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Die Aktion 3. Welt Saar veröffentlicht in unregelmäßigen Abständen Flugschriften zu Themen, die es wert sind, genauer betrachtet zu werden.

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Aktuelles

30 Jahre Aktion 3. Welt Saar

Laudatio von Karl Rössel vom 6. Oktober 2012

Veröffentlicht am 08.10.2012

„Der Sinn von Politik ist Freiheit,“ steht auf der Einladung zur heutigen Feier des 30jährigen Bestehens der Aktion 3. Welt Saar und ich bedanke mich herzlich für die Einladung, auf einer Veranstaltung, die unter einem  solchen Motto steht, die Laudatio halten zu dürfen.
Dabei weiß ich eigentlich gar nicht, wie eine Laudatio geht. Ich habe noch nie eine gehalten. Ich bin kein Politiker und somit auch nicht in der Lage, bei jeder Gelegenheit eine bauchpinselnde Fensterrede zu halten – ob vor Kaninchenzüchtern, Briefmarkensammlern oder Friedhofsgärtnern.Aber wahrscheinlich wurde ich eingeladen, weil ich eben keine Datei mit Standardgrußworten in meinem Computer gespeichert habe, in der ich nur den Namen des zu Belobigenden auswechseln müsste. Tatsächlich entspricht das, was ich über drei Jahrzehnte Internationalismus im Allgemeinen und die politische Praxis der Aktion 3. Welt Saar im Besondern zu sagen habe, deshalb auch wirklich meiner Überzeugung.

„…in die Ferne schweifend und das Gute lag nah.“ Ernst Bloch

Beginnen möchte ich mit einer Parabel von Ernst Bloch aus  seinem Buch „Spuren“, das zu meiner Lieblingslektüre gehört. Sie erzählt von einem Mann, der von fernen Schätzen träumt, und geht wie folgt:

„Eine Stimme im Schlaf erzählte ihm, unter dem zweiten Pfeiler der alten Brücke in Prag läge ein Schatz, der schon seit vielen Jahren auf den Heber warte. Der Mann machte sich auf den weiten Weg nach Prag. Dort bekam er die Erlaubnis, unter dem Pfeiler zu graben und graben zu lassen, das störte ja nicht den Verkehr. Der Effekt war und blieb Kies, Kies und nichts als Kies... Der enttäuschte Schatzsucher zog ernüchtert ab nach Hause. Aber als er in seiner Klitsche wieder angekommen war, nach all der Ausfahrt und mit all der traurigen Heimkehr, hungrig und frierend, fand er indes kein Holz mehr, seinen Ofen anzuheizen, riss darum, es war nun alles gleich, den Boden auf, um Holz zu haben, und fand nun endlich seinen Schatz. Damit endet die Geschichte, in die Ferne schweifend und das Gute lag nah.“

Revolutionsromantik

Diese Parabel von Ernst Bloch lieferte uns (dem Kollektiv des Rheinischen Journalistenbüros, in dem ich drei Jahrzehnte gearbeitet habe) den passenden Klappentext für unser Buch über die „Geschichte der Dritte Welt-Bewegung in der Bundesrepublik“. Es erschien 1986 unter dem Titel „Hoch die internationale Solidarität“ und beruhte auf zahlreichen Interviews, die wir mit Leuten geführt hatten, die von den 1950er bis 1980er Jahren in der Algerien-, Vietnam-, Chile- und Mittelamerika-Solidarität aktiv gewesen waren. Neben der Beschreibung von bundesdeutscher und internationaler Widerstands-Geschichte ging es uns damals darum, herauszuarbeiten, welche Ursachen die auffällige Konjunkturanfälligkeit der Internationalismusarbeit hatte, die AktivistInnen von einem Objekt und Land ihrer Solidarität zum nächsten  wechseln ließ – wie bei Modewellen. Dabei ging es uns auch um eine selbstkritische Reflexion unserer eigenen politischen Praxis als Internationalisten. So richtete sich die erste Demonstration, an der ich als Schüler 1968 vor dem Kölner Amerikahaus teilnahm, gegen den Vietnamkrieg der USA. 1973, nach dem Militärputsch in Chile, organisierte ich Veranstaltungen mit Exil-Chilenen, die in Köln gelandet waren, obwohl der Vietnamkrieg noch gar nicht zu Ende war. Aber Vietnam war für mich schon kein vordringliches Thema mehr. Und nach einigen Jahren der Proteste gegen die Pinochet-Diktatur in Chile mit immer schlechter besuchten Solidaritätsveranstaltungen an den Jahrestagen des Putsches, rückten auch in meiner politischen Arbeit Befreiungskämpfe in anderen Ländern wie den Philippinen und in der Westsahara in den Vordergrund. Diese Flatterhaftigkeit des Internationalismus kritisierten damals viele, mit denen wir Mitte der 1980 Jahre für unser Buchprojekt sprachen. Als Ursachen dafür wurden naive und romantische Vorstellungen von revolutionären Prozessen anderswo ausgemacht sowie Projektionen eigener politischer Hoffnungen auf politische Veränderungen in anderen Ländern.

