auf Geldleistungen für Flüchtlinge an." (PDF)
Montag 22. März 2010 Saarl. Flüchtlingsrat spendet an CDU Saar
Als Gegenleistung Gespräch mit Peter Müller erwartet.
Freitag 12. März 2010 Massive Proteste im Flüchtlingslager Lebach.
Pressemitteilung des Saarländischen Flüchtlingsrats: Hunderte von Flüchtlingen verweigern seit 4. März die Annahme von Lebensmittelpaketen. Sie protestieren gegen die bürokratische Gängelung.
Dienstag 30. Juni 2009 Schluss mit Lebensmittelpaketen für Flüchtlinge im Lager Lebach
Saarländischer Flüchtlingsrat fordert: Geld- statt Sachleistungen & Auflösung des Lagers
Selbstbestimmung ist Menschenrecht
Asyl & Rassismus

„Kein Mensch flieht freiwillig“ – In unserer Flüchtlingsberatungsstelle, in der wir praktische Hilfestellungen anbieten, machen wir seit 20 Jahren diese Erfahrung. Wir setzen uns dafür ein, dass Fluchtursachen bekämpft werden und nicht Flüchtlinge. Letzteres ist leider in Deutschland eher an der Tagesordnung.
Dabei haben wir uns davon entfernt, für Flüchtlinge eine Art Hilfssozialarbeiter zu sein. In den Vordergrund ist ein Verständnis von Flüchtlingsarbeit getreten, das Versuche der Selbstorganisation unterstützt. Dies und die Erkenntnis, dass Abschiebungen nicht mit guten Argumenten aufzuhalten sind, führt zu einer Vernetzungsarbeit und dem Entwickeln einer antirassistischen Theorie. Praktisch umgesetzt wird dies im Anti-Rassismus-Büro, dem Vortrag „Neger, Mohren, Bimbos – Rassismus im Kinderbuch“, der Gründung des Saarländischen Flüchtlingsrates e.V. sowie mit Veranstaltungen, Demonstrationen und der Beratungsstelle für Flüchtlinge. Dabei benennen wir auch die Mauer, die längst um Europa gezogen wurde. An den hermetisch abgeschotteten Grenzen sind in den letzten Jahren 1000 Menschen umgekommen, deren „Verbrechen“ daran bestand, nach Europa flüchten zu wollen. An ihren Tod erinnert kein Mahnmal, kein Grabstein – nichts. So als hätte es sie mit ihren Träumen, Hoffnungen, Freuden und Schmerzen nicht gegeben. Auch eine Form, Menschen auszulöschen und die Mauer um Europa aus der eigenen Wahrnehmung zu verdrängen.
Dem Gebaren von Europa als Festung geht das allseits bekannte Bild voraus „Das Boot ist voll.“ Das Bild suggeriert mit schlichter Einfachheit das Eindringen von Flüchtlingen, einer Naturgewalt gleich, als Fluten, Wellen und Ströme in den eigenen wohlbehüteten und gepflegten Vorgarten, der von ihnen auch gleich kahl gefressen wird. Ist das Boot eigentlich auch voll von Besserverdienenden, Reichen, von Krisengewinnlern? Vielleicht leben im vollen Boot auch zu viele Katholiken, zu viele Saarländer? Nur mal so als Frage.
