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Die Aktion 3. Welt Saar veröffentlicht in unregelmäßigen Abständen Flugschriften zu Themen, die es wert sind, genauer betrachtet zu werden.

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Aktuelles

Ist eine bessere Welt käuflich? Chancen und Grenzen des Fairen Handels

Dienstag, 18. November 2014 in Saarbrücken

Veröffentlicht am 09.10.2014

Referenten:
Wolfgang Johann, Roland Röder – Aktion 3.Welt Saar
Gastbeitrag: Alfred Staudt – ver.di, Landesbezirksleiter Saar

Dienstag, 18. November 2014, 20:00h
Filmhaus, Mainzer Str. 8, Saarbrücken

Eintritt frei – Um eine Spende wird gebeten

Veranstalterin: Aktion 3.Welt Saar mit Unterstützung des Ministeriums für Bildung und Kultur, Saarland.

Hier geht es zum Flyer (pdf)

Der Faire Handel (FH) brummt. Die Umsatzzahlen steigen, immer mehr Geschäfte machen mit. Das Versprechen: Eine bessere Welt ist käuflich. Der FH ist angetreten, um die Welt über den Konsum gerechter zu gestalten. Aber ist dies möglich? Insbesondere Akteure, die schon länger dabei sind, verneinen dies. Zentraler Kritikpunkt: Entpolitisierung. Man kauft und kauft und kauft und kauft und alles bleibt wie es ist. Bemerkenswert deutlich ist die Kritik des evangelischen Hilfswerkes „Brot für die Welt“, das den FH seit Jahren republikweit fördert. Mitte 2014 heißt es dort „Es ist offensichtlich schwer auszuhalten, dass dem Erkennen und Verstehen von … Fehlentwicklungen in den meisten Fällen nicht sofort ein leicht gehbarer Lösungsschritt folgen muss….Man wird sich die Welt nicht gut kaufen können.“

Auch im gewerkschaftlichen Bereich hat der FH enorme Defizite: Von den drei großen Importorganisationen des FH in der BRD haben zwei keinen Betriebsrat. Während Starbucks mit fairem Kaffee für ethischen Konsum in Deutschland wirbt und von FH - Akteuren wie Transfair prämiert wird, entlässt der Konzern in den USA Menschen, die sich für Gewerkschaften einsetzen. Auch Lidl hat FH-Produkte und verhält sich offen gewerkschaftsfeindlich. Und die Preise, die Discountern Bauern für ihre Nahrungsmittel zahlen, sind alles andere als fair. Ist der FH Symbolpolitik und hilft Firmen beim Greenwashing? Was der FH leisten kann, ist etwas mehr Teilhabe für einige Ausgebeutete in der 3.Welt zu gewährleisten. Für das Gros seiner Akteure ist soziale Gerechtigkeit teilbar: Anderswo ja, hier nicht. Das Versprechen aber, die Welt durch Konsum gerechter zu gestalten und einen Kapitalismus mit menschlichem Antlitz zu schaffen, kann er nicht einlösen.

Die beiden Referenten sind Mitarbeiter der Aktion 3.Welt Saar, die seit 1982 (!) einen 3.Welt Laden betreibt. Weitere Informationen zu unseren Standpunkten zum Fairen Handel: Der Faire Handel ist überbewertet. (Radio-Interview und Artikel)

Mit freundlicher Unterstützung des Ministeriums für Bildung und Kultur, Saarland.

Die Veranstaltung wird gefördert aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Opens external link in new windowBrot für die Welt-Evangelischer Entwicklungsdienst.

Aktuelle Veranstaltungen zu Themen wie Agrar, Hunger, Landwirtschaft, Ernährung etc. finden Sie bei ERNA goes fair.

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