Die Schwierigkeiten der Solidarität

Das Ergebnis der damaligen Reflexionen fassten wir damals in „Thesen zu den Schwierigkeiten der Solidarität“ zusammen. Darin hieß es z.B.:
„Oft ist die Solidaritätsbewegung nicht solidarisch mit einem Land, sondern vielmehr mit der Projektion, die sie selbst von diesem Land hat. Im Extremfall ist dies eine Solidarität, die sich letztendlich auf eine Fiktion bezieht und entsprechend schnell zusammenfällt, wenn die Fiktion als solche erkannt wird...
Revolutionen erscheinen überall auf der Welt – vor allem solange man nicht genau hinschaut – einfacher und erfolgversprechender als ausgerechnet bei uns, wenn sie auch hier vielleicht wichtiger wären, um anderswo selbstbestimmte Prozesse überhaupt zu ermöglichen.
Die Vereinfachung der Verhältnisse vereinfacht die Möglichkeiten zur Identifikation und ist damit eine wesentliche Ursache der Konjunkturanfälligkeit der Bewegung.
Wer zum Beispiel die Probleme und Widersprüche innerhalb einzelner Befreiungsbewegungen nicht zur Kenntnis nimmt, kann sich nur noch pikiert abwenden, wenn diese nach der Befreiung offen zutage treten.“
Eine weitere These lautete:
„In der Dritten Welt meinen manche, die ‚reinen Lehren’ umsetzen zu können, die sich im politischen Alltag hierzulande allzu häufig als unbrauchbar erwiesen haben. Letztlich läuft die so begründete bevorzugte Beschäftigung mit Veränderungen in der Dritten Welt darauf hinaus, den Menschen dort ihre Widersprüche und ihre Fehler, kurz: ihre Menschlichkeit abzusprechen. Denn warum sollte ausgerechnet im zerbombten, entlaubten, vergifteten Dschungel von Vietnam der Sozialismus leichter aufzubauen sein, als in den wohlgepflegten Gegenden der Eifel oder des Schwarzwaldes?“ (Oder, so ließe sich heute anlässlich dieser Feier hinzufügen, im Saarland?)
Warum soll der ‚neue Mensch’ eher nach jahrelangen kriegerischen Kämpfen mit Blut und Elend und Tod aus einem salvadorianischen Guerilla-Lager kommen, als aus einer Wohngemeinschaft in Köln-Ehrenfeld, die vergleichsweise viel Muße und Ruhe und Geld hat, um Bücher zu lesen und über sozialistische Wege nachzudenken.
Und warum sollten sich basisdemokratische, nicht hierarchische, machtfreie, konfliktarme Verhältnisse ausgerechnet in einem wirtschaftlich abhängigen, vom Krieg zerschundenen, von Invasion bedrohten und zerstörten Land wie Nicaragua auf nationaler Ebene durchsetzen, wenn sie doch schon in den Solidaritätsgruppen nirgendwo anzutreffen sind. Dabei bestehen die doch meist nur aus einem Dutzend Menschen, die sich nur alle zwei Wochen treffen und miteinander auskommen müssen.“
„Die Beschäftigung mit der Dritten Welt“, so ein wichtiges Fazit der damaligen Debatten, „wird oft zur Flucht vor der politischen Realität im eigenen Land“: „Der richtigen Einsicht, dass viele politische Prozesse heutzutage von internationalen ökonomischen und militärischen Interessen bestimmt werden, steht oft die Frustration über die Schwierigkeiten der politischen Arbeit hierzulande gegenüber. Aufgrund ihrer Resignation angesichts der innenpolitischen Verhältnisse suchen viele ihr revolutionäres Heil außerhalb des eigenen Landes.“
Als Folge dieser Einsichten formulierten wir damals im Schlusskapitel unseres Buches „zehn Gründe für die Dritte Welt-Arbeit vor der eigenen Haustür“ und forderten: „Veränderungen der politischen Verhältnisse sollten immer dort ansetzen, wo sich jeder am besten auskennt: im eigenen Land. Nicht dass uns hier die Revolution besser gelänge, ist entscheidend, aber hier treffen uns zumindest unsere politischen Fehler selbst. Gerade in Bezug auf die Dritte Welt gilt, dass die wesentlichen Rahmenbedingungen, die dort gelten, vor allem hier in der Bundesrepublik verändert werden können.“

Beispielhaft nannten wir dafür Gründe wie die folgenden:
„Die Bundesrepublik ist der größte Exporteur von Industrieerzeugnissen in der Welt.... hat auf den Märkten der Dritten Welt die drittstärkste Handelsposition... hat in internationalen Finanzinstitutionen wie IWF und Weltbank den drittgrößten Einfluss... ist der größte Exporteur von Waffenfabriken... liegt bei der Ausfuhr von Handfeuerwaffen auf Platz drei... und sie stellt die stärkste europäische Armee innerhalb der NATO, deren erklärtes strategisches Ziel die militärische Absicherung des Zugriffs auf die Rohstoffe in der Dritten Welt ist.
Bundesdeutsche Banken sind...der zweitwichtigste Gläubiger für die Dritte Welt und die Bundesrepublik war Anfang der 1980er Jahre im Bereich Entwicklungshilfe das drittstärkste ‚Geberland’, (wobei) für jede als Entwicklungshilfe gezahlte Mark... 1,25 Mark als Aufträge für bundesdeutsche Unternehmen zurückkommen.“
Unser Buch von 1986 endet mit den Sätzen:
„Diese Rahmenbedingungen sind für jedes Land der Dritten Welt bedeutender als jede Projektpatenschaft oder Hungerhilfe. Sie sind nur veränderbar, wenn die Dritte-Welt Bewegung sich aus ihrer zum Teil selbstgeschaffenen Isolation befreit und im Bündnis mit anderen politischen Kräften in dieser Gesellschaft zu einer breiten politischen Mobilisierung beiträgt...
Wenn gerade die Dritte Welt-Bewegung, die schon so vielen Utopien in allen Teilen der Welt nachgejagt ist, diese Utopie für die Veränderbarkeit des eigenen Landes verleugnet, so muss sie sich auch über die Konsequenzen im klaren sein: Wenn wir keine Hoffnung mehr auf die Veränderbarkeit unserer eigenen Gesellschaft haben, haben wir auch keine Hoffnungen mehr auf die Befreiung der Dritten Welt von dem tödlichen ökonomischen und militärischen Klammergriff, der von der Bundesrepublik ausgeht und den wirtschaftlichen und militärischen Bündnissen, denen sie angehört. Er ist es, der jeglichen Versuch eines selbstbestimmten, unabhängigen Weges zur Emanzipation der Dritten Welt verhindert.“

Nach diesen Schlussfolgerungen werden Sie nachvollziehen können, warum wir damals die Parabel von Ernst Bloch über den Schatzsucher, der in die Ferne auszog, obwohl das Gute doch so nah lag, als Klappentext für unser Buch „Hoch die internationale Solidarität“ gewählt haben.


„Das von uns betreute Entwicklungsland heißt Deutschland“

Aber vielleicht fragen Sie sich, was das mit der Aktion 3. Welt Saar und ihren Aktivitäten in den letzten drei Jahrzehnten zu tun hat? Die Antwort lautet: viel, wenn nicht alles!
Tatsächlich war ein Kollege aus unserem Journalistenkollektiv, mit dem ich das Internationalismus-Buch geschrieben hatte,schon 1986 hier bei der Aktion 3. Welt zu Gast, um es vorzustellen. Seitdem folgten weitere gemeinsame Veranstaltungen von uns mit der Aktion 3. Welt im Saar im Saarland und anderswo sowie Begegnungen bei bundesweiten Kongressen und internationalistischen Demonstrationen.
Wichtiger noch ist, dass es nur wenige Internationalismus-Gruppen hierzulande gibt, die das, was Mitte der 1980 Jahre theoretisch formuliert und diskutiert wurde, so konsequent und überzeugend in alltägliche politische Praxis umgesetzt haben, wie die Aktion 3. Welt Saar. Dies spiegelte sich in der Flugschrift zum 25-jährigen Bestehen der Aktion 3. Welt Saar im Frühjahr 2008 schon in den einleitenden Sätzen wieder, die da lauteten:
 „Nein, fair gehandeltes Benzin von einem Genossenschaftsprojekt im Nordirak gibt es immer noch nicht. Obwohl wir das in einer Pressemitteilung am 1. April 1999 ankündigten und prompt auch ein Radiosender dieses Projekt so spannend fand, dass er darüber berichten wollte. Weder haben die Erdölfirmen Konkurrenz von einer fairen, selbst vertreibenden Genossenschaft bekommen, noch hat die Aktion 3. Welt Saar nun endlich ein Projekt in der so genannten 3. Welt. Unser Projektgebiet und das von uns betreute Entwicklungsland heißt in aller Bescheidenheit Deutschland, weil wir uns nicht anmaßen, mit gönnerhafter Geste und paternalistischem Gestus andere zu entwickeln.“
Dies waren nicht nur schöne Worte, sondern sie entsprechen tatsächlich der von der Aktion 3. Welt in vielen Politikfeldern auf die bundesrepublikanischen Verhältnisse bezogenen Praxis, die in ihrer Konsequenz und Kontinuität ihres gleichen sucht.
Dazu gehörten schon in den 1980er und 90er Jahren Proteste gegen die Nutzung der Atomenergie nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, gegen Auslandseinsätze und öffentliche Gelöbnisse der Saarlandbrigade sowie Kritik an verharmlosenden Sozialprojekten mit rechten Jugendlichen und an apologetischen entwicklungspolitischen Konzepten wie der Agenda 21.

Auch andere Internationalismus-Gruppen zogen Konsequenzen aus den Mitte der 1980er Jahren geführten Debatten.  So gab es 1986 einen Bundeskongress der entwicklungspolitischen Aktionsgruppen – kurz BUKO genannt –, auf dem – ausgehend von der in unserem Buch zusammen gefassten Selbstkritik von AktivistInnen – eine intensive Aufarbeitung der ersten drei Jahrzehnte Internationalismus in der Nachkriegszeit stattfand. Eine Konsequenz war auch auf Bundesebene die zunehmende Auseinandersetzung mit den ökonomischen, politischen und militärischen Strukturen, die globale Abhängigkeiten und Ausbeutungsverhältnisse erzeugen und zementieren. Die praktische Folge davon war die breite, bundesweite Mobilisierung gegen die IWF- und Weltbank-Tagung 1988 in Berlin, sowie gegen EU- und G8-Gipfeltreffen in München und Köln in den Jahren danach.
Bei diesen Debatten und Aktionen habe ich damals erstmals Mitglieder der Aktion 3. Welt Saar wie Gertrud und Roland kennen gelernt, die nach einem Vierteljahrhundert heute noch immer dabei sind.
Wie wichtig ihnen diese Arbeit ist zeigt sich schon darin, dass Roland sogar auf ein Fußballspiel seiner Mannschaft FC Homburg verzichtet, um hier bei der Feier dabei zu sein...

Gegen die Verelendungspolitik von IWF und Weltbank in der Dritten Welt demonstrierten 1988 in Berlin 80.000 Menschen und über eine Woche lang war die Berliner Innenstadt durch phantasievolle Proteste vor Banken und Konzernzentralen lahmgelegt. Dadurch gerieten Forderungen wie die Streichung der Schulden für die verarmten Länder in den Focus der politischen Debatten. Auch wenn mir unfreundliche Berliner Polizisten auf dem Breitscheid-Platz mit ihren Knüppeln damals die Brille zerschlugen, so bewerteten wir die Aktionswoche in Berlin doch nach unserer Rückkehr als so erfolgreich, dass wir in Köln die Anti-EG-Gruppe gründeten mit dem Ziel, uns weiter mit strukturellen Ursachen für die Verelendung der Dritten Welt auseinanderzusetzen, konkret: mit der Neuformierung des europäischen Imperialismus.
Tatsächlich waren am Aufbau der Europäischen Union vor allem große bundesdeutsche Unternehmen wie Daimler, Siemens und BMW interessiert, deren Manager damals unverblümt erklärten, dass jeder Konzern, der längerfristig auf dem Weltmarkt überleben wolle, Zugang zu einem möglichst großen Binnenmarkt haben müssten, auf dem neue Produkte entwickelt und ohne störende Zollbarrieren in großer Stückzahl verkauft werden könnten.

Rassistischer Alltag in Deutschland & Festung Europa

Die versprochene grenzenlose Freiheit des Personenverkehrs diente von Anfang an dazu, positive Stimmungen für das europäische Großmachtprojekt zu erzeugen und ist bis heute im Zweifel nicht ernst gemeint. Dies zeigen zum Beispiel die alltäglichen Kontrollen von Menschen, die Grenzschützer fremd erscheinen in Zügen von Paris nach Köln. Ich nehme an, dass dies im Zugverkehr von Frankreich nach Saarbrücken nicht anders ist. Vor einiger Zeit habe ich dies selbst einmal in einem Thalys von Paris nach Köln kommend miterlebt: in Aachen stiegen Grenzschützer ein, die im Zug offensichtlich nur Menschen mit dunkler Hautfarbe kontrollierten. Als sie an uns vorbei kamen, haben wir die Grenzer angehalten und gefragt, warum sie unsere Pässe nicht sehen wollten und nur Schwarze kontrollierten. Daraus entwickelte sich ein Disput, der bis zur Ankunft in Köln andauerte und weitere Kontrollen verhinderte, weil wir ihnen „rassistisches Vorgehen“ vorwarfen und sie daraufhin dann doch unsere Papiere sehen wollten, um uns wegen Verleumdung anzuzeigen.
Es folgte ein Gerichtsverfahren, bei dem ein Grenzschützer eingestand, dass sie nach Aussehen vorgingen und wir deshalb freigesprochen wurden, weshalb ich hier heute mit dem Segen eines deutschen Richters sagen kann, dass es in diesem angeblich grenzenlosen Europa „rassistisch motivierte“ Grenzkontrollen gibt.
Schlimmer noch ist die seit Jahren ausgebaute militärische Abschottung der Festung Europa nach außen, die im letzten Jahr nach offiziellen Angaben des UNHCR allein im Mittelmeer mindestens 1.500 Tote gefordert hat, 1.500 ertrunkene Flüchtlinge, die in Booten von Nordafrika aus versucht hatten, Europa zu erreichen.
Die Kölner Anti-EG-Gruppe beschäftigte sich ab Ende der 1980er Jahre mit Fragen wie diesen und auch dabei hatten wir von Anfang an die solidarische Unterstützung der Aktion 3. Welt Saar. VertreterInnen unserer beiden Initiativen gehörten Anfang der 1990er Jahre auch dem Koordinationskreis des Bundeskongresses der entwicklungspolitischen Aktionsgruppen an. Gemeinsam konnten wir damals verhindern, dass lobbyorientierte Gruppen den basisdemokratisch organisierten Zusammenschluss der bundesdeutschen Internationalismus-Gruppen in eine NGO mit bezahltem Vorstand und hierarchischen Strukturen umwandeln konnten. Seitdem wurde der Bundesverband entwicklungspolitischer Aktionsgruppen zwar in Bundeskoordination Internationalismus umbenannt - weil das „entwicklungspolitische“ im Namen irgendwann doch vielen zu fragwürdig geworden war. So wurde aus dem BUKO, dem Bundeskongress, die BUKO, die Bundeskoordination. Doch die jährlichen Kongresse (zuletzt im Mai diesen Jahres in Erfurt) sind  weiterhin Treffen von Internationalismus-Initiativen und politisch Interessierten von der Basis. Das ist auch dem damaligen Einsatz der Aktion 3. Welt Saar zu verdanken.
Wenn ich mir – Jubiläum hin, Laudatio her - eine Kritik an der Aktion 3. Welt Saar erlauben darf, dann ist es die, dass sie das Forum, dass die jährlichen BUKO-Kongresse bieten, in den letzten Jahren kaum mehr genutzt hat, um für ihre wichtigen politischen Anliegen zu werben. Zugegeben: es gibt auch in der BUKO bis heute Gruppen, die Internationalismus mit Scheuklappen praktizieren und kritikwürdige Tendenzen in Ländern der Dritten Welt relativieren. Dies gilt insbesondere gegenüber islamistischen Bewegungen hierzulande und in den arabischen Ländern sowie in Bezug auf reaktionäre Organisationen wie die Hamas in Palästina.
Gerade macht sich schon wieder eine dieser Gaza-Flottillen auf den Weg, denen es weniger darum geht, den Menschen im von der Hamas diktatorisch regierten Gaza-Streifen zu helfen, als vielmehr das Existenz- und Verteidigungsrecht Israels in Frage zu stellen. Es ist skandalös, dass Propagandaaktionen wie diese, die in ihrem Antizionismus von Antisemitismus kaum mehr zu unterscheiden sind, hierzulande die Unterstützung auch vorgeblich fortschrittlicher Initiativen und Parteien finden.
Aber so mühsam und ermüdend es auch sein mag, dies immer und immer wieder zu kritisieren, wir dürfen ihnen dies nicht durchgehen lassen und müssen diese Debatten auch in der Internationalismusszene stets von Neuem führen. Es würde mich freuen, dabei bei zukünftigen Bundeskongressen auch wieder die Unterstützung der Aktion 3. Welt Saar zu haben – vielleicht schon 2013 beim BUKO in München.


Antisemitismus in dieser Gesellschaft

Ich halte es genau wie die Aktion 3. Welt Saar für wichtig, ja für unverzichtbar, sich mit dem grassierenden Antisemitismus in dieser Gesellschaft im Allgemeinen und in der Linken sowie der Anti-Globalisierungsbewegung im Besonderen auseinander zu setzen.
Dazu gehört auch die Kritik an antisemitischen Tendenzen in migrantischen Gruppen und an religiösen Fanatikern hierzulande.
In Flugschriften der Aktion 3. Welt Saar ist nachzulesen, dass Studien von den 50er Jahren bis in die Gegenwart nachgewiesen haben, dass 20 bis 30 Prozent der deutschen Bevölkerung „mehr oder weniger antisemitisch eingestellt sind“. Als Folge davon sind antisemitische Anschläge und Übergriffe hierzulande immer noch erschreckend alltäglich. So wurde unlängst ein Rabbiner in Berlin von Jugendlichen in Berlin zusammengeschlagen und eine Mädchengruppe, die eine jüdisch-orthodoxe Schule besucht, wurde auf dem Weg zum Unterricht beschimpft und beleidigt.
Ich weiß, dass der Aktion 3. Welt Saar die offene Kritik an antisemitischer Haltungen auch in der Linken – etwa in der Anti-Globalisierungsbewegung und auf Sozialforen – viele Gegner und Anfeindungen eingebracht hat. Aber es ist genau diese Geradlinigkeit und Konsequenz, die ich an der Arbeit der Aktion 3. Welt Saar besonders schätze.


Kulturrelativistische Kritiklosigkeit

Tatsächlich erinnern manche Initiativen hierzulande mit ihrer kulturrelativistische Haltung gegenüber islamistischen Bewegungen an K-Gruppen der 1970er Jahre, die selbst Pol Pots Völkermordregime in Kambodscha noch als „antiimperialistisches“ Projekt zu verteidigen suchten. Ähnlich abwegige Haltungen gibt es heute gegenüber reaktionären Organisationen wie Hamas oder Hisbollah, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist. Gruppen wie die Kölner „Arbeiterfotografie“, um mal ein Beispiel aus meinem Umfeld zu nennen, scheuten sich nicht einmal, sich vom iranischen Diktator und Holocaust-Leugner Ahmadinejad in seinen Palast einladen zu lassen und sich mit Kopftuch und Khaki-Kampfanzug stolz an seiner Seite ablichten zu lassen. Dies veranlasste selbst den Kölner Stadt-Anzeiger zu einem angewiderten Kommentar und doch gibt es in der Palästina-Solidarität noch Leute, die solche Kumpanei mit einem Diktator zu rechtfertigen suchen, wohl weil sie – wie Ahmadinejad – darauf hoffen, dass das Land Israel endlich von den Landkarten verschwindet.
In einer Flugschrift der Aktion 3. Welt Saar wird völlig zu recht als bedenklich beschrieben, mit wie viel „Schaum vorm Mund“ sich hierzulande – im Land der Täter - jeder Hinz und Kunz bemüßigt fühlt, sich an Israel abzuarbeiten, dem Land der Holocaust-Opfer. Es scheint, als empfänden viele eine große Genugtuung dabei, Juden nazi-ähnliche Verhalten vorhalten zu können, um von den Verbrechen der Deutschen  abzulenken. Wenn 60 Prozent der Deutschen laut Umfragen Israel für die größte Bedrohung des Weltfriedens halten – und nicht etwa den nach Atombomben gierenden Iran – dann ist dies geradezu manisch, da den meisten der zahllosen Israel-Kritiker hierzulande Menschen im Rest der Welt ansonsten völlig egal sind. Da können z.B. im Kongo Hunderttausende umkommen, damit westliche Konzerne dort an Rohstoffe wie Coltan für die Handyproduktion kommen, und doch löst jeder einzelne Palästinenser, der durch eine israelische Kugel stirbt (selbst wenn er vorher Raketen auf Israel abgeschossen hat), ein größeres Mitgefühl in der deutschen Öffentlichkeit aus.
Islamistische Propagandisten wissen die kulturrelativistische Kritiklosigkeit gegenüber ihren reaktionären religiösen Bewegungen zu nutzen, wie die bewusst geschürte Auseinandersetzung um das berüchtigte Mohamed-Video in den letzten Wochen einmal mehr zeigt. Obwohl das lächerliche Amateur-Filmchen schon Monate lang im Internet stand, diente es plötzlich als Vorwand für zeitgleiche Terroranschlägen rund um den Globus. Die dafür Verantwortlichen demonstrierten damit einmal mehr, dass ihnen Menschenleben nichts wert sind, wenn es um die Durchsetzung ihrer rigiden und reaktionären Vorstellungen geht.
Schließlich sterben seit jeher bei den meisten islamistischen Selbstmordanschlägen mehr Muslime als Andersgläubige.
Trotzdem zeitigen diese Anschläge auch hierzulande Wirkung, so wenn hiesige Politiker nicht mehr globale Werte wie Menschenwürde und Meinungsfreiheit verteidigen, sondern meinen, sich religiösen Fanatikern gegenüber entschuldigen und rechtfertigen zu müssen.
Das war schon bei der unsäglich defensiven Debatte um die Mohamed-Karikaturen so, die natürlich jederzeit und überall publiziert werden könnten und sollten. Zur Religionsfreiheit gehört auch, den Missbrauch von Religion karikieren zu dürfen, wie in einem dieser Cartoons, der das Versprechen von 72 Jungfrauen für jeden islamistischen Märtyrer ironisch kommentierte. Da steht Mohamed an der Himmelspforte, vor sich eine lange Reihe von Selbstmordattentätern, und seufzt verzweifelt: „Nicht noch mehr Märtyrer, wir haben keine Jungfrauen mehr!“
Den fundamentalistischen Fanatikern, die Witze wie diesen zum Anlass für Mordanschläge nehmen, geht es tatsächlich nicht um Cartoons wie diesen oder ein dummes Mohamed-Video, sondern in Wirklichkeit um die Einschüchterung und Bedrohung jeglicher Freiheit. Dies zeigen aktuell die tätlichen Angriffe auf kritische Intellektuelle, KünstlerInnen, MusikerInnen und FilmemacherInnen in Nordafrika.


Der mühsame Kampf für Säkularisierung

Wir haben in Köln Ende September das Afrika Film Festival „Jenseits von Europa“ veranstaltet, das ich seit 20 Jahren als Mitglied des Vereins FilmInitiativ mit organisiere. (Bei unseren Filmfestivals und -reihen haben wir übrigens auch schon des öfteren mit der Aktion 3. Welt Saar kooperiert, die Festivalgäste aus Köln anschließend zur Vorführung ihrer Filme nach Saarbrücken eingeladen hat.)
Zu unseren Gästen in diesem Jahr gehörte die tunesische Regisseurin Nadia El Fani, die seit ihrem Film „Laicité Inch’ Allah“ von 2011 Todesdrohungen per Telefon und Facebook erhält, weil sie darin für eine säkulare tunesische Verfassung plädiert. Sie hat es zudem gewagt, im tunesischen Fernsehen in einem Interview zu erklären, dass sie nicht an Gott glaube. Sie betonte zwar ausdrücklich, dass jeder das Recht haben solle, zu glauben, was er wolle, dass Religion aber eine Privatangelegenheit sei und aus der staatlichen Politik wie aus der neuen tunesischen Verfassung herausgehalten werden sollte. Dies war für islamistische Fanatiker im nachdiktatorischen Tunesien schon zu viel der Meinungsfreiheit. Salafisten stürmten ein Kino in Tunis, in dem der Film von Nadia El Fani laufen sollte und selbst in den Banlieus von Paris kann sie inzwischen nur noch unter Polizeischutz auftreten, da über Facebook offen zu ihrer Ermordung aufgerufen wird. (Auch in Köln mussten wir deshalb vor ihrer Ankunft zu ihrer Sicherheit die Polizei informieren.)
In ihrem neuen Film „Même pas mal“, der bei unserem Kölner Festival seine Weltpremiere erlebte, dokumentiert sie, wie Intellektuelle in Tunesien im Allgemeinen und sie im Besondern in den letzten Wochen und Monaten bedroht wurden. Dabei scheuten die fanatischen Hetzer nicht einmal davor zurück, ihre Krebskrankheit und ihre dadurch bedingte zeitweise Kahlheit gegen sie zu verwenden. So stellten sie grausam verzerrte Bilder von Nadia ins Netz, auf denen sie als kahler Satan mit Hörnern dargestellt ist, der in die Hölle befördert werden müsse.
Das Kölner Publikum belohnte den Mut der tunesischen Regisseurin, dies alles in ihrem neuen Film zu zeigen, mit minutenlangem Applaus und standing ovations. Wir haben diesen wichtigen Film mit deutschen Untertiteln versehen und es würde mich freuen, wenn die Aktion 3. Welt Saar ihn auch hier im Saarland zeigen und Nadia El Fani dazu einladen würde. Ich vermittle gerne alle dafür nötigen Kontakte.
Tatsächlich ist das, was Nadia El Fani dokumentiert, die entscheidende Auseinandersetzung für die Zukunft Nordafrikas.
Im letzten Jahr feierten hierzulande viele wieder einmal viel zu schnell und euphorisch die Proteste in Tunesien und Ägypten als „erste Revolutionen des 21. Jahrhundert“ und als „Beginn einer neuen Ära“ in der gesamten arabischen Welt. Und wieder einmal verwechselten viele den Sturz von Diktatoren wie Ben Ali, Mubarak und Gaddafi mit einer revolutionären Umwälzung der dortigen Gesellschaften. Tatsächlich verfügen überall in der arabischen Welt weiterhin alte politische Seilschaften sowie korrupte Militärs und Polizisten über erheblichen, wenn nicht entscheidenden Einfluss und religiös motivierte konterrevolutionäre Kräfte, die die neuen Freiheiten für sich zu nutzen wissen, kamen noch hinzu.
In Tunesien etwa machen Salafisten und andere religiöse Fanatiker regelrecht Jagd auf kritische Intellektuelle. So gab es z.B. einen Mordanschlag auf den Regisseur Nouri Bouzid, der vor vier Jahren mit seinem Film „Making Of“ bei uns in Köln zu Gast war, in dem er zeigt, wie ein perspektivloser Jugendlicher in Tunis zum Selbstmordattentäter umgedreht werden soll. In der Universität von Tunis schlug ein Islamist unter dem Ruf „Allah ist groß“ Nouri Bouzid eine Eisenstange über den Kopf und nur die Tatsache, dass er einen Hut trug, rettete ihm das Leben.
Den Hauptdarsteller des Films, der auch als Kabarettist arbeitet, griffen Salafisten unlängst vor einem Theater an und verhinderten so seine Aufführung. Eine Fernsehstation, die den persischen Animationsfilm „Persepolis“ zeigte, in dem Gott als Figur zu einem kleinen Mädchen spricht, wurde angegriffen und das Privathaus des Fernsehdirektors angezündet. Islamisten brannten kürzlich auch Bilder aus einer Kunstausstellung in Tunesien nieder und sie besetzten Universitäten, um die Verschleierung von Frauen an Hochschulen durchzusetzen.
Ich erzähle dies hier so ausführlich, weil es auch heute wieder – wie schon vor 30 Jahren – viele in der Internationalismusbewegung gibt, die bedrohliche Entwicklungen wie diese negieren oder verharmlosen und die zum Beispiel Nadia El Fani gegenüber erklären,  sie müsse auf die Gefühle der Menschen in Tunesien Rücksicht nehmen und es sei vielleicht nicht der rechte Zeitpunkt, dort Filme über Säkularismus zu zeigen und sich im Fernsehen als Atheistin zu outen.


Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg

Es sind dieselben Leute, die auch historische Fakten ignorieren und zu unterdrücken suchen, die nicht in ihr schablonenhaftes Weltbild passen. Dies haben wir bei unserem letzten und bislang größten Projekt erleben müssen, das von der Aktion 3. Welt Saar mit getragen und unterstützt wurde, unserer Ausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“. Die Ausstellung war auf Initiative der Aktion 3. Welt Saar im Februar und März 2011 in den Räumen der Stiftung Demokratie Saarland zu sehen. Aber schon bei der Premiere in Berlin im September 2009 hatte es den Versuch gegeben, Informationen über arabische Nazikollaborateure zu zensieren. Obwohl Titel, Konzept und Gliederung der Ausstellung – inklusive des Unterkapitels zum Thema Kollaboration - auch den Berliner Veranstaltern fast ein Jahr lang vorgelegen hatten, drohte die Leiterin der Werkstatt der Kulturen in Neukölln, wo die Premiere ursprünglich hätte stattfinden sollen, drei Tage vor dem Aufbau der Ausstellung damit, „per Hausrecht“ zu verhindern, dass die Tafeln über arabische Nazikollaborateure dort ausgehängt würden.
Um die Ausstellung unzensiert in Berlin zeigen zu können, mussten wir deshalb kurzfristig in die Uferhallen im Wedding umziehen. Dieser Zensur-Versuch löste damals einigen Medien-Wirbel aus, hatten doch prominente Kollaborateure nicht nur aus Palästina, sondern auch aus Ländern wie dem Irak und Indien, während des Krieges in Berlin für den Propagandaapparat der Nazis gearbeitet und von dort aus Tausende Freiwillige für die arabischen und indischen Legionen von Wehrmacht und Waffen-SS rekrutiert. Dass daran ausgerechnet in Berlin nicht erinnert werden sollte, empfand auch die in der Hauptstadt vertretene internationale Presse als Skandal und entsprechend groß war der Medien-Wirbel.
Die Aktion 3. Welt Saar gehörte damals zu den ersten, die sich mit uns solidarisiert haben und natürlich wurde unsere Ausstellung im letzten Jahr hier in Saarbrücken vollständig und unzensiert gezeigt.


„Ich beantrage hiermit meine Mitgliedschaft in der Aktion 3.Welt Saar.“ Karl Rössel

Dafür und für die lange, intensive und solidarische Zusammenarbeit bedanke ich mich hiermit noch einmal in aller Form sehr herzlich und ich beantrage hiermit meine Mitgliedschaft in der Aktion 3. Welt Saar. Fördergelder kann ich Euch zwar nicht versprechen – weil ich schon in mehreren desolat finanzierten Initiativen mitarbeite – aber doch zumindest moralische Unterstützung. Ich weiß, dass die Aktion 3. Welt Saar – um ihre wichtige politische Arbeit unabhängig fortführen zu können  - im Jubiläumsjahr 30 neue Mitglieder sucht. Zehn sind schon gefunden und nach meiner Mitgliedschaft fehlen nur noch 19, um das Ziel zu erreichen. Hier sind so viele Menschen im Saal, dass diese 19 Mitglieder noch leicht zusammen kommen sollten. Denn es geht bei diesem Jubiläum nicht nur darum, die Arbeit der Aktion 3. Welt Saar in den letzten drei Jahrzehnten zu würdigen und zu feiern, sondern auch, ihre Zukunft zu sichern und dafür braucht es jede Unterstützung. Also: werden Sie Mitglied, am besten noch heute.
Lassen Sie mich zum Schluss noch aus einem Flugblatt der Aktion 3. Welt zitieren, dass mir besonders gut gefallen hat, weil es Doppelmoral und karitative Entwicklungshelfer-Mentalität auf treffende Weise in Frage stellt. Ich meine den zu Sylvester schon mehrfach verbreiteten Aufruf, die Kampagne „Brot statt Böller“ einzustellen, weil „Lustfeindlichkeit und schlechtes Gewissen nicht gegen Hunger helfen“, sondern dafür eine andere Verteilung der Ressourcen in dieser Welt nötig sei. Tatsächlich ändern ein paar Kracher weniger an Sylvester nichts an den globalen Machtverhältnissen, sondern der Verzicht darauf dient allenfalls zur Beruhigung des eigenen Gewissens.
„Zum Wesen des Menschen“, so schreibt die Aktion 3. Welt Saar,  „gehört in allen Kulturen das Feiern, der Rausch, die Verausgabung.“
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns jetzt ein rauschendes Fest. Die Aktion 3. Welt Saar hat es in jedem Fall verdient!

Aktuelle Veranstaltungen zu Themen wie Agrar, Hunger, Landwirtschaft, Ernährung etc. finden Sie bei ERNA goes fair.

Veranstaltungen

Irgendwas mit Entwicklungshilfe - Film „Süßes Gift – Hilfe als Geschäft“

Diskussion mit Regisseur Peter Heller, 3. Juni, Saarbrücken

"Wachse oder weiche - die Grenzen des Wachstums: Für eine faire Landwirtschaft"

Tagung: 31.5.2016, Arbeitskammer des Saarlandes, Saarbrücken - Hofbesichtigung: 8.6.2016,...

"No Way Out? Fluchtgrund Islamismus"

Vortrag, 2. Juli 2016, Mönchengladbach

"Fairer Handel: Ist eine bessere Welt käuflich?“, Koblenz, 5. Juli

Einladung zum Dialog im Rahmen des Koblenzer Sozialforums:

Zukunftstour 12. Juli 2016, 9-17h

Aktion 3.Welt Saar präsentiert Ausstellung mit der Einladung zum Perspektivenwechsel

Neuigkeiten

„Juden und Radfahrer beherrschen die Welt. Wieso Radfahrer?“

Lernplakat gegen Antisemitismus für die politische Bildungsarbeit

Pressemitteilung: AfD ist keine islamkritische Partei

Vorgeschobene Islamkritik nur Deckmantel für Flüchtlingsfeindlichkeit

Wir sagen wieder Bantam!

Eine Mitmach-Aktion gegen Gentechnik

Grußwort zum kurdischen Newrozfest in Saarbrücken

Das Kurdische Gesellschaftszentrum Saarbrücken lud am 21. März 2016 zur kurdischen Neujahrsfest...

Freiwilliger auf Lesbos

Gute und wichtige Arbeit für Flüchtlinge an der europäischen Außengrenze

Pressemitteilung: Saarländischer Flüchtlingsrat nimmt am 2. Saarl. Integrationsgipfel teil

Drei-Punkte-Vorschlag, damit der Integrationsgipfel keine Alibi-Veranstaltung wird

Niederländische Übersetzung der Flugschrift

"Fairer Handel - Ist eine bessere Welt käuflich"

Saarländischer Flüchtlingsrat zieht Bilanz:

Trotz vieler Unkenrufe aus der Landespolitik - die Stimmung der ehrenamtlichen Helfer in der...

Radiointerview - Fair Trade - ist eine bessere Welt käuflich?

Radio Z (Nürnberg), mit Wolfgang Johann von der Aktion 3.Welt

„Wir teilen den sprachlichen Rigorismus nicht“

Interview zur kritischen Weißseinsforschung in der Zeitschrift Phase 2

Alternativen für bessere Milchpreise - Offener Brief an Agrarminister Schmidt

Die Aktion 3.Welt Saar gehört zu den Unterzeichnern des Offenen Briefes

Organisierte Spontanität

Jungle World Interview zu den Demos türkischer Rechter gegen Kurden

"Es gibt keine rechte Islamkritik"

Artikel im Antifaschistisches Infoblatt, Sommer 2015, Nr. 107

Geld statt Lebensmittelpakete

Neue Großflächenplakate des Saarländischen Flüchtlingsrates

Was macht die Aktion 3.Welt Saar?

Ein Interview in 'Yeni Özgür Politika', 11.6.2015

Patriarchale Zwänge und Antisemitismus bei Kindern von Migranten – und warum das alles kein Schicksal ist.

Interview mit der in Saarbrücken lebenden Kurdin Viyan* über ihre Arbeit mit migrantischen